Circle hat für seine institutionelle Blockchain Arc elf Gründungsvalidatoren bekanntgegeben – darunter BlackRock, Visa, Mastercard und die DTCC – und den Start des öffentlichen Mainnets auf den 16. September 2026 festgelegt. Die Ankündigung fiel zeitgleich mit starken Q2-Zahlen: 701 Millionen US-Dollar Gesamtumsatz und ein USDC-Transaktionsvolumen von 14,8 Billionen US-Dollar, ein Plus von 151 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Das Wichtigste im Überblick:
- Arc-Mainnet startet am 16. September 2026 mit 11 institutionellen Gründungsvalidatoren.
- Validator-Kohorte umfasst BlackRock, Visa, Mastercard, DTCC, Galaxy, Global Payments, ICE, MoneyGram, SBI Group, Standard Chartered und Sumitomo.
- BlackRock plant den BUIDL-Fonds auf Arc zu deployen; DTCC will ab zweiter Jahreshälfte 2027 tokenisierte DTC-Assets integrieren.
- Circle meldete Q2-Umsatz von 701 Mio. USD und 14,8 Billionen USD USDC-Onchain-Volumen (+151 % YoY).
- Neben den Validatoren bereiten sich DeFi-Protokolle wie Aave, Uniswap und Morpho sowie Infrastrukturanbieter wie Chainlink, Fireblocks und Ledger auf Arc-Integrationen vor.
Wer sind die elf Gründungsvalidatoren?
Neben Circle selbst bilden BlackRock, DTCC, Galaxy, Global Payments, ICE, Mastercard, MoneyGram, SBI Group, Standard Chartered, Sumitomo Corporation und Visa die Gründungskohorte. Validatoren sind in diesem Kontext Institutionen, die Transaktionen auf der Blockchain prüfen und bestätigen – vergleichbar mit Prüfinstanzen in einem klassischen Zahlungsnetz, nur kryptographisch abgesichert.
Circle beschreibt das Modell so, dass das Netzwerk durch genau jene Institutionen gesichert wird, die es auch nutzen. Das soll die Compliance- und Sicherheitsstandards erfüllen, die für kritische Finanzmarktinfrastruktur erforderlich sind – ein Designprinzip, das Arc klar von öffentlichen Blockchains mit anonymen Validatoren unterscheidet.
Mastercard ist dabei kein Einzelfall in seiner Stablecoin-Strategie: Das Unternehmen baut parallel mit seiner BVNK-Übernahme eine eigenständige Stablecoin-Infrastruktur auf, die Arc strategisch ergänzen dürfte.
Was macht Arc technisch und wofür ist es gebaut?
Arc ist eine Layer-1-Blockchain – das bedeutet eine eigenständige Basisschicht, nicht eine Erweiterung bestehender Netzwerke –, die Circle als „wirtschaftliches Betriebssystem“ für Finanzmärkte positioniert. Transaktionsgebühren werden in USDC denominiert, was institutionellen Akteuren planbare Kosten ohne Volatilität durch native Krypto-Gas-Token ermöglicht.
Zum Launch kommen Privacy-Features, ein Agent Stack für automatisierte Finanz-Workflows sowie Unterstützung für tokenisierte Real-World Assets (RWA) hinzu. Arc läuft derzeit bereits auf einem privaten Mainnet mit über 100 institutionellen Teilnehmern, nachdem im Oktober 2025 ein öffentliches Testnetz gestartet war.
BlackRock plant, seinen BlackRock USD Institutional Digital Liquidity Fund (BUIDL) auf Arc zu deployen. Institutionelle Investoren sollen Fondsanteile zeichnen, einlösen und innerhalb einer einzigen On-Chain-Umgebung einsetzen können. BlackRocks breiteres Engagement in der Tokenisierung von Finanzprodukten – etwa bei tokenisierten US-Staatsanleihen – zeigt, dass Arc für den Asset Manager kein Einzelprojekt ist, sondern Teil einer konsistenten Digitalstrategie.
DTCC-Integration und der regulatorische Rahmen
Besonders bemerkenswert ist die geplante Zusammenarbeit mit der DTCC: Ab der zweiten Jahreshälfte 2027 sollen Assets, die bei der Depository Trust Company (DTC) verwahrt werden, auf Arc tokenisiert werden können. Marktteilnehmer sollen damit Stablecoin-basierte Settlement-Prozesse auf Arc durchführen können, während die Anlegerrechte identisch zu klassisch verwahrten Wertpapieren bleiben.
Circle betreibt diese Expansion in einem regulatorischen Umfeld, das sich gerade erst konsolidiert. Die regulatorische Landschaft für Stablecoins ist ein zentraler Faktor für institutionelle Akzeptanz – und Circle ist bereits lizenziert: Im Juli erhielt das Unternehmen vom Office of the Comptroller of the Currency die Genehmigung für eine nationale Trust Bank sowie eine Limited Purpose Trust Charter der New York DFS.
Was kommt nach dem 16. September?
Für den Launch-Tag kündigt Circle ein vollständiges Produktpaket an, darunter ein composable Application Framework, KI-gestützte Entwickler-Tools und vollständige RWA-Emissionsservices. DeFi-Protokolle wie Aave, Uniswap und Morpho sowie Infrastrukturanbieter wie Chainlink, Fireblocks und Ledger bereiten sich auf Integrationen vor.
Offen bleibt die Frage eines nativen ARC-Netzwerk-Tokens: Circle-CEO Jeremy Allaire hat öffentlich bestätigt, dass das Unternehmen einen Token zur Governance und als Grundlage für einen langfristigen Wechsel zu einem breiteren Proof-of-Stake-Modell prüft. Ein konkretes Datum nannte Allaire dabei nicht.
Für Anleger, die Arc beobachten, sind drei Entwicklungen relevant: der tatsächliche Mainnet-Start am 16. September, der Zeitpunkt einer möglichen ARC-Token-Ankündigung sowie der Fortschritt der DTCC-Integration ab 2027 – letztere wäre ein struktureller Brückenschlag zwischen klassischer Kapitalmarktinfrastruktur und On-Chain-Settlement.
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