Mit dem abrupten Abrutschen des Bitcoin Preises gerät die Krypto Landschaft deutlich unter Druck. Auf dem Tageschart formt sich eine klassische Bear-Flag-Struktur. Parallel dazu steigt die Nervosität an den globalen Märkten. Während Risikoassets abverkauft werden, fließt Kapital aggressiv in sichere Häfen. Gold zieht spürbar an und entfernt sich weiter von Bitcoin.
Das Wichtigste in Kürze:
- Bitcoin gerät unter Druck und bildet auf dem Tageschart eine Bear Flag.
- Steigende Bond-Renditen, vor allem in Japan, sorgen für massive Risikoaversion.
- Gold steigt stark an, während Bitcoin weiter als Risikoasset gehandelt wird.
- Wichtige Unterstützungen liegen bei 76.000 bis 74.000 sowie im Bereich um 70.000 US-Dollar.
- Solange der Bondmarkt unter Stress steht, bleibt die Volatilität hoch.
Der Auslöser liegt abseits des Kryptomarkts, der globale Bondmarkt steht unter starker Spannung. Besonders auffällig ist die Entwicklung in Japan. Dort schossen einzelne Renditen innerhalb eines Tages um 7,8 Prozent bis über 8 Prozent nach oben. Steigende Renditen bedeuten fallende Anleihekurse, Investoren sichern sich ab und rechnen mit wirtschaftlichen Verwerfungen, was ein klares Stresssignal am Markt darstellt. Rezessionsängste treiben die Investoren damit weiter in die Defensive.
Dieses Verhalten zeigt sich fast spiegelbildlich im Goldchart. Innerhalb von 72 Stunden legte Gold vom lokalen Tief bis zum Hoch um mehr als 6 Prozent zu. Bei einer Marktkapitalisierung von rund 20 Billionen US-Dollar entspricht das enormen Kapitalströmen. Der Markt sucht Schutz. Bitcoin profitiert davon bislang nicht.
BREAKING: Gold just hit a new all-time high of $4,875 for the first time in history.
In the last 2 years, gold has added $19 trillion to its market cap, that’s 10x of Bitcoin’s total mcap.
I’m not sure when, but once gold tops, this money will flow into Bitcoin and start a… pic.twitter.com/W94E2LK6Zh
— Ash Crypto (@AshCrypto) January 21, 2026
Stattdessen läuft die Korrelation eher mit dem S&P 500, der ebenfalls unter Druck steht.
Großanleger bleibt auf Bitcoin Kurs
Besonders auffällig ist die Reaktion auf die letzten Käufe von Michael Saylor. Strategy erwarb weitere 22.000 Bitcoin im Wert von rund 2 Milliarden US-Dollar. Trotz dieses massiven Kaufvolumens setzte sich der Abverkauf fort. Das zeigt klar, wie dominant das Makro-Umfeld aktuell wirkt. Bitcoin wird weiterhin als Risikoasset gehandelt. Gold übernimmt erneut die klassische Absicherungsrolle.
Auch technisch verschlechtert sich die Lage. Bitcoin rutschte unter eine wichtige aufwärtsgerichtete Support-Linie, die zuvor mehrfach gehalten hatte. Zuvor war bereits der Ausbruch über eine mehrmonatige Widerstandszone gescheitert. Die Rückeroberung blieb aus, der Markt drehte zügig nach unten. Mit dem Bruch der Aufwärtstrendlinie nimmt der Verkaufsdruck spürbar zu, was die Bitcoin Prognose düsterer werden lässt.
Experte “Crypto Rover” sieht klaren Bruch der Trendlinie, Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=WGbKCxEeTvw
Auf dem Tageschart bestätigt sich die Bear Flag. Sollte es zu einem sauberen Breakdown kommen, rücken mehrere Liquiditätszonen in greifbare Weite. Die erste Zone liegt zwischen 76.000 und 74.000 US-Dollar. Darunter öffnet sich Raum bis in den Bereich um 70.000 US-Dollar. Dort sammelt sich seit Wochen auffällige Liquidität. Wie schon in der Vergangenheit öfter gesehen könnte das zu einer Trendwende führen, doch bis hanin liegt noch einiges an Kursdifferenz.
Aktienmarkt bleibt unbeeindruckt
Ein Blick auf den Aktienmarkt liefert zusätzliche Hinweise. Der S&P 500 notiert aktuell rund 2 Prozent unter dem Allzeithoch. In früheren Stressphasen, etwa während des letzten Zoll-Crashs, folgten Rückgänge von bis zu 20 Prozent. Bitcoin reagierte in solchen Phasen überproportional. Damals entsprach das einer Korrektur von rund 12 Prozent vom Hoch. Dieses Muster bleibt relevant, solange die Bondmärkte weiter eskalieren.
Trotz kurzfristigem Rückgang zeigt S&P500 einen klaren Trend, Quelle: www.tradingview.com
Die 200-Tage-Linie spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Historisch wurde sie in jedem größeren Zyklus zumindest getestet. Aktuell liegt sie deutlich unter dem Kursniveau. Ein direkter Anlauf ist nicht ausgeschlossen, auch wenn zuvor noch eine Zwischenerholung möglich bleibt. Frühere Zyklen zeigten oft einen scharfen Abverkauf, gefolgt von einer kräftigen Relief-Rallye.
Bitcoin Liquidations-Cluster
Liquidität baut sich derzeit auf beiden Seiten auf. Unterhalb liegen Cluster bei 84.000 bis 83.000 US-Dollar sowie deutlich tiefer im Bereich um 70.000 US-Dollar. Oberhalb wartet größere Liquidität erst wieder jenseits von 110.000 US-Dollar. Diese Konstellation spricht für anhaltende Volatilität, bis eine Seite klar aufgelöst wird.
Ethereum zeigt als Bitcoin Alternative erste Stabilisierungstendenzen, bleibt jedoch klar im Schatten von Bitcoin. Solange Bitcoin unter Druck steht und der Bondmarkt weiter Stress signalisiert, fehlt Altcoins der nötige Spielraum. Gold bleibt der Profiteur dieser Phase, Bitcoin hingegen reagiert sensibel auf makroökonomische Schocks.
Der übergeordnete Zyklus bleibt damit intakt, wird jedoch durch externe Faktoren ausgebremst. Ob der Markt weitere Panik sieht oder eine technische Gegenbewegung einsetzt, hängt stark von den Entwicklungen an den Anleihemärkten ab.
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