Bitcoin befindet sich weiterhin in einem ausgeprägten Bärenmarkt. Vom bisherigen Allzeithoch hat die größte Kryptowährung zeitweise rund 50 Prozent verloren, während die jüngste Kursentwicklung von geringer Dynamik und wiederkehrendem Verkaufsdruck geprägt war. Dennoch mehren sich vorsichtige Hinweise auf eine mögliche Stabilisierung. Das bisherige Bärenmarkttief im Bereich von 58.000 bis 60.000 US-Dollar hält mittlerweile seit etwa sechs Monaten.

Zuletzt konnte sich Bitcoin erneut bei rund 65.000 US-Dollar festigen. Gleichzeitig zeigen On-Chain-Daten eine auffällige Entwicklung: Besonders langfristige Bitcoin-Halter, häufig als Bitcoin-OGs bezeichnet, bewegen derzeit wieder größere Mengen ihrer lange ruhenden Coins.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Bitcoin-Wale kauften innerhalb von 30 Tagen rund 48.000 BTC hinzu.
  • Über 60 Tage akkumulierten große Wallets insgesamt etwa 66.700 Bitcoin.
  • Mittelgroße Anleger verkauften gleichzeitig rund 77.800 BTC am Markt.
  • Wal-Bestände stiegen trotz schwacher Kurse wieder auf 3,09 Millionen Bitcoin.

Bitcoin-OGs bewegen Tausende Coins – doch verkaufen sie wirklich?

Aktuelle On-Chain-Daten zeigen eine deutliche Zunahme sogenannter „Spent Outputs“ bei besonders alten Bitcoin-Beständen. Betroffen sind vor allem Coins, die seit fünf bis sieben beziehungsweise sieben bis zehn Jahren nicht mehr bewegt wurden. An einzelnen Tagen sollen die entsprechenden Ausschläge mehr als 5.000 BTC erreicht haben. Damit werden derzeit erhebliche Bestände aktiviert, die über mehrere Marktzyklen hinweg unangetastet geblieben waren.

Allerdings bedeutet eine solche Bewegung nicht automatisch, dass die Besitzer ihre Bitcoin verkaufen. Das zugrunde liegende UTXO-Modell registriert grundsätzlich jede Ausgabe eines bisherigen Bitcoin-Outputs. Bereits die Übertragung auf eine neue eigene Wallet führt deshalb dazu, dass die alten Coins als „spent“ erscheinen. Langfristige Halter können ihre Bestände beispielsweise aufgrund verbesserter Sicherheitsstandards, neuer Hardware-Wallets oder einer organisatorischen Konsolidierung verschiedener Adressen verschieben.

Für einen tatsächlichen Verkauf müssten die Bewegungen typischerweise mit steigenden Zuflüssen zu zentralisierten Kryptobörsen zusammenfallen. Genau dafür gibt es laut der dargestellten Analyse aktuell jedoch keine eindeutigen Hinweise. Die aktivierten Outputs scheinen nicht in vergleichbarem Umfang auf Börsenadressen zu wandern. Daher könnte es sich überwiegend um interne Transfers statt um unmittelbaren Verkaufsdruck handeln.

Auffällig ist dennoch das Timing. Die alten Bestände wurden verstärkt bewegt, als Bitcoin erneut den Bereich um 60.000 US-Dollar testete. Ein ähnliches Verhalten war bereits im Februar und März zu beobachten. Die Daten zeigen somit, dass erfahrene Langzeitinvestoren auf die aktuelle Marktphase reagieren. Solange jedoch keine erhöhten Börsenzuflüsse folgen, lässt sich daraus noch kein massiver Abverkauf durch Bitcoin-OGs ableiten.

Bitcoin-Wale nutzen die Schwächephase zur Akkumulation

Während Bitcoin weiterhin deutlich unter seinem bisherigen Allzeithoch notiert, haben große Marktteilnehmer die jüngste Schwäche offenbar verstärkt zum Aufbau neuer Positionen genutzt. Besonders auffällig ist die Gruppe der Wallets mit Beständen zwischen 1.000 und 10.000 BTC. Laut den dargestellten CryptoQuant-Daten kauften diese Großinvestoren innerhalb von nur 30 Tagen rund 48.000 Bitcoin hinzu. Über einen Zeitraum von 60 Tagen soll die gesamte Akkumulation großer Wallets sogar etwa 66.700 BTC erreicht haben.

Damit verhalten sich die sogenannten Wale deutlich anders als mittelgroße Marktteilnehmer. Letztere reduzierten ihre Bestände in den vergangenen zwei Monaten demnach um rund 77.800 BTC. Ein erheblicher Teil dieses Angebots wurde offenbar von größeren Investoren aufgenommen. Bitcoin wechselte somit von kleineren beziehungsweise mittelgroßen Adressen in Wallets mit deutlich höheren Beständen.

Die Gesamtmenge der Bitcoin in Wallets zwischen 1.000 und 10.000 BTC stieg zuletzt wieder auf ungefähr 3,09 Millionen BTC. Damit erreichte diese Gruppe einen ähnlichen Bestand wie vor dem starken Kursrückgang im Februar, obwohl der Bitcoin-Preis inzwischen wesentlich niedriger liegt. Besonders bemerkenswert ist, dass sich das Kauftempo zuletzt auf den höchsten Stand seit mehreren Monaten beschleunigte.

Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass größere Investoren nicht auf eine vollständige Marktberuhigung warten, sondern gezielt in fallende Kurse hinein akkumulieren. Dadurch wird Verkaufsdruck anderer Anleger absorbiert. Zugleich sinkt potenziell das liquide Angebot, sofern die erworbenen Coins langfristig gehalten und nicht kurzfristig an Börsen transferiert werden. Eine unmittelbare Trendwende lässt sich daraus zwar nicht sicher ableiten. Die Daten zeigen jedoch, dass kapitalstarke Marktteilnehmer die aktuelle Bewertung offenbar zunehmend als attraktive Einstiegszone betrachten.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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