Bitcoin bekommt eine eigene Stadt, inmitten eines der glücklichsten Länder der Welt: Bhutan. Aber ist das wirklich so?

Die vom Königreich Bhutan angelegten Reserven in Form von Bitcoin gehen jetzt teilweise in den Bau einer Krypto-Stadt. Unter dem Motto „Mindfulness City“ sollen die Einwohner von Bhutan nicht nur glücklich, sondern auch reich werden. Bis zu 10.000 BTC fließen in eine eigens gegründete Sonderverwaltungszone, die Gelephu Mindfulness City, im Süden des Landes. Unter der Sonderzone sind Krypto-Unternehmen herzlichst willkommen, betont man in dem noch recht unbekannten kleinen Land, das 10 % seiner Gesamtfläche Kryptowährungen widmen will.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bhutan ist im staatlichen Bitcoin-Mining sehr aktiv.
  • Schätzungsweise hält das Königreich 11.286 BTC.
  • Im ganzen Land können Einwohner mit Kryptos bezahlen.
  • Derzeit werden verschiedene Investitionsstrategien bewertet.
  • Gelephu ist eine Stadt und ein Distrikt nahe der Grenze zu Indien.
  • Das Projekt wurde von König Jigme Khesar Namgyel Wangchuck angekündigt.

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Bhutan bekommt Mega-Krypto-Stadt

In der Stadt geht es vordergründig um Achtsamkeit, Mindfulness, wobei der zukünftige Premierminister Bhutans aber wohl primär wirtschaftliche Herausforderungen zu bewältigen hat. Die Abwanderung junger Menschen aus dem Königreich Bhutan will die Regierung jetzt mit einer eigenen Bitcoin-Stadt eindämmen. 

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Die Sonderverwaltungszone SVZ Bodoland (BTR) soll als Wirtschaftskorridor dienen und die nordöstlichen Bundesstaaten Indiens mit Ländern in Südostasien wie Myanmar, Thailand, Kambodscha, Laos, Vietnam, Malaysia und Singapur verbinden. Es steckt also viel mehr dahinter als nur eine Stadt, in der alle Bewohner glücklich sind. Zwar geht es auch um ökologische Nachhaltigkeit und kulturelle Sensibilität, aber das Projekt soll Investoren aus der ganzen Welt anziehen, um Bhutan wirtschaftlich zu stärken. 

Welche Rolle haben Kryptowährungen in Bhutan?

Bhutan gilt als glücklichstes Land der Welt, angetrieben vom ausgerufenen Bruttonationalglück (BNG), das über dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) steht. Der Staat fördert dafür nicht nur die nachhaltige Entwicklung und setzt auf grüne Energien. Zufriedenheit der Einwohner wird ganz großgeschrieben und notfalls eben von ganz oben angeordnet. Der Index fürs Glücklichsein, Gross National Happiness Index (GHI), ist einmalig in der Welt und vom kleinen Königreich im Himalaja mutig und konsequent umgesetzt. 

Wirtschaftliche Entwicklung wird immer ausgewogen betrachtet, und soziale und ökologische Konsequenzen werden mitbedacht. Eine sektorübergreifende „Gross National Happiness“-Kommission unterstützt bei der Weiterentwicklung und Entscheidungsfindung.

Quelle: WWF

Dass in einem so nachhaltig ausgerichteten Wachstumsplan staatliches Bitcoin-Mining geschieht, hat auch schon den Bundestag beschäftigt. Die fraktionslose Abgeordnete Joana Cotar erhielt die folgende Antwort auf ihre Nachfrage zum kontroversen Vorgehen:

Antwort des Staatssekretärs Dr. Thomas Bagger vom 20. Dezember 2024: Die Bundesregierung hat von dem staatlichen Bitcoin-Mining im Königreich Bhutan Kenntnis und verweist darauf, dass das Königreich Bhutan weltweit zu den sehr wenigen Ländern gehört, die negative Treibhausgas-Emissionen aufweisen. Die Bundesregierung zieht in Bezug auf die in der genannten Internetquelle für Deutschland empfohlene staatliche Nutzung von Bitcoins keine Schlüsse.

Quelle: Bundestag

Kryptowährungen sind in Bhutan nur teilweise legal, und zwar dann, wenn sie staatliche Initiativen unterstützen. Die breite Bevölkerung hat indes keinen Zugang zu Bitcoins und anderen Altcoins. Die Regierung ist am Bitcoin-Mining beteiligt. Es gibt ein Krypto-Bezahlsystem für Touristen in kontrollierten Sektoren des Landes. 

Rechtlich akzeptiert werden die Handelsaktivitäten mit Kryptowährungen nur dann, wenn sie sich auf inländische Banken begrenzen oder auf Mining- und Handelsaktivitäten mit Bezug zur Gelephu Mindfulness City. Das bedeutet, nur Firmen, die einen Sitz in der Mindfulness-Stadt besitzen, können am Krypto-Mining oder dem Handel mit Kryptowährungen teilnehmen. 

Die allgemeine Einhaltung der Finanzvorschriften richtet sich nach den nationalen AML/CFT-Vorschriften von 2025, die virtuelle Vermögenswerte jedoch noch nicht explizit regeln.

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Vergleicht man verschiedene Regierungsstellen und Berichte, dann merkt man schnell, dass es eine Doppelstrategie in dem Königreich gibt. So liegt auch die Bitcoin Stadt irgendwo zwischen der kontrollierten Einführung von Kryptowerten und dem direkten wirtschaftlichen Nutzen für den Staat. Die Einnahmen aus dem Tourismus gehen seit Jahren zurück, die wirtschaftliche Isolation droht. 

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Bhutan hat in der Vergangenheit viele Projekte rund um Bitcoin ins Leben gerufen. So gibt es nach Jahren der Konzentration auf Glück und Nachhaltigkeit immer mehr Bemühungen, mit Kryptowährungen die lahme Wirtschaft im Land anzuregen. Die wachsenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind vor allem mit der Abwanderung qualifizierter Fachkräfte verbunden. 

Bhutan sitzt vom Meer umschlossen im Himalaya und braucht dringend ein neues Symbol für den Fortschritt. Mit Bitcoin will Bhutan weltweit zum Vorreiter finanzieller Innovationen werden. 

Der bhutanische Premierminister Tshering Tobgay unterstützt dafür die Mining-Aktivitäten seines Landes und setzt sich für die Wasserkraftwerke im Land als nachhaltige Energiequelle für die Supercomputer in den Mining-Anlagen ein. Diese erzeugen im Sommer mehr Energie, als benötigt wird, da die Schneeschmelze für große Wassermassen sorgt. 

Mit der krypto-offenen Regierung will das Land verhindern, dass die jungen Menschen ins Ausland gehen. Beamte erhielten dank Bitcoin doppelte Gehälter, was einen leichten Rückgang der Kündigungen mit sich führte. 

Im ersten Quartal 2024 kündigten 500 Beamte, verglichen mit fast 1.900 im gleichen Zeitraum 2023.

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Vor allem nach Australien zieht es die qualifizierten und gebildeten jungen Menschen aus Bhutan. 2022 verließen laut Springer mehr als 10 Prozent von ihnen das Land. Bitcoin und andere Kryptowährungen sollen also nicht nur glücklich machen. Die Krypto-Strategie der Verantwortlichen zielt wohl vorrangig darauf ab, die Menschen zum Bleiben zu bewegen und die Wirtschaft anzukurbeln. 

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Paul Schröder
Paul Schröder

Paul ist hauptberuflicher Content-Writer mit einem Schwerpunkt auf Kryptowährungen und Finanzthemen. Seine Leidenschaft für Krypto begann 2016, als er seinen ersten Bitcoin für rund 900 Dollar kaufte. Seitdem hat er sich immer wieder intensiv mit dem Markt beschäftigt. 2024 machte er... Mehr lesen

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