Während der Bitcoin-Kurs an der 90.000-USD-Marke kratzt, offenbaren On-Chain-Daten eine interessante Verschiebung der Kontrolle von langjährigen OG-Whales hin zu neuen Wallets. Was diese strukturelle Veränderung für einen Einfluss auf die künftige Preisentwicklung von Bitcoin haben könnte, möchten wir heute erörtern:

Das Wichtigste im Überblick:

  • Laut CryptoQuant liegt der Realized-Cap-Anteil neuer Whale-Wallets erstmals über dem langfristiger Investoren.

  • Jene Anlegerkohorte hat im Durchschnitt zu deutlich höheren Preisen gekauft und sitzt aktuell auf hohen unrealisierten Verlusten.

  • Dadurch prägen sie das Marktverhalten stärker und erhöhen kurzfristig Volatilität sowie Verkaufsdruck bei Erholungen.

CryptoQuant-Bericht liefert neue Erkenntnisse bezüglich der Realized Cap

In einer neuen Analyse von CryptoQuant vom 21. Januar erklärte der Analyst MorenoDV, dass zum ersten Mal in der Geschichte des Bitcoins neue Wale einen größeren Anteil an der realisierten Marktkapitalisierung ausmachen als die langfristigen Anlegerkohorten.

Dies sei „ein wichtiges On-Chain-Signal dafür, dass das marginale Angebot des Marktes von neuerem, reaktiverem Kapital diktiert wird.“

Doch was genau sagt die Kennzahl überhaupt aus? Die Realized Cap ist eine wichtige On-Chain-Metrik, um die tatsächliche Kostenbasis des Bitcoin-Netzwerks besser einschätzen zu können.

Im Gegensatz zur Marktkapitalisierung wird hier nämlich nicht der Spot-Preis, sondern der Preis jedes Coins herangezogen, zu dem er das letzte Mal auf der Blockchain transferiert wurde.

Für MoneoDV ist die Verschiebung des Realized Cap-Anteils hin zu neuen Walen ein Beweis dafür, dass kürzlich ein bedeutender Teil des Angebots zu hohen Preisen den Besitzer gewechselt hat, wodurch sich der Einfluss von zykluserprobten Inhabern hin zu Wallets verlagert, die erst später auf den Zug gesprungen sind – also Wallets, die über 1000 Bitcoin und ein UTXO-Alter von unter 155 Tagen verfügen.

Der Analyst erklärte, der realisierte Wert dieser neuen Anlegerkohorte liege bei etwa 98.000 US-Dollar, während Bitcoin unterhalb dieser Marke gehandelt werde. Diese Differenz sei dahingehend relevant, als dass da sie das Marktverhalten beeinflussen könne:

„Anleger, deren Positionen im Minus liegen, agieren erfahrungsgemäß defensiver als Marktteilnehmer mit hohen Buchgewinnen!“

Seiner Einschätzung zufolge sitzen diese Großanleger derzeit auf unrealisierten Verlusten von rund 6 Milliarden US-Dollar. Seit dem lokalen Hochpunkt bei 127.000 USD hätten sie daher wesentlich zu den realisierten Verlusten beigetragen, indem sie bei Kursschwäche verkauften und kurzfristige Erholungen nutzten, um ihre Exposure abzubauen.

Wenn diese Vermutung stimmt, erklärt sie auch, warum sich Bitcoin bei Kursanstiegen oft „schwerfällig“ zeigte, während Rücksetzer vergleichsweise schnell an Dynamik gewannen.


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OG-Whales: Geduldig, weiterhin profitabel und weniger aufdringlich

Die oben genannte Anlegerkohorte stellt der Analyst langfristige Whale-Wallets gegenüber,

Dieser Anlegerkohorte stellt MorenoDV langfristige Whale-Wallets gegenüber, welche laut dem Analysten über einen realisierten Preis von durchschnittlich 40.000 US-Dollar verfügen, was bedeutet, dass sie auch nach einem Kursrückgang noch deutlich im Plus sind.

Auch wenn kurzfristig weitere Gewinnmitnahmen möglich sind, vertritt MorenoDV die Meinung, dass langfristig orientierte Anleger aktuell nicht die kurzfristige Kursrichtung bestimmen.

Da sie weder zu Verkäufen gezwungen sind noch dem emotionalen Druck der Spotmarktvolatilität in gleichem Maße ausgesetzt sind, agieren sie deutlich zurückhaltender und stabilisierender als die obigen Marktteilnehmer.

Was die Erkenntnisse des CryptoQuant-Analysten für Händler bedeuten:

Für MorenoDV steht fest: Die aktuelle Marktdynamik wird von neuen Großinvestoren bestimmt, da sie den Großteil der Realized Cap kontrollieren, die höchste Umschlagshäufigkeit aufweisen und emotional wie finanziell am sensibelsten auf Kursbewegungen reagieren.

Konkret bedeutet das, dass der Bitcoin-Kurs voraussichtlich weiter volatil bleibt, bis eines von zwei Szenarien eintritt:

Entweder erholt sich Bitcoin in Richtung der durchschnittlichen Einstiegspreise dieser Investoren, wodurch der Verkaufsdruck nachlässt und das akute „Sell the Bounce-Muster“ an Bedeutung verliert.

Oder es kommt zu einer Kapitulation, bei der jene Marktteilnehmer ihre Positionen weitgehend abbauen und das Angebot schrittweise in die Hände langfristig orientierter Investoren übergeht.

Bis zu diesem Punkt sieht der Autor den Markt in einem Umfeld, in dem Distribution gegenüber Akkumulation überwiegt – insbesondere in Phasen ausgeprägter Volatilität!

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Dennis Geisler
Dennis Geisler
Krypto Journalist

Dennis ist 25 Jahre alt und lebt seit August in Thailand. Seine Reise in die Welt der Kryptowährungen begann 2020 mit einem kleinen Investment in XRP über Binance. Aus der anfänglichen Neugier entwickelte sich schnell ein tiefes Interesse für die... Mehr lesen

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