Glamsterdam ist ein geplantes Ethereum-Upgrade für das vierte Quartal 2026. Es soll die Skalierung von Layer 1 voranbringen, indem die Verarbeitung von Transaktionen, die Erstellung und Verifizierung von Blöcken sowie der Umgang mit wachsenden Datenbeständen grundlegend überarbeitet werden.
- Glamsterdam soll Ethereum auf parallele Transaktionsverarbeitung und höhere Kapazitäten vorbereiten.
- EIP-8037 verändert die Abrechnung für die Erstellung dauerhafter Daten im Netzwerk.
- ePBS und Block-Level Access Lists sind zentrale Bausteine für Blockverarbeitung und Parallelisierung.
- Die Aktivierung im Ethereum-Mainnet ist laut Roadmap für das vierte Quartal 2026 geplant.
Was sich bei der Gasabrechnung ändert
Ein zentraler Bestandteil von Glamsterdam ist EIP-8037, die Erhöhung der Kosten für die Erstellung von Netzwerkzustand. Neue Konten, Token oder Smart Contracts erzeugen dauerhafte Daten, die von den Rechnern im Ethereum-Netzwerk gespeichert werden müssen. Die bisherigen Gebühren spiegeln diese langfristige Belastung nach Darstellung der Ethereum-Roadmap nicht immer angemessen wider.
EIP-8037 koppelt die Kosten stärker an die Größe der neu erzeugten oder verwendeten dauerhaften Daten. Außerdem führt der Vorschlag ein Reservoir-Modell für diese Kosten ein: Die Abrechnung für Rechenarbeit und für langfristige Datenspeicherung wird getrennt. Damit sollen größere und komplexere Smart Contracts möglich werden, sofern ausreichend Mittel für die Speicherung bereitgestellt werden.
Die Änderung soll die Kosten für wachsende Datenbestände planbarer machen. Die Roadmap nennt ein Ziel von 120 GiB Datenbankwachstum pro Jahr, damit Standardhardware das Netzwerk weiterhin betreiben kann und Home Staking zugänglich bleibt.
ePBS als Grundlage für größere Datenmengen
Mit Enshrined Proposer-Builder Separation (ePBS, EIP-7732) wird die Aufgabenverteilung zwischen Blockvorschlägern und Blockbauern direkt im Ethereum-Protokoll verankert. Derzeit beruht diese Übergabe auf externer Middleware, Relays und Vertrauen außerhalb des Protokolls.
ePBS integriert den Austausch eines Block-Payloads gegen eine Zahlung in das Protokoll und verringert damit die Abhängigkeit von Drittanbieter-Middleware wie MEV-Boost. Für komplexe Funktionen können Blockbauer und Vorschläger jedoch weiterhin externe Relays oder Middleware verwenden.
Die Trennung der Rollen vergrößert laut Ethereum-Roadmap das Zeitfenster zur Verteilung von Daten im Netzwerk von zwei auf etwa neun Sekunden. Das soll es ermöglichen, größere Datenmengen sicher zu verarbeiten, ohne das Netzwerk zusätzlich zu belasten. Für Staking-Pools sind dabei architektonische Anpassungen vorgesehen, um eine vertrauenslose Überwachung zu ermöglichen.
Block-Level Access Lists und parallele Verarbeitung
Block-Level Access Lists (BALs, EIP-7928) sollen einen weiteren Engpass beseitigen. Heute müssen Validatoren Transaktionen weitgehend nacheinander ausführen, weil erst während der Ausführung klar wird, welche Konten und Daten eine Transaktion betrifft.

BALs liefern für einen Block vorab eine Übersicht der betroffenen Daten und der Ergebnisse nach der Ausführung. Dadurch kann das Netzwerk erkennen, welche Transaktionen einander nicht überschneiden, und sie parallel verarbeiten. Zudem können Nodes beim Abgleich ihres Zustands auf die fertigen Ergebnisse zurückgreifen, statt sämtliche Transaktionen erneut auszuführen.
Die dazugehörige Block Access List Exchange erweitert das Peer-to-Peer-Protokoll, damit Nodes diese Listen im Netzwerk austauschen können. Damit sollen die Synchronisierung von Nodes und zustandsbasierte Aktualisierungen effizienter werden.
Fokus auf Skalierung und Nachhaltigkeit
Glamsterdam baut auf den Fortschritten vorheriger Upgrades auf und verfolgt laut Ethereum-Roadmap die Ziele „Scale L1“ und „Scale Blobs“. Im Mittelpunkt stehen eine schnellere Verarbeitung, mehr Kapazität und ein nachhaltiger Umgang mit dem wachsenden Datenbestand des Netzwerks.
Die geplanten Änderungen sollen höhere Kapazitäten ermöglichen, ohne die Hardwareanforderungen für Personen zu erhöhen, die Ethereum zu Hause betreiben. Parallelisierung, längere Zeitfenster für die Datenverteilung und eine präzisere Bepreisung dauerhafter Daten sind dafür die wesentlichen technischen Ansätze.

Was Nutzer und Staker beachten sollten
Für ETH-Halter ist laut den vorliegenden Informationen keine unmittelbare Aktion erforderlich. Relevanter sind die technischen Änderungen für Anbieter von Infrastruktur, Staking-Pools und Betreiber von Nodes, die den Entwicklungsstand der beteiligten Clients und Protokollvorschläge verfolgen müssen.
Glamsterdam enthält außerdem Vorschläge zur Widerstandsfähigkeit des Netzwerks. Dazu zählt der Ausschluss geslashter Validatoren von künftigen Aufgaben als Blockvorschläger. Eine weitere Änderung soll die Kapazität für Ausstiege und Konsolidierungen im Staking erhöhen und damit Auszahlungszeiten verkürzen.
Die Aktivierung auf dem Ethereum-Mainnet ist laut der offiziellen Glamsterdam-Roadmap für das vierte Quartal 2026 vorgesehen. Die Roadmap weist zugleich darauf hin, dass weitere für Glamsterdam vorgesehene Vorschläge in Entwicklungsnetzwerken getestet werden und sich der Status laufend ändern kann.
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