Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin hat sich in einem ausführlichen Beitrag zum Jahreswechsel kritisch, aber zugleich optimistisch zur Entwicklung des Netzwerks geäußert. Zwar habe Ethereum im Jahr 2025 große technische Fortschritte gemacht, dennoch stehe das Projekt vor einer entscheidenden Phase. Die eigenen, langfristigen Ziele seien noch nicht erreicht und dürften auch nicht aus dem Blick geraten.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Der Kurs von Ethereum ist im letzten Jahr um über 20 % gefallen.
  • Gleichzeitig hat sich das Netzwerk stark entwickelt.
  • Buterin hebt die zahlreichen Verbesserungen hervor, die Ethereum im letzten Jahr durchlaufen hat.
  • Er mahnt aber auch zur Vorsicht, kurzfristigen Trends nicht hinterherzulaufen und das große Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.
  • Der $ETH-Kurs scheint für Buterin zweitrangig zu sein.

Große Fortschritte im Jahr 2025

Buterin hebt zunächst hervor, was Ethereum im vergangenen Jahr technisch erreicht hat. Dazu zählen unter anderem höhere Gas-Limits, eine deutlich ausgeweitete Anzahl sogenannter „Blobs“ für Rollups, spürbare Verbesserungen bei der Qualität der Node-Software sowie massive Performance-Sprünge bei Zero-Knowledge-EVMs (zkEVMs).

Insbesondere die Kombination aus zkEVMs und PeerDAS bezeichnet Buterin als einen der größten Entwicklungsschritte in der Geschichte von Ethereum. Damit habe das Netzwerk einen wichtigen Meilenstein erreicht, um langfristig eine grundlegend neue und leistungsfähigere Art von Blockchain zu werden.

Kritik an kurzfristigen Narrativen

Trotz dieser Erfolge warnt Buterin davor, sich zu sehr von kurzfristigen Trends treiben zu lassen. Ethereum dürfe nicht dem Ziel folgen, „das nächste große Narrativ zu gewinnen“ unabhängig davon, ob es sich dabei um tokenisierte Dollar, politische Meme Coins oder andere Modethemen handle.

Ebenso kritisch sieht er Versuche, künstlich Blockspace auszulasten, nur um bestimmte geldpolitische Effekte für den ETH-Token zu erzeugen. Für Buterin greift dieser Ansatz zu kurz und lenkt vom eigentlichen Kernauftrag ab.

Die eigentliche Mission von Ethereum

Stattdessen erinnert der Ethereum-Gründer an die ursprüngliche Vision: Ethereum soll als „World Computer“ fungieren, als zentrale, neutrale Infrastruktur für ein freieres und offeneres Internet.

Im Mittelpunkt stehen dezentrale Anwendungen, die ohne Betrug, Zensur oder Eingriffe durch Dritte funktionieren. Anwendungen, die auch dann weiterlaufen, wenn ihre ursprünglichen Entwickler verschwinden. Anwendungen, deren Betrieb nicht von einzelnen Unternehmen, Cloud-Anbietern oder politischen Akteuren abhängt.

Buterin betont, dass Nutzer idealerweise nicht einmal merken sollten, wenn große zentrale Dienste ausfallen oder kompromittiert werden. Dezentralität, Ausfallsicherheit und Privatsphäre seien keine Zusatzfunktionen, sondern fundamentale Eigenschaften.


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Dezentralisierung als Gegenentwurf zur Abhängigkeit

In diesem Zusammenhang zieht Buterin einen gesellschaftlichen Vergleich: Noch vor wenigen Jahrzehnten erfüllten Alltagsgegenstände wie Bücher, Autos oder Haushaltsgeräte diese Eigenschaften ganz selbstverständlich.

Heute hingegen würden immer mehr Produkte und Dienste zu Abo-Modellen, die Nutzer dauerhaft an zentrale Anbieter binden. Ethereum versteht Buterin explizit als Gegenbewegung zu dieser Entwicklung, als technologische Rebellion gegen wachsende Abhängigkeiten und Machtkonzentration.


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Zwei zentrale Herausforderungen

Um dieser Rolle gerecht zu werden, müsse Ethereum laut Buterin zwei zentrale Anforderungen erfüllen. Es müsse erstens für Nutzer praktikabel und skalierbar sein, und zweitens tatsächlich dezentral bleiben.

Diese Ziele betreffen sowohl die Basisschicht der Blockchain, inklusive der Software, mit der Nodes betrieben und genutzt werden, als auch die Anwendungsebene. In beiden Bereichen gebe es bereits Fortschritte, diese reichten jedoch noch nicht aus.

Zum Abschluss zeigt sich Buterin zuversichtlich. Ethereum verfüge über leistungsfähige Werkzeuge und Konzepte, um diese Herausforderungen zu meistern. Entscheidend sei nun, sie konsequent anzuwenden und weiterzuentwickeln.

Mit Blick auf das kommende Jahr wünscht der Ethereum-Gründer der Community ein spannendes Jahr 2026 und macht deutlich, dass die technologische Reise von Ethereum noch lange nicht abgeschlossen ist.


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Manuel Lippitz

Nach 10 Jahren als leitender Angestellter hat sich Manuel 2019 mit einer eigenen Immobilienfirma in die Selbstständigkeit gewagt. Bis heute hat er vier Unternehmen gegründet oder mit aufgebaut und mit dem Bau des ersten eigenen Mining Rigs wurde neben der... Mehr lesen

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