Der Kryptomarkt steht erneut unter massivem Druck. Bitcoin ist auf rund 70.300 US-Dollar gefallen und verzeichnet zweistellige Verluste innerhalb einer Woche. Dünne Liquidität, geopolitische Spannungen und geldpolitischer Gegenwind sorgen für ein fragiles Marktumfeld. Besonders die Nähe zur psychologisch wichtigen 70.000-Dollar-Marke erhöht die Nervosität unter Tradern und verstärkt kurzfristige Abwärtsbewegungen. Steht Bitcoin vor dem nächsten Bärenmarkt? Erfahre hier mehr!

Das Wichtigste im Überblick:

  • Auslöser der aktuellen Risk-off-Bewegung sind verschärfte geopolitische Spannungen zwischen den USA und Iran sowie eine zunehmende Dollar-Stärke.

  • Zusätzlichen Druck erzeugen Erwartungen an eine restriktivere US-Geldpolitik und anhaltend schwache Marktliquidität.

  • ETF-Abflüsse und der Bruch wichtiger charttechnischer Marken erhöhen die Wahrscheinlichkeit weiterer Rücksetzer.

Bitcoin stürzt auf 70.000 USD: Ist das der Beginn eines Bärenmarktes?

Ein Blick auf CoinMarketCap offenbart Panik am Kryptomarkt. Bitcoin notiert aktuell bei 70.300 USD und verzeichnete damit einen Tagesverlust von 7,4 Prozent. Auf 7-Tage-Basis beläuft sich das Minus inzwischen auf knapp 20 Prozent.

Damit ist der Kurs auf Niveaus zurückgefallen, wie wir sie zuletzt im November 2024 hatten. Der Verkaufsdruck bleibt hoch, während die Marktliquidität extrem dünn ist.

Besonders brisant ist die Nähe zur psychologisch wichtigen Marke von 70.000 Dollar. In einem Umfeld schwacher Orderbücher reichen bereits moderate Verkaufsaufträge aus, um deutliche Kursbewegungen auszulösen.

Trader agieren entsprechend nervös, da unklar ist, ob dieses Niveau als tragfähige Unterstützung fungieren kann oder weiter nach unten durchbrochen wird.

Geopolitik als Auslöser der Risk-off-Bewegung

Der jüngste Abverkauf nahm seinen Ausgangspunkt am Wochenende, als sich die militärischen Spannungen zwischen den USA und Iran verschärften.

Solche geopolitischen Schocks führen an den Finanzmärkten typischerweise zu einer Flucht in vermeintlich sichere Häfen – allen voran den US-Dollar.

Bitcoin reagierte früh, da der Handel rund um die Uhr stattfindet und Wochenenden traditionell durch geringere Liquidität gekennzeichnet sind. Die Dollar-Stärke wirkte dabei nicht nur auf Kryptowährungen.

Auch traditionelle Assets wie Gold und Silber gerieten unter Druck, da sie für Käufer außerhalb des Dollarraums teurer wurden. Der Abverkauf war somit breit angelegt und nicht ausschließlich krypto-spezifisch.

Fed-Personalie verschärft den Gegenwind

Zusätzlicher Druck kam von geldpolitischer Seite. Die Nominierung von Kevin Warsh als neuer Vorsitzender der US-Notenbank wurde von den Märkten als Signal für einen restriktiveren Kurs interpretiert.

Warsh gilt als Befürworter einer strafferen Geldpolitik und einer Reduzierung der Fed-Bilanz. Für Risikoassets wie Bitcoin ist das ein ungünstiges Umfeld, da Kryptowährungen historisch betrachtet von hoher Liquidität profitieren.

Die Aussicht auf eine Bilanzverkürzung nährt dagegen die Sorge, dass ein zentraler Treiber der vergangenen Jahre wegfällt. Entsprechend kühlte sich die Stimmung weiter ab.

Dünne Liquidität verstärkt die Abwärtsdynamik

Unterm Strich bleibt der Markt anfällig. Nach dem scharfen Einbruch am 10. Oktober, den viele Händler mit Störungen bei großen Börsen in Verbindung brachten, hat sich die Liquidität bis heute nicht vollständig erholt.

Daten zufolge liegt die verfügbare Tiefe an den wichtigsten Handelsplätzen noch immer mehr als 30 Prozent unter den Hochs vom Oktober.

Breitere Spreads und flache Orderbücher sorgen dafür, dass größere Verkaufsorders den Kurs überproportional bewegen. Diese Dynamik beschleunigte auch den jüngsten Rutsch unter wichtige charttechnische Marken.

ETF-Kapitalabflüsse und technische Schlüsselzonen

Doch damit nicht genug. Auch auf institutioneller Ebene nimmt der Druck zu. Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten zuletzt Abflüsse von 272 Millionen US-Dollar an einem Tag.

Das verwaltete Vermögen fiel damit erstmals seit April 2025 wieder unter die Marke von 100 Milliarden US-Dollar. Seit Jahresbeginn summieren sich die Nettoabflüsse auf rund 1,3 Milliarden Dollar, auch wenn es zwischendurch kurze Erholungsphasen gab.

Charttechnisch notiert Bitcoin inzwischen weit unterhalb der durchschnittlichen ETF-Kostenbasis von etwa 84.000 Dollar – ein Faktor, der psychologisch belastend wirkt, aber nicht automatisch zu Zwangsverkäufen führt.

Kurzfristig richtet sich der Blick auf den Bereich um 69.000 bis 70.000 Dollar, wo frühere Widerstände nun als Unterstützung dienen könnten. Sollte Bitcoin das Niveau jedoch nicht halten, steigt die Wahrscheinlichkeit weiterer Rücksetzer deutlich.

Fazit: Die Struktur bleibt weiterhin extrem fragil

Der Markt bleibt klar in der Hand der Verkäufer. Ob die Region um 70.000 Dollar eine nachhaltige Gegenbewegung auslöst oder lediglich eine Zwischenstation auf dem Weg nach unten ist, dürfte sich in den kommenden Tagen entscheiden.

Angesichts geopolitischer Risiken, geldpolitischer Unsicherheit und strukturell schwacher Liquidität bleibt die Lage fragil – für Bullen wie für Bären.

Fakt ist jedoch, dass Bitcoin von seinem Hoch bei 126.000 US-Dollar bereits 45 Prozent korrigiert ist. Und auch wenn der Kurs noch weiter fallen kann, offenbaren sich meiner Meinung nach gerade attraktive Kaufchancen!

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Dennis Geisler
Dennis Geisler
Krypto Journalist

Dennis ist 25 Jahre alt und lebt seit August in Thailand. Seine Reise in die Welt der Kryptowährungen begann 2020 mit einem kleinen Investment in XRP über Binance. Aus der anfänglichen Neugier entwickelte sich schnell ein tiefes Interesse für die... Mehr lesen

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