Bitcoin steckt 2026 weiterhin tief im Bärenmarkt. Rund 50 Prozent unter dem Allzeithoch fehlt es dem Markt unverändert an Dynamik, während Erholungsversuche bislang schnell wieder abverkauft wurden.
Besonders enttäuschend wirkt die Entwicklung im Vergleich zu den Aktienmärkten: Dort erreichten wichtige Indizes neue Rekordstände, während Bitcoin über Monate in einer schwachen Seitwärtsphase verharrte. Auch das laufende Jahr sorgt deshalb bislang kaum für Begeisterung. Zwar konnte sich der Kurs im dritten Quartal etwas stabilisieren, doch von einer nachhaltigen Trendwende kann noch keine Rede sein. Neue On-Chain-Daten zeigen nun, warum die aktuelle Bodenbildung weiterhin mit Vorsicht betrachtet werden sollte.
Das Wichtigste im Überblick:
- Bitcoin liegt 2026 weiterhin fünfzig Prozent unter seinem Allzeithoch.
- Spot- und Futures-Nachfrage bleiben aktuell gemeinsam deutlich im Minus.
- Erstes und zweites Quartal brachten massive Verluste für Bitcoin.
- Drittes Quartal stabilisierte sich, bestätigte bislang keine nachhaltige Trendwende.
Bitcoin-Nachfrage bleibt deutlich zu schwach
Der Analyst Darkfost untersucht die Entwicklung der Bitcoin-Nachfrage am Spotmarkt und bei Perpetual Futures. Entscheidend ist dabei nicht allein, ob kurzfristig neue Long-Positionen über Derivate eröffnet werden. Für einen nachhaltigen Aufwärtstrend müssen vielmehr sowohl die Nachfrage am Spotmarkt als auch die Aktivität am Terminmarkt gleichzeitig zunehmen. Genau diese Konstellation war in der Vergangenheit häufig während größerer Bitcoin-Rallyes zu beobachten.
📊 Since the start of the year, Bitcoin has been facing a fairly poor dynamic.
—> Either spot and futures demand is contracting, or speculation alone is temporarily reviving the market, with futures demand amplifying while spot demand continues to contract.
This extended trend… pic.twitter.com/tOEAbMyJjr
— Darkfost (@Darkfost_Coc) July 27, 2026
Aktuell fehlt diese Bestätigung jedoch. Nach Angaben des Analysten liegt das kombinierte Nachfragewachstum von Spot- und Futures-Markt auf Sicht von 30 Tagen bei etwa minus 127.000 Bitcoin. Damit bleibt die Nachfrage deutlich im negativen Bereich. Zwar können Futures zwischenzeitlich wieder stärker nachgefragt werden, gleichzeitig schrumpft jedoch weiterhin die Nachfrage nach tatsächlich gehandelten Bitcoin am Spotmarkt. Eine solche Entwicklung deutet eher auf kurzfristige Spekulation als auf den Aufbau langfristiger Positionen hin.
Die jüngste Stabilisierung des Bitcoin-Kurses dürfte deshalb vor allem auf eine nachlassende Verkaufsbereitschaft zurückzuführen sein. Verkäufer werden zunehmend erschöpft, wodurch der Abwärtsdruck sinkt. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass bereits neue Käufer in ausreichendem Umfang in den Markt zurückkehren.
Darkfost wertet die Beruhigung dennoch als wichtigen ersten Schritt. Ohne eine deutliche Erholung der Spotnachfrage bleibt die Lage jedoch fragil. Sollte eine neue Verkaufswelle auftreten, könnte die mehrmonatige Konsolidierung nach unten aufgelöst werden. Für eine belastbare Trendwende müssten Spotkäufer und Futures-Trader wieder gemeinsam für steigende Nachfrage sorgen.
Bitcoin erlebt 2026 historische Schwäche
Auch der historische Vergleich der Quartalsrenditen zeigt, wie außergewöhnlich schwach Bitcoin 2026 bislang abgeschnitten hat. Nach Daten von Coinglass verlor die Kryptowährung im ersten Quartal 22,2 Prozent. Im zweiten Quartal folgte ein weiterer Rückgang von 14,09 Prozent. Zusammengerechnet auf Basis der aufeinanderfolgenden Kursentwicklung ergibt sich für das erste Halbjahr damit ein Verlust von rund 33 Prozent.
Zwei negative Quartale hintereinander sind bei Bitcoin zwar nicht einmalig, treten jedoch vor allem während ausgeprägter Bärenmärkte auf. Ein besonders drastisches Beispiel war 2022. Damals verlor Bitcoin im ersten Quartal 1,46 Prozent, im zweiten Quartal sogar 56,2 Prozent. Anschließend folgten auch im dritten und vierten Quartal weitere Verluste. Ebenfalls schwach verlief das Jahr 2018, als drei der vier Quartale negativ endeten.
In bullischen Marktphasen fällt das Bild dagegen völlig anders aus. 2017 erzielte Bitcoin in jedem Quartal zweistellige oder sogar dreistellige Gewinne. Auch 2020 folgten auf ein schwaches erstes Quartal drei starke Quartale, wobei Bitcoin allein im Schlussquartal um 168,02 Prozent stieg. 2023 und 2024 waren ebenfalls überwiegend von positiven Renditen geprägt.
Das dritte Quartal 2026 brachte zuletzt immerhin ein Plus von 10,38 Prozent. Damit wurde die Serie negativer Quartale zunächst beendet. Der Anstieg reicht allerdings noch nicht aus, um die hohen Verluste des ersten Halbjahres auszugleichen. Historisch betrachtet wäre eine Verbesserung der Quartalsperformance zwar ein erstes konstruktives Signal. Ohne eine gleichzeitig steigende Spotnachfrage bleibt jedoch offen, ob daraus tatsächlich ein neuer Bitcoin-Bullenmarkt entstehen kann.
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