Kryptowährungen notieren in der ersten Woche des Jahres 2026 etwas fester. Bitcoin kletterte zurück über die Marke von 91.000 US-Dollar, Ethereum behauptete sich oberhalb von 3.000 US-Dollar. Wie üblich war der Jahresauftakt von geringer Liquidität und zurückhaltendem Handelsvolumen geprägt, größere Ausbrüche blieben aus.

Dennoch verlief die Woche nicht ereignislos: Erste politische, regulatorische und technologische Signale sorgten für neue Impulse und lieferten Anlegern frühe Orientierung für das noch junge Krypto-Jahr 2026.

Während Memecoins aktuell von einer Kapitalrotation profitieren, könnte sich ein Blick auf die Top Krypto News der Woche aus unserem 99b Weekly Crypto Check lohnen:

Das Wichtigste im Überblick:

  • James Wynn sieht 2026 enormes Aufholpotenzial für PEPE im laufenden Bullenmarkt.
  • Iran akzeptiert erstmals offen Kryptowährungen für staatliche Waffenexporte trotz Sanktionen.
  • Ethereum erzielte 2025 massive technische Fortschritte bei Skalierung, Nodes und Zero-Knowledge-Technologie.
  • Bitcoin durchbricht erstmals den historischen Vierjahreszyklus.
  • Ein gehacktes Market-Maker-Konto ermöglichte Kursmanipulation über Spot- und Perpetual-Handel.
  • On-Chain-Derivate und Prediction Markets erwiesen sich 2025 als stärkste DeFi-Wachstumstreiber.
  • Ethereum plant mit Hegota Ende 2026 ein weiteres großes Upgrade.
  • Zcash steht vor einem begrenzten Zeitfenster für nachhaltigen Durchbruch.
  • China wertete den digitalen Yuan auf und erlaubt ab 2026 erstmals Verzinsung.

James Wynn sieht enormes PEPE-Potenzial

Der bekannte Krypto-Trader James Wynn sorgte in der vergangenen Woche mit einer bullischen Einschätzung zu PEPE für Aufmerksamkeit. Wynn, der in früheren Marktphasen durch aggressive Memecoin-Trades bekannt wurde, argumentierte öffentlich, dass der laufende Krypto-Zyklus noch nicht abgeschlossen sei. Sollte sich der Bullenmarkt fortsetzen, könnten Memecoins erneut stark von Kapitalzuflüssen profitieren.

In seinem Kommentar verwies Wynn auf historische Vergleiche: Shiba Inu erreichte im letzten Zyklus zeitweise rund 41 Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung, Dogecoin sogar etwa 88 Milliarden US-Dollar. PEPE sieht er im Vorteil, da soziale Kennzahlen, Community-Aktivität und Sichtbarkeit aktuell besonders hoch seien. Diese Faktoren gelten im Memecoin-Segment als zentrale Treiber für Nachfrage und Momentum.

Auf Basis dieser Annahmen formulierte Wynn ein ambitioniertes Ziel von rund 69 Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung für PEPE. Ausgehend vom aktuellen Niveau würde dies ein Vielfaches an Kurssteigerung bedeuten.


Hier mehr erfahren: James Wynn setzt auf PEPE


Iran akzeptiert Krypto im Waffenhandel

In der vergangenen Woche sorgte eine weitere Entwicklung für Aufmerksamkeit im Kryptomarkt: Iran akzeptiert beim staatlichen Waffenexport offenbar Kryptowährungen als Zahlungsmittel. Auf der Website von Mindex, dem Exportzentrum des iranischen Verteidigungsministeriums, wurden digitale Assets offen neben dem iranischen Rial und Tauschgeschäften genannt. Das Angebot richtete sich explizit an ausländische Regierungen und umfasste unter anderem Panzer, Munition, Kriegsschiffe und Flugzeuge. Preise wurden nicht öffentlich ausgewiesen.

Besonders brisant war der professionelle Auftritt der Plattform. Mindex präsentierte sich als mehrsprachiges, international ausgerichtetes Portal mit Chatbot und klar strukturiertem Kaufprozess. Sanktionen spielten laut Eigenangaben keine Rolle, lediglich Einsatzbedingungen für die Waffen müssten akzeptiert werden.


Hier mehr erfahren: Iran möchte Waffen gegen Krypto tauschen


Große Fortschritte prägen Ethereum 2025: Buterin positiv für 2026

Vitalik Buterin zog zuletzt ein Fazit für Ethereum. Das Netzwerk erzielte im vergangenen Jahr deutliche Fortschritte: höhere Gas-Limits, eine stark ausgeweitete Nutzung von Blobs für Rollups sowie spürbare Qualitätsverbesserungen bei Node-Software stärkten die Basis-Infrastruktur. Besonders dynamisch entwickelte sich der Bereich der Zero-Knowledge-Technologie, wo zkEVMs erhebliche Performance-Sprünge verzeichneten.

Als historischen Meilenstein bezeichnete Buterin die Kombination aus zkEVMs und PeerDAS. Diese ermögliche erstmals eine Skalierung, die Ethereum langfristig strukturell verändern könne, weg von inkrementellen Optimierungen hin zu einer neuen Leistungsklasse.

Gleichzeitig warnte Buterin davor, Ethereum kurzfristigen Narrativen zu unterwerfen oder Blockspace künstlich auszulasten. Der Fokus müsse auf der Kernmission bleiben: Ethereum als neutraler, zensurresistenter „World Computer“, der dezentrale Anwendungen dauerhaft, sicher und unabhängig von zentralen Akteuren trägt.


Hier mehr erfahren: Vitalik Buterin sieht massive Fortschritte bei Ethereum


Market-Maker-Konten für Manipulation missbraucht

In der Silvesternacht kam es auf Binance zu einem Vorfall, der die Risiken zentralisierter Handelsinfrastruktur verdeutlichte. Berichten zufolge wurde das Konto eines Market Makers kompromittiert und gezielt zur Kursmanipulation eines illiquiden Tokens genutzt. Market Maker stellen normalerweise Kauf- und Verkaufsorders, um Spreads niedrig zu halten und extreme Kursschwankungen zu vermeiden. Genau diese Rolle wurde hier missbraucht.

Der Angreifer nutzte gestohlene Gelder, um am Spot-Markt massive Käufe auszulösen und den Kurs künstlich nach oben zu treiben. Parallel dazu war er mit anderen Wallets im Perpetual-Handel gehebelt auf steigende Kurse positioniert. Durch den selbst erzeugten Preisanstieg entstanden so reale Gewinne im Derivatehandel. Voraussetzung für den Angriff war ein Coin mit geringer Liquidität, bei dem schon vergleichsweise kleine Volumina starke Kursbewegungen auslösen.

Bemerkenswert war, dass auch ein unbeteiligter Trader profitierte. Über Preisalarme erkannte er die Anomalie früh, ging Long, wechselte später auf Short und erzielte so einen Tagesgewinn von mehr als eine Million US-Dollar.


Hier mehr erfahren: Hacker bei Binance erwischt, Trader verdient 1 Mio. Dollar


Januar 2026 startet mit zahlreichen Terminen

Nach einem durchwachsenen Jahr 2025 richtete sich der Blick der Anleger in der vergangenen Woche klar auf den Januar 2026, der bereits eine hohe Dichte potenziell spannender Ereignisse bietet. Gleich mehrere Termine betreffen Geldpolitik, Regulierung und Krypto-Infrastruktur zugleich.

Besondere Aufmerksamkeit galt der Ankündigung von Donald Trump, im Januar einen neuen Vorsitzenden für die Federal Reserve zu nominieren. Die Aussicht auf einen geldpolitisch lockereren Kurs beeinflusst bereits die Zinserwartungen. Parallel rücken US-Arbeitsmarktdaten und Inflationszahlen in den Fokus, die entscheidend für Liquidität und Risikoappetit sind.

Auch auf der Krypto-Seite stehen konkrete Impulse an. Der Fermi-Hardfork der BNB Smart Chain soll die Netzwerkleistung deutlich erhöhen. Zudem sorgt die mögliche Index-Entscheidung von MSCI zu Strategy für Nervosität bei institutionellen Investoren. Abgerundet wird der Monat durch die Zinsentscheidung der Bank of Japan sowie Fortschritte bei der US-Krypto-Regulierung – Faktoren, die den Markt früh im Jahr 2026 prägen könnten.


Hier mehr erfahren: Das wird im Januar wichtig


Der DeFi-Sektor zeigte 2025 starke Widerstandskraft. Besonders zwei Trends stachen hervor, wie eine Auswertung von Coinglass in der vergangenen Woche verdeutlichte: On-Chain-Derivate und Prediction Markets entwickelten sich zu echten Wachstumstreibern mit erkennbarem Product-Market-Fit.

Im Bereich der Perpetual DEXs erreichte der On-Chain-Derivatehandel erstmals monatliche Volumina von über 1,2 Billionen US-Dollar. Lange Zeit dominierte Hyperliquid den Markt mit extrem hohen Anteilen, bevor sich im zweiten Halbjahr eine deutlich wettbewerbsintensivere Struktur etablierte. Technologische Fortschritte machten dezentrale Derivate erstmals konkurrenzfähig zu zentralisierten Börsen.

Der zweite Trend waren Prediction Markets. Vor allem Polymarket verzeichnete stark steigende Nutzerzahlen und Handelsvolumina. Prognosemärkte entwickelten sich von einer Nische zu einem ernstzunehmenden Instrument für Informationspreisfindung.


Hier mehr erfahren: Zwei DeFi Trends aus 2025


Ethereum plant Hegota-Upgrade für 2026

Bei Ethereum nimmt die Roadmap für 2026 weiter konkrete Formen an. In der vergangenen Woche bestätigten Entwickler, dass das Hegota-Upgrade für das späte zweite Halbjahr 2026 vorgesehen ist und direkt auf das Glamsterdam-Release folgen soll. Damit setzt Ethereum erstmals konsequent auf einen halbjährlichen Update-Rhythmus. Dies ist eine Reaktion auf die 2025 häufig geäußerte Kritik, Fortschritte kämen zu langsam.

Ab Anfang Januar 2026 startet die Phase zur Einreichung zentraler „Headliner“-EIPs, die den Kern von Hegota definieren sollen. Im Fokus steht vor allem die Einführung von Verkle Trees, einer neuen Datenstruktur, die Speicher- und Rechenanforderungen für Nodes deutlich senken kann. Das Ziel ist es, den Betrieb des Netzwerks effizienter und zugänglicher zu machen.

Ergänzend werden Verbesserungen bei Datenzugriffen, Block-Mechaniken und der Proposer-Builder-Trennung diskutiert.


Hier mehr erfahren: Hegota-Upgrade kommt bei Ethereum in 2026


Zcash vor entscheidender Phase

Josh Swihart, CEO der Electric Coin Company, skizzierte in der vergangenen Woche ein klares Zeitfenster für die Zukunft von Zcash. In einem öffentlichen Statement verglich er die aktuelle Phase des Projekts mit einem Startfenster in der Raumfahrt: ein begrenzter Zeitraum, in dem technologische Reife und äußere Rahmenbedingungen zusammenkommen.

Swihart verwies auf Fortschritte bei Skalierungslösungen wie Tachyon sowie auf nutzerorientierte Entwicklungen rund um Zashi. Besonders relevant sei zudem die wachsende regulatorische Klarheit. Jüngste Gespräche bei der U.S. Securities and Exchange Commission hätten gezeigt, dass Datenschutz im Krypto-Kontext zunehmend differenziert betrachtet werde.

Gleichzeitig machte Swihart deutlich, dass dieses Fenster nicht dauerhaft offen bleibe. Nun seien konsequente Schritte nötig: veralteten Code abbauen, Skalierung vorantreiben und die Nutzererfahrung verbessern. Gelingt das nicht, könnte Zcash für Jahre an Momentum verlieren.


Hier mehr erfahren: Zcash – Zeit für Entwicklungen drängt


China treibt digitalen Yuan voran

China stellte zum Jahresende neue Pläne für den digitalen Yuan vor und setzte damit ein deutliches Signal für 2026. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass ein Management-Aktionsplan in Kraft treten soll, der die staatliche Digitalwährung strukturell aufwertet. Herausgegeben wird der e-CNY von der People’s Bank of China, die damit ihre Kontrolle über Ausgabe und Nutzung weiter festigt.

Der Kern der Reform ist eine stärkere Einbindung in das klassische Bankensystem. Ab 2026 sollen digitale Yuan-Bestände erstmals verzinst werden können. Damit wandelt sich der e-CNY von reinem digitalem Bargeld hin zu einem Instrument mit Einlagencharakter. Das Ziel ist es, die Akzeptanz im Alltag zu erhöhen und den digitalen Yuan stärker als geldpolitisches Steuerungswerkzeug zu etablieren.

Der Schritt unterstreicht Chinas klare Linie: Während dezentrale Kryptowährungen weiterhin restriktiv behandelt werden, treibt Peking staatliche Digitalwährungen strategisch und zentralisiert voran.


Hier mehr erfahren: China führt Zinsen für CBDC ein


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Daniel Robrecht

Nach seinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium entschied sich Daniel für eine Tätigkeit als freiberuflicher Autor und verfasst mittlerweile seit rund 10 Jahren qualitative Publikationen zu diversen Fachthemen. Als Investor sammelte er jahrelang Erfahrung mit Aktien & Kryptowährungen. Neben einem langfristigen Investitionsansatz... Mehr lesen

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