Bitcoin steckt weiterhin in einem ausgeprägten Bärenmarkt. Vom bisherigen Allzeithoch hat die größte Kryptowährung rund 50 Prozent verloren, während zwischenzeitliche Erholungen bislang keine nachhaltige Trendwende einleiten konnten. Statt Stärke dominierte zuletzt erneut Verkaufsdruck, sodass viele Anleger vorsichtig bleiben.
Dennoch mehren sich inzwischen Hinweise darauf, dass sich der Markt einer Bodenbildung nähern könnte. Besonders On-Chain-Indikatoren liefern erste konstruktive Signale. Einer davon ist das sogenannte Puell Multiple, das aktuell in einen historisch niedrigen Bereich gefallen ist. Sollte sich das Muster früherer Marktzyklen wiederholen, könnte Bitcoin damit eine Phase erreicht haben, in der sich langfristig attraktive Einstiegsmöglichkeiten ergeben.
Das Wichtigste im Überblick:
- Bitcoin liegt weiterhin rund fünfzig Prozent unter seinem bisherigen Allzeithoch.
- Puell Multiple signalisiert historisch eine mögliche bevorstehende Bodenbildung bei Bitcoin.
- MVRV Z-Score zeigt Bitcoin noch nicht klar historisch unterbewertet an.
- Dennoch ist Bitcoin laut Metrik so günstig wie seit 2023.
Puell Multiple signalisiert mögliche Bodenbildung bei Bitcoin
Das Puell Multiple ist ein On-Chain-Indikator, der die täglichen Einnahmen der Bitcoin-Miner ins Verhältnis zu ihrem langfristigen Durchschnitt setzt. Konkret wird der tägliche US-Dollar-Wert der neu geschaffenen Bitcoin mit dem gleitenden 365-Tage-Durchschnitt dieser Einnahmen verglichen. Dadurch lässt sich erkennen, ob die Miner momentan außergewöhnlich hohe oder ungewöhnlich niedrige Umsätze erzielen.
Ein stark fallendes Puell Multiple deutet darauf hin, dass die Einnahmen der Miner deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt liegen. Dies geschieht häufig nach kräftigen Kursverlusten, wenn der Wert der täglich geschürften Bitcoin sinkt. Für Miner entsteht dadurch wirtschaftlicher Druck. Weniger profitable Marktteilnehmer müssen ihre Bestände verkaufen, Maschinen abschalten oder den Betrieb reduzieren. Solche Kapitulationsphasen traten historisch häufig in der Nähe größerer Markttiefs auf.
#Bitcoin has dipped into the oversold territory on the Puell Multiple.
The last times that we've hit those ranges, it formed the bottom shortly after.
It's been the same on the bottom of 2015, 2018, 2020 and 2022.
This time won't be different. pic.twitter.com/HECfUf6VHO
— Michaël van de Poppe (@CryptoMichNL) July 24, 2026
Nach Einschätzung des Analysten Michaël van de Poppe ist das Puell Multiple nun erneut in einen überverkauften Bereich gefallen. Vergleichbare Werte wurden laut seiner Analyse während der Bodenbildungen der Jahre 2015, 2018, 2020 und 2022 beobachtet. In diesen Fällen folgte das endgültige Bitcoin-Tief teilweise erst kurze Zeit nach dem Signal, bevor eine längerfristige Erholung begann.
Daraus ergibt sich die Prognose, dass auch der aktuelle Bärenmarkt seinem Ende näherkommen könnte. Das Signal bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass Bitcoin bereits den exakten Tiefpunkt erreicht hat. Weitere Rücksetzer und eine längere Seitwärtsphase bleiben möglich. Historisch betrachtet spricht das niedrige Puell Multiple jedoch dafür, dass das langfristige Abwärtspotenzial zunehmend begrenzt sein könnte.
MVRV Z-Score nähert sich historischer Unterbewertung
Auch der MVRV Z-Score deutet darauf hin, dass Bitcoin inzwischen deutlich günstiger bewertet ist als noch während der vorherigen Hochphase. Die On-Chain-Metrik vergleicht die aktuelle Marktkapitalisierung mit der sogenannten realisierten Marktkapitalisierung. Letztere bewertet jeden Bitcoin zu dem Preis, zu dem er zuletzt bewegt wurde. Dadurch soll besser sichtbar werden, ob der aktuelle Marktwert stark von der Kostenbasis der Anleger abweicht.
Der Z-Score berücksichtigt zusätzlich die historische Schwankungsbreite dieser Differenz. Sehr hohe Werte signalisierten in früheren Zyklen häufig eine deutliche Überbewertung und traten oftmals in der Nähe größerer Markthochs auf. Werte im grünen Bereich unterhalb von null standen dagegen regelmäßig für eine ausgeprägte Unterbewertung und markierten teilweise attraktive langfristige Akkumulationsphasen.
Aktuell liegt der MVRV Z-Score zwar noch oberhalb dieser klassischen Unterbewertungszone. Bitcoin ist nach dieser Kennzahl somit noch nicht eindeutig historisch unterbewertet. Dennoch zeigt die Entwicklung eine massive Abkühlung: Der Wert ist seit den Hochständen von 2024 und 2025 deutlich gefallen und befindet sich nun auf dem niedrigsten Niveau seit 2023.
Damit liegt Bitcoin zumindest nahe an einem Bereich, der in früheren Marktphasen zunehmend günstige Bewertungen signalisierte. Sollte der Z-Score weiter in Richtung null oder sogar in den negativen Bereich sinken, würde dies die These einer ausgeprägten Bodenbildung zusätzlich unterstützen. Bereits jetzt zeigt die Metrik jedoch, dass ein großer Teil der vorherigen Überbewertung abgebaut wurde.
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