Bitcoin befindet sich weiterhin in einem ausgeprägten Bärenmarkt. Der Kurs notiert rund 50 Prozent unter seinem Allzeithoch und konnte zuletzt nur wenig nachhaltige Dynamik entwickeln. Statt einer klaren Trendwende dominierten über weite Strecken Schwäche und Unsicherheit. Dennoch mehren sich inzwischen vorsichtig optimistische Stimmen.
Einige Analysten halten einen neuen bullischen Trend für möglich, weil sich das bisherige Bärenmarkttief seit etwa sechs Monaten stabil zeigt. Der Bereich zwischen 58.000 und 60.000 US-Dollar wurde mehrfach verteidigt. Diese Bodenbildung könnte darauf hindeuten, dass der Verkaufsdruck nachlässt. Vollständig beendet ist der Bärenmarkt nach Einschätzung von Grayscale jedoch noch nicht.
Das Wichtigste im Überblick:
- Bitcoin notiert rund 50 Prozent unter seinem bisherigen Allzeithochniveau.
- Das Bärenmarkttief zwischen 58.000 und 60.000 Dollar hält bislang.
- Grayscale hält eine Fortsetzung bis September oder Oktober für möglich.
- Schwache ETF-Zuflüsse und ausbleibende Unternehmenskäufe belasten die aktuelle Erholung..
Grayscale warnt: Bitcoin-Bärenmarkt könnte bis Oktober anhalten
Grayscale hält es weiterhin für möglich, dass sich der aktuelle Bitcoin-Bärenmarkt bis September oder Oktober 2026 hinzieht. Grundlage dieser Einschätzung ist zunächst der traditionelle Vierjahreszyklus. In früheren Marktphasen erreichte Bitcoin sein endgültiges Tief häufig ungefähr zwölf Monate nach dem vorherigen Hoch. Zugleich lagen die maximalen Kursverluste historisch teilweise bei rund 80 Prozent. Sollte sich dieses Muster erneut durchsetzen, wäre der aktuelle Rückgang zeitlich möglicherweise noch nicht vollständig abgeschlossen.
Grayscale: Bitcoin Bear Market Could Last Until September or October
Grayscale said Bitcoin’s current bear market could continue until September or October if the traditional four-year cycle holds, as previous downturns typically bottomed about a year after the market peak and… pic.twitter.com/w3oxaWTO0M
— Wu Blockchain (@WuBlockchain) July 23, 2026
Allerdings verlässt sich Grayscale nicht ausschließlich auf historische Zyklen. Das Unternehmen geht davon aus, dass Bitcoin zunehmend zu einem reiferen und stärker makroökonomisch geprägten Vermögenswert wird. Damit dürften Wirtschaftswachstum, Liquidität und reale Zinsen eine immer größere Rolle spielen.
Besonders wichtig ist der reale US-Zins, also der Nominalzins abzüglich der Inflation. Steigende Realzinsen erhöhen die Attraktivität sicherer verzinster Anlagen und können spekulative Assets wie Bitcoin belasten.
Zusätzlich verweist Grayscale auf den ISM-Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie. Eine Verbesserung dieses Indikators könnte eine robustere Konjunktur und eine höhere Risikobereitschaft signalisieren. Bleibt die US-Wirtschaft stabil und verzichtet die Federal Reserve auf weitere Zinserhöhungen, könnte Bitcoin sein Tief bereits erreicht haben. Verschlechtern sich die Konjunkturdaten oder steigen die Realzinsen erneut deutlich, wäre dagegen eine Fortsetzung des Bärenmarktes bis in den Herbst plausibel.
Grayscale beschreibt damit kein festes Kursziel, sondern zwei mögliche Szenarien, deren Eintritt vor allem von der weiteren makroökonomischen Entwicklung abhängt.
Schwache institutionelle Nachfrage belastet Bitcoin zusätzlich
Ein weiterer Belastungsfaktor für Bitcoin ist die aktuell deutlich nachlassende institutionelle Nachfrage. Nach den vorliegenden Daten verzeichneten die Spot-Bitcoin-ETFs innerhalb von 30 Tagen einen negativen Kapitalfluss von rund 2,1 Milliarden US-Dollar. Zwar werden diese Produkte nicht ausschließlich von institutionellen Investoren genutzt, dennoch zeigen die Abflüsse, dass derzeit weniger frisches Kapital über regulierte Anlagevehikel in den Markt gelangt.
Auch Strategy, das Unternehmen mit den größten Bitcoin-Beständen unter den börsennotierten Firmen, sorgt momentan kaum für zusätzliche Nachfrage. Die Käufe bewegen sich seit mehreren Wochen nahezu bei null. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei anderen Bitcoin-Treasury-Unternehmen, die unter dem Bärenmarkt, sinkenden Aktienkursen und schwierigeren Finanzierungsbedingungen leiden. Dadurch können sie weniger Kapital aufnehmen, um weitere Bitcoin zu erwerben.
📊 Here's another chart that sums up the state of institutional demand very well.
In it, we can track the evolution of demand coming from spot Bitcoin ETFs, Treasury companies, and, of course, Strategy.
➤ ETFs are currently showing a 30-day change of -$2.1B. Granted,… pic.twitter.com/kJFP5sWXSK
— Darkfost (@Darkfost_Coc) July 22, 2026
Besonders deutlich wird der Rückgang im historischen Vergleich: Im August 2025 soll die Nachfrage von ETFs, Strategy und Treasury-Unternehmen noch bei rund 6,6 Milliarden US-Dollar gelegen haben. Damals notierte Bitcoin bei ungefähr 115.000 US-Dollar. Beim aktuellen Kursniveau um 65.000 US-Dollar ist diese Nachfrage nahezu vollständig verschwunden.
Damit fehlt dem Markt ein wichtiger Käuferblock. Ohne konstante institutionelle Zuflüsse kann Verkaufsdruck schwerer absorbiert werden, wodurch nachhaltige Erholungen und ein Ausbruch aus dem Bärenmarkt erschwert werden.
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