Bitcoin handelt aktuell um 78.000 US-Dollar, nachdem der Kurs am 7. September bei 79.092 Dollar schloss. Parallel dazu ist die einmonatige Realized Volatility nahe historischer Tiefstände gefallen, während rund 71% der zirkulierenden Coins im Profit liegen. Die Kombination wirkt stabil, kann aber bei einer Rückkehr Richtung vorheriger Hochs zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Bitcoin notiert um 78.000 US-Dollar, nach einem Schlusskurs von 79.092 Dollar am 7. September
  • Rund 71% der zirkulierenden Coins liegen im Profit, nahe dem historischen Durchschnitt von 74,7%
  • Die einmonatige Realized Volatility nähert sich historischen Tiefstwerten
  • Glassnode sieht das Verhalten von Langzeit-Haltern als Haupttreiber der Volatilitätskompression
  • Entscheidende Termine: CPI am 11. September, CLARITY-Act-Abstimmung am 15. September, Fed-Entscheidung am 16. September

71% der Coins im Profit, Volatilität nahe historischen Tiefs

Die Realized Volatility misst tatsächliche Kursschwankungen der vergangenen 30 Tage – im Unterschied zu Kennzahlen, die aus Optionspreisen abgeleitet werden. Fällt dieser Wert, werden Tagesbewegungen kleiner, was jedoch keine Aussage über die künftige Richtung erlaubt. Genau das betont die Quelle: Eine ruhige Phase beschreibt lediglich die aktuelle Sprunghöhe, nicht den nächsten Impuls.

Der Profit-Anteil von etwa 71% nähert sich dem historischen Durchschnitt von 74,7%, der häufig in Übergangsphasen zwischen Bärenmarkt und neuer bullischer Phase auftaucht. Die Mechanik dahinter: Eine Coin, die zuletzt bei 50.000 Dollar bewegt wurde, gilt bei 78.000 Dollar als profitabel, während eine bei 85.000 Dollar zuletzt bewegte Münze nicht dazuzählt. Wichtig ist der methodische Vorbehalt, dass der Wert auf dem letzten On-Chain-Bewegungspreis basiert – viele Transaktionen laufen jedoch über Börsen-Orderbücher, ohne dass Coins die Blockchain wechseln, was auch Wal-Bewegungen und Börsenzuflüsse nur unvollständig abbildet.

ETF-Zuflüsse und On-Chain-Signale im Marktbild

Laut Auswertungen von Glassnode liefert das Verhalten von Langzeit-Haltern den größten Erklärungsbeitrag für die jüngste Volatilitätskompression – noch vor Kennzahlen wie Market Cap, Open Interest oder Funding Rates. Viele Coins bleiben demnach über mehr als 155 Tage on-chain unberührt, wodurch ein großer Teil der Versorgung aus dem unmittelbaren Umschlag fällt. Weniger verkaufswillige Coins im Umlauf bedeuten, dass neue Nachfrage tendenziell auf ein knapperes Angebot trifft, auch wenn Leverage bei überfüllten Positionen weiterhin Liquidationen und größere Ausschläge auslösen kann.

Für die Nachfrageseite nennt die Quelle ETF-Zuflüsse von insgesamt 3,8 Milliarden Dollar über drei Wochen bis zum 4. September, darunter 731 Millionen Dollar allein am 3. September. Stablecoins fungieren dabei als zirkulierendes Dollar-Kapital innerhalb des Krypto-Ökosystems, das eingesetzt werden kann, ohne dass Liquidität abfließt. Wie sich diese Zuflüsse im Verhältnis zum breiteren Bitcoin-Marktzyklus und institutionellen Kapitalströmen einordnen lassen, bleibt ein zentraler Beobachtungspunkt für die kommenden Wochen.

Einordnung durch die genannten Marktdaten

Die Quelle warnt ausdrücklich vor einer Fehlinterpretation: Phasen mit niedriger Realized Volatility traten historisch sowohl vor deutlichen Anstiegen als auch vor deutlichen Rücksetzern auf. Der 71%-Wert ist damit eine Momentaufnahme und kein eigenständiges Kaufsignal – wächst der Profit-Pool bei steigenden Kursen weiter, steigt zugleich die Zahl potenzieller Verkäufer.

Bitfinex beschreibt die aktuelle Struktur als „upward consolidation“, also eine Seitwärtsphase nach einem Richtungsimpuls. Am 3. September stieg der Kurs kurzzeitig auf 82.283 Dollar, konnte sich dort aber nicht halten und schloss am 7. September bei 79.092 Dollar. Wie sich offene Optionsmarken und Derivate-Positionen auf ein mögliches Ausbrechen aus dieser Range auswirken könnten, zeigt sich auch an aktuellen Deribit-Marken zum Optionsverfall.

Diese Marken und Termine sind jetzt entscheidend

Als Bestätigung für eine nachhaltige Fortsetzung nennt die Quelle vor allem wöchentlich positive Spot-ETF-Nettozuflüsse sowie einen täglichen Schlusskurs oberhalb von 82.283 Dollar. Fällt die Versorgung der Langzeit-Halter hingegen weiter, könnte das die Volatilitätsdämpfung schwächen, weil mehr Coins wieder aktiv in Umlauf kommen.

Binnen acht Tagen stehen zudem drei Termine an, die als Auslöser für neue Bewegung gelten: der August-CPI am 11. September, die Cloture-Abstimmung zum CLARITY Act im Senat am 15. September sowie die Zinsentscheidung der US-Notenbank am 16. September. Polymarket preist laut der Quelle eine Zinsanhebung mit 60% bis 65% Wahrscheinlichkeit ein, CME FedWatch kommt auf 58,4% – Werte, die als Markterwartung und nicht als feststehendes Ergebnis zu lesen sind, wie auch 24/7 Wall St. in seiner Einordnung der Daten betont.

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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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