Der US-Arbeitsmarkt hat im Juli überraschend 23.000 Stellen abgebaut, statt der von Ökonomen erwarteten 95.000 neuen Jobs. Bitcoin reagierte nur verhalten mit einem Plus von 1,06 Prozent auf 64.938 US-Dollar und bleibt technisch im sogenannten Death Cross gefangen.
Das Wichtigste im Überblick:
- US-Arbeitsmarkt verlor im Juli 23.000 Stellen – der erste Rückgang seit der Pandemie-Erholung
- CME FedWatch senkte die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September von 55 auf 40 Prozent
- Bitcoin notiert bei 64.938 US-Dollar, bleibt aber unter dem 50-Tage- und 200-Tage-EMA
- Prediction-Market Myriad sieht 65 Prozent Wahrscheinlichkeit für einen Rückgang auf 55.000 Dollar vor einer Erholung
Schwächster Arbeitsmarktbericht seit der Pandemie
Der Juli-Bericht markiert laut Decrypt den ersten Nettostellenverlust seit der pandemiebedingten Erholungsphase. Die Arbeitslosenquote sank zwar leicht auf 4,1 Prozent, allerdings nur, weil deutlich mehr Menschen den Arbeitsmarkt komplett verlassen haben.
Auch die Vormonate wurden nach unten korrigiert: Der Juni-Zuwachs wurde von ursprünglich 57.000 auf nur noch 20.000 Stellen revidiert, die Mai-Zahlen fast halbiert. Das Bild eines sich abkühlenden Arbeitsmarkts verdichtet sich damit über mehrere Berichte hinweg, ein Zusammenhang, den auch unsere Analyse zu Payrolls und Bitcoins Unterstützungsniveaus beleuchtet.
Zinserwartungen sinken, Bitcoin bleibt unter Druck
Das CME FedWatch Tool reagierte umgehend: Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September fiel von 55 auf 40 Prozent. Parallel gaben die Treasury-Renditen nach, und der US-Dollar verlor 0,5 Prozent an Wert – Bewegungen, die klassischerweise Rückenwind für Risikoanlagen wie Bitcoin liefern.
Bitcoin legte daraufhin um 1,06 Prozent beziehungsweise 683 US-Dollar auf 64.938 Dollar zu. Der Kurs bleibt damit aber weiterhin unter seinem 50-Tage- und 200-Tage-EMA gefangen – jener Konstellation, die als Death Cross bezeichnet wird, wenn der kürzere gleitende Durchschnitt unter dem längeren notiert und damit auf eine mittelfristig bearishe Tendenz hindeutet.
Seit dem Hoch bei rund 80.000 Dollar Mitte Mai fiel Bitcoin bis Juli auf ein Tief von etwa 58.000 Dollar. Die Erholung seither hat sich laut Decrypt eher in eine seitwärts verlaufende Konsolidierung verwandelt, ohne dass der Kurs eine der beiden Durchschnittslinien nachhaltig zurückerobern konnte. Der RSI notiert bei neutralen 54,6 Punkten – ein Momentum-Indikator, der weder auf eine überkaufte noch auf eine überverkaufte Marktlage hindeutet.
Bull- und Bear-Case im technischen Bild
Für ein bullisches Szenario müsste Bitcoin einen Tagesschluss oberhalb des 50-Tage-EMA und der 66.000-Dollar-Marke schaffen, was den Weg zum 200-Tage-EMA und zur Widerstandszone um 72.000 Dollar öffnen würde. Ein weicherer Fed-Kurs und ein schwächerer Dollar liefern dafür grundsätzlich fundamentale Argumente, wie auch unsere Einordnung zur Fed-Zinspolitik zeigt.
Der Bear-Case bleibt jedoch intakt: Ein Bruch unter die 60.000-Dollar-Marke würde die Abwärtsstruktur bestätigen und den Weg zurück zum Juli-Tief bei 58.000 Dollar öffnen. Auf dem Prediction-Market Myriad, betrieben von Decrypts Mutterunternehmen Dastan, preisen Trader derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 65 Prozent für einen Rückgang auf 55.000 Dollar ein, bevor eine Erholung Richtung 84.000 Dollar überhaupt in Reichweite käme.
Was Anleger jetzt im Blick behalten sollten
- 60.000-Dollar-Marke: Ein Tagesschluss darunter würde die Tür zum Juli-Tief bei 58.000 Dollar wieder öffnen.
- 50-Tage-EMA und 66.000 Dollar: Ein Ausbruch darüber wäre das erste technische Signal gegen das Death Cross.
- Fed-Kommunikation: Weitere Konjunkturdaten könnten die Zinserwartungen kurzfristig erneut verschieben, wie auch unser Überblick zu anstehenden Terminen zeigt.
Solange Bitcoin die 50-Tage-Linie nicht zurückerobert, bleibt die Ausgangslage nach unserer Einschätzung fragil – der makroökonomische Rückenwind allein reicht bislang nicht aus, um das technisch bearishe Bild aufzulösen.
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