Am Kryptomarkt zeigt sich heute erneut kräftige Dynamik. Bitcoin konnte deutlich zulegen und notiert aktuell bei rund 122.000 US-Dollar. Zwischenzeitlich erfolgte sogar ein Angriff auf das bisherige Allzeithoch bei 124.000 US-Dollar, ehe ein kleiner Rücksetzer die kurzfristige Bewegung etwas dämpfte. Daraus könnte sich in den kommenden Stunden eine kleinere Korrektur ergeben. Im größeren Bild bleibt die Lage jedoch klar bullisch, sämtliche Indikatoren deuten auf eine baldige Überwindung des Allzeithochs hin.

Viele Analysten erwarten daher, dass ein neues Allzeithoch in Kürze Realität wird. Dennoch warnt ein Analyst nun vor saisonalen Mustern, die ein schwächeres Oktober-Szenario signalisieren.

Bitcoin

Der jüngste Rücksetzer kam dabei kaum überraschend, denn rund um das alte Allzeithoch von Mitte August zeigt sich eben verstärkter Verkaufsdruck durch Gewinnmitnahmen. So sorgte das Niveau nahe 124.000 US-Dollar für Abgaben. Im 4-Stunden-Chart signalisiert der RSI mit einem Wert von etwa 85 weiterhin einen stark überkauften Markt. Eine kurzfristige Korrektur erscheint daher plausibel, ohne den übergeordneten Trend zu gefährden. Solange Bitcoin oberhalb von 118.000 US-Dollar bleibt, bleibt das bullische Setup grundsätzlich intakt.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Historisch zeigt Bitcoin im Oktober rund 20 Prozent Rendite, November sogar 46 Prozent.
  • Nach grünem September folgten in Vergangenheit stets Gewinne im vierten Quartal.
  • In 75 Prozent der Fälle brachte auch der Dezember weitere Kursgewinne.
  • Timothy Peterson warnt, entscheidend sei das Jahres-Momentum, nicht nur September.
  • 2025 liegt Bitcoin bei 20 Prozent YTD, das schwächste bullische Jahr bisher.
  • Benjamin Cowen erwartet den Zyklusgipfel noch vor Jahresende mit hoher Volatilität.
  • Michaël van de Poppe prognostiziert 150.000 US-Dollar und neues Allzeithoch im Oktober.

Bitcoin-Saisonalität: Oktober und November im Fokus -was jetzt?

Die historische Saisonalität im Kryptomarkt gilt als spannendes Muster. Besonders die Monate Oktober und November stechen hervor. Statistisch lag die durchschnittliche Rendite im Oktober bei rund 20 Prozent, während November mit durchschnittlich 46 Prozent sogar als stärkster Monat im Jahresverlauf gilt. Dieses saisonale Phänomen gewinnt zusätzlich an Gewicht, wenn der September im Vorfeld positiv ausfällt.

Daten der letzten Jahre zeigen: Nach einem grünen September folgten im Oktober und November ausnahmslos weitere Kursgewinne. Auch für Dezember sind die Wahrscheinlichkeiten erhöht, denn in rund 75 Prozent der Fälle zeigte sich nach einem starken September eine weitere positive Rendite. Im Jahr 2025 ist genau dieser Fall eingetreten: Bitcoin konnte im September rund fünf Prozent zulegen. Damit entspricht die Ausgangslage einem bullischen Muster, das in der Vergangenheit oft als Vorbote einer anhaltenden Rallye beobachtet wurde.

Saisonalität

Allerdings mahnt der Analyst Timothy Peterson zur Vorsicht. Seiner Einschätzung nach reicht es nicht aus, allein auf den September als Signalgeber zu setzen. Entscheidend sei vielmehr die Gesamtdynamik über die ersten neun Monate eines Jahres hinweg. Ein von ihm erstellter Vergleich zwischen den kumulierten Renditen von Januar bis September und den Oktober-Ergebnissen seit 2015 zeigt: Oktober verstärkt das bestehende Momentum, ganz gleich ob positiv oder schwach.

War das Jahr bis September stark, konnte der Oktober überdurchschnittlich anschließen. Fielen die YTD-Renditen hingegen schwächer aus, blieb auch der Oktober verhalten. Für 2025 ergibt sich daraus ein gemischtes Bild: Mit etwa 20 Prozent Year-to-Date-Performance handelt es sich um das schwächste bullische Jahr seit Beginn dieser Auswertung. Entsprechend könnte der Oktober zwar Zuwächse zwischen 7 und 31 Prozent bringen, doch das Potenzial bleibt unterhalb früherer Rekorde.

Realistisch liegen die Erwartungen laut Peterson daher im Bereich von 122.000 bis 149.000 US-Dollar.

Krypto-Experten sehen Top vor Jahresende: Stark bullisches Momentum

Derweil beschäftigen sich auch andere führende Experten mit einer Bitcoin-Prognose für das Q4:

Benjamin Cowen verweist auf ein wiederkehrendes Muster in der Bitcoin-Historie. Demnach zeigt sich oft, dass ein roter August einen lokalen Hochpunkt markiert, während ein grüner September die Basis für eine Bodenbildung legt. Diese Konstellation habe in der Vergangenheit regelmäßig den Weg für eine Aufwärtsbewegung im vierten Quartal geebnet. In solchen Phasen beschleunigte sich der Markt häufig bis zum jeweiligen Zyklushoch. Cowen leitet daraus ab, dass auch 2025 dieses Schema greifen könnte. Der Anstieg im September gilt für ihn als Signal, dass Bitcoin bereits sein lokales Tief gesehen hat und nun in die finale Phase des Bullenzyklus eintritt.

Michaël van de Poppe verweist derweil kurzfristig auf mehrere bullische technische Signale im Bitcoin-Chart. Besonders entscheidend sei, dass die 20-Wochen-Linie als Unterstützung gehalten hat, was in früheren Zyklen oft der Ausgangspunkt für starke Rallys war. Zudem sei der Abwärtstrend bei 112.000 US-Dollar gebrochen, was den Weg für neue Aufwärtsbewegungen freimache. Aktuell stehe Bitcoin vor dem höchsten Wochenabschluss in seiner Chart-Historie, begleitet von einer kräftigen Wochenkerze von rund sieben Prozent.

Parallel habe Gold bereits einen massiven Lauf hingelegt, während Bitcoin typischerweise mit zeitlicher Verzögerung nachziehe. Sollte sich dieses Muster bestätigen, rechnet van de Poppe in diesem Quartal mit einem Anstieg auf etwa 150.000 US-Dollar.


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Daniel Robrecht

Nach seinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium entschied sich Daniel für eine Tätigkeit als freiberuflicher Autor und verfasst mittlerweile seit rund 10 Jahren qualitative Publikationen zu diversen Fachthemen. Als Investor sammelte er jahrelang Erfahrung mit Aktien & Kryptowährungen. Neben einem langfristigen Investitionsansatz... Mehr lesen

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