Bitcoin hat mit dem Kursanstieg exakt jene Zone erreicht, vor der auf dem YouTube-Kanal von “Crypto Wall Street” seit Tagen gewarnt wurde. Der Analyst spricht von einer klassischen Absicherungsphase. Trotz steigender Kurse wurden Swing-Long-Positionen deutlich reduziert, parallel dazu begann der Aufbau erster Short-Positionen. Nicht aus Panik, sondern aus reinem Risikomanagement.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Experte reduziert Long-Positionen und baut gezielt Short-Setups auf.
  • Der Bitcoin-Kurs läuft in eine massive Widerstandszone zwischen 97.500 und 100.000 US-Dollar.
  • Der 50er Weekly EMA gilt als zentrale Entscheidungsmarke und wurde erstmals seit November erneut getestet.
  • Onchain-Daten zeigen erhöhten Verkaufsdruck durch Kurzzeithalter rund um 98.000 US-Dollar.
  • Unterhalb des aktuellen Kurses liegt deutlich mehr Liquidität, mit Teilbereichen bei 94.000 sowie 92.000 bis 90.000 US-Dollar.
  • Ein bärisches Szenario sieht mögliche Zielbereiche zwischen 77.200 und 68.000 US-Dollar.
  • Der aktuelle Kursanstieg wird als technischer Rücklauf gewertet, nicht als Bestätigung eines neuen Aufwärtstrends.

Bitcoin in der Gefahrenzone

Laut Crypto Wall Street ist Bitcoin in einen Bereich vorgestoßen, der technisch kaum heikler sein könnte. In der Zone rund um 97.500 US-Dollar stößt der Kurs auf den 50er Weekly EMA.Nach dem Verlust dieses gleitenden Durchschnitts im November wurde genau dieser Rücklauf mehrfach als mögliches Ziel genannt. Historisch folgten auf solche Tests häufig stärkere Abwärtsbewegungen.

Klare Gefahrenzone erreicht, Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=cgq64X_wplQ

Zusätzlich verdichten sich zwischen 97.500 und knapp unter 100.000 US-Dollar mehrere EMA-Ribbons in der Bitcoin Prognose. Auch im Daily Chart bleibt der übergeordnete Trendbereich beim Analysten rot markiert. Solange dieser Bereich nicht nachhaltig überwunden wird, bleibt das Marktumfeld aus Sicht des Experten klar bärisch. Besonders kritisch bleibt die Zone bis etwa 104.500 US-Dollar. Erst oberhalb davon wäre die aktuelle Marktstruktur ernsthaft infrage gestellt.

Kurzzeithalter bringen Bitcoin unter Druck

Ein zentrales Argument liefert auch die Onchain-Perspektive. Der durchschnittliche Einstiegspreis der Kurzzeithalter liegt derzeit nahe 98.000 US-Dollar. Genau diese Gruppe stand über Wochen deutlich unter Wasser. Sobald der Kurs diesen Bereich erreicht, steigt erfahrungsgemäß der Verkaufsdruck. Viele Marktteilnehmer nutzen solche Rückläufe, um Positionen glattzustellen oder zumindest auf Einstand zu verkaufen.

Hinzu kommt die psychologische Marke bei 100.000 US-Dollar. Dort bündeln sich Erwartungen, Stops und Liquidität. Oberhalb warten weitere massive Hürden, darunter der 200er Daily EMA im Bereich um 99.500 US-Dollar sowie höhere gleitende Durchschnitte im Weekly Chart. Der Markt läuft damit frontal in eine Zone, in der Verkäufer strukturell im Vorteil bleiben.

Auch die Liquiditätsdaten sprechen eine klare Sprache. Unterhalb des aktuellen Kurses liegt deutlich mehr offene Liquidität als darüber. Besonders auffällig sind Cluster im Bereich um 94.000 sowie zwischen 92.000 und 90.000 US-Dollar. Sollte Bitcoin aus der aktuellen Widerstandszone nach unten drehen, könnten diese Bereiche schnell angesteuert werden. Kurzfristige Reaktionen nach oben sind dort möglich, werden aber nicht als nachhaltige Trendwende eingeordnet.

Crypto Wall Street nennt für ein bärisches Szenario mögliche Zielbereiche zwischen 77.200 und 68.000 US-Dollar. Dort liegen frühere Nachfragezonen sowie markante Levels aus höheren Zeitebenen. Spot-Käufe bleiben dort zwar interessant, allerdings ausschließlich gestaffelt. Aktuell legen viele Investoren das Hauptaugenmerk auf Kapitalerhalt und Flexibilität.

Bitcoin Shorts in der Überhand

Zusätzliche Vorsicht ergibt sich aus der aktuellen Marktpositionierung. In den vergangenen Tagen kamen deutlich mehr Long- als Short-Positionen in den Markt. Gleichzeitig stieg das kumulierte Liquidationspotenzial auf über 16 Milliarden US-Dollar. Solche Konstellationen hatten in der Vergangenheit häufig scharfe Rücksetzer zur Folge, sobald die Aufwärtsdynamik nachließ.

Die Liquitation Heatmap spricht eine klare Sprache, Quelle: https://www.coinglass.com/pro/futures/LiquidationHeatMap?coin=BTC

Auch auf regulatorischer Ebene bleibt das Umfeld angespannt. Der geplante Markup zum Crypto Market Structure Gesetz wurde kurzfristig verschoben, nachdem Coinbase öffentlich seine Unterstützung zurückgezogen hatte. Kritisiert wurden unter anderem Einschränkungen für DeFi, Stablecoin-Modelle und der Datenschutz. Die Unsicherheit nimmt damit weiter zu.

Unterm Strich bleibt die Einschätzung von Crypto Wall Street klar: Der aktuelle Anstieg wird nicht als Startschuss für einen neuen Bullenmarkt gewertet, sondern als technischer Rücklauf in einen übergeordneten Abwärtstrend. Solange zentrale Widerstände nicht überzeugend überwunden werden, bleibt Absicherung das dominante Thema.

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Stefan Haas
Stefan Haas

Nach dem Maschinenbaustudium war Stefan mehrere Jahre als leitender Angestellter tätig, bevor er 2020 in die Selbstständigkeit wechselte. Erste Berührungspunkte mit Bitcoin hatte er bereits 2016 – damals noch im kurzfristigen Trading. Später baute und betrieb er ein eigenes Mining... Mehr lesen

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