Bitcoin notiert derzeit deutlich über der psychologisch kritischen Marke von 60.000 US-Dollar, doch aktuelle On-Chain-Daten mahnen zur Vorsicht. Eine neue Analyse des Datenanbieters CryptoQuant verortet den „ultimativen“ Boden des Bärenmarktes im Bereich von 55.000 US-Dollar, da entscheidende Kapitulationssignale bisher ausgeblieben sind.
Das Wichtigste im Überblick:
- Laut CryptoQuant könnte der Bitcoin-Kurs auf 55.000 US-Dollar fallen, da bisher wichtige Signale für eine Bodenbildung fehlen.
- Historische Daten zeigen, dass eine echte Kapitulation der Anleger oft erst bei deutlich höheren Verlusten eintritt als aktuell.
- Experten erwarten einen mehrmonatigen Prozess, bevor der Markt die nötige Stabilität für eine nachhaltige Erholung zurückgewinnt.
Bitcoin Analyse: On-Chain-Signale und historische Muster
Die Analysten von CryptoQuant stützen ihre Prognose primär auf das Verhalten des „Realized Price“ – den durchschnittlichen Preis, zu dem alle Bitcoin zuletzt bewegt wurden. In vergangenen Marktzyklen bildete dieser Wert nicht nur eine Unterstützungslinie, sondern wurde in der finalen Phase des Bärenmarktes oft signifikant unterschritten. Nach dem Zusammenbruch der Börse FTX fiel der Kurs beispielsweise um 24 Prozent unter diesen realisierten Preis, im Zyklus 2018 sogar um 30 Prozent.
Aktuell handelt Bitcoin jedoch noch rund 25 Prozent oberhalb dieses Niveaus. Historische Daten zeigen zudem, dass der Markt nach Erreichen dieser Tiefststände typischerweise vier bis sechs Monate benötigt, um eine solide Basis zu bilden. Eine schnelle V-förmige Erholung ohne vorherige Konsolidierung gilt als untypisch. Der proprietäre „Bull-Bear Market Cycle Indicator“ von CryptoQuant verharrt aktuell in der „Bear Phase“ und hat die für Kaufgelegenheiten charakteristische „Extreme Bear Phase“ bislang noch nicht erreicht.
Bitcoin Prognose: Technische Indikatoren und Verkaufsdruck
Neben dem Preisniveau fehlen laut den Experten auch die typischen Anzeichen einer umfassenden Kapitulation. Wichtige Bewertungskennzahlen wie das MVRV-Verhältnis (Market Value to Realized Value) oder der „Net Unrealized Profit and Loss“ (NUPL) haben die extremen Tiefstwerte früherer Zyklen noch nicht touchiert. Ein weiteres Indiz für den noch nicht abgeschlossenen Bodenbildungsprozess sind die realisierten Verluste.
CryptoQuant said Bitcoin has not yet shown a “full capitulation” bottom, with several key onchain indicators still in a “bear phase” rather than the “extreme bear phase” typically seen at historic cycle lows. CryptoQuant noted that while Bitcoin’s Feb. 5 sell-off saw about $5.4…
— Wu Blockchain (@WuBlockchain) February 14, 2026
Zwar realisierten Anleger am 5. Februar Verluste in Höhe von 5,4 Milliarden US-Dollar – der höchste Wert seit März 2023 –, doch kumulierte monatliche Verluste liegen mit 0,3 Millionen BTC weit unter den 1,1 Millionen BTC am Ende des Bärenmarktes 2022. Langfristige Halter agieren derzeit nahe der Gewinnschwelle, anstatt wie bei früheren Bodenbildungen Buchverluste von 30 bis 40 Prozent hinzunehmen. Diese Einschätzung deckt sich mit Prognosen aus dem traditionellen Finanzsektor: Auch Standard Chartered senkte kürzlich den Ausblick und hält einen Rückgang auf bis zu 50.000 US-Dollar für ein realistisches Szenario, bevor eine Trendwende einsetzt.
Bitcoin Ausblick: Makroökonomische Faktoren und Zeithorizont
Die Datenlage suggeriert, dass die Bodenbildung kein einzelnes Ereignis, sondern ein Prozess über mehrere Monate sein wird. Ein besonders kritisches Risiko stellt der Anteil der Bitcoin-Bestände dar, der sich noch im Gewinn befindet. Aktuell sind etwa 55 Prozent aller Coins profitabel. Historische Zyklen zeigen jedoch, dass echte Markttiefs oft erst erreicht werden, wenn dieser Wert auf 45 bis 50 Prozent fällt.
Solange diese Bereinigung nicht stattgefunden hat, bleibt das Abwärtsrisiko bestehen. Anleger sollten die kommenden Wochen genau beobachten, da makroökonomische Unsicherheiten und mögliche Liquiditätsengpässe den Weg Richtung 55.000 US-Dollar ebnen könnten. Erst der Eintritt in die „Extreme Bear Phase“ würde laut CryptoQuant das Ende der Preiskorrektur signalisieren.
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