Bitcoin bleibt auch heute klar unter Druck. Nach den jüngsten Verlusten rutschte der Kurs zeitweise wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 60.000 US-Dollar. Damit setzt sich der Crash fort, während FUD und Angst am Markt erneut deutlich zunehmen.

Besonders problematisch: Mehrere wichtige Unterstützungen wurden zuletzt aufgegeben, wodurch das technische Bild angeschlagen bleibt. Zwar gelang Bitcoin nach dem Rückfall unter 60.000 US-Dollar ein leichter Rebound, doch echte Stärke sieht anders aus.

Hoffnung machen nun vor allem On-Chain-Daten. Denn während viele Anleger verunsichert bleiben, scheinen große Marktteilnehmer den Rücksetzer zunehmend als Chance zu betrachten.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Bitcoin fällt unter 60.000 Dollar, doch Whale-Aktivität macht Anlegern neue Hoffnung.
  • Santiment meldet starke Transaktionen großer Adressen nach dem jüngsten Kursrutsch.
  • Alden und Stockton bleiben wegen Kapitalflüssen und Charttechnik weiterhin skeptisch.

Bitcoin-Wale greifen zu: Santiment-Daten machen Hoffnung

Während der Bitcoin-Kurs weiter schwächelt, zeigen aktuelle On-Chain-Daten von Santiment eine spannende Entwicklung. Demnach ist die Aktivität großer Marktteilnehmer zuletzt deutlich angesprungen. Konkret wurden 6.920 Transaktionen mit einem Wert von über 100.000 US-Dollar sowie 1.438 Transaktionen mit einem Wert von über 1 Million US-Dollar registriert. Laut Santiment handelt es sich dabei um den zweitgrößten Whale-Aktivitätsschub der vergangenen zwei Monate.

Diese Daten sind besonders relevant, weil Whale-Transaktionen häufig dann zunehmen, wenn große Investoren in Phasen hoher Unsicherheit aktiv werden. Während der breite Markt nach dem Rückfall unter 60.000 US-Dollar eher ängstlich reagiert, könnten institutionelle oder vermögende Anleger den Kursrückgang bereits als Einstiegsgelegenheit nutzen. Das bedeutet nicht automatisch, dass Bitcoin sofort wieder stark steigt. Whale-Spikes sind kein Garant für einen unmittelbaren Boden. Sie zeigen aber, dass hinter den Kulissen wieder mehr Bewegung entsteht.

Historisch werden solche Aktivitätsschübe oft genau dann beobachtet, wenn die Stimmung am Markt besonders schlecht ist. Große Adressen agieren häufig antizyklisch: Sie kaufen oder verschieben Kapital, während Retail-Anleger verkaufen oder abwarten. Sollte es sich tatsächlich um Akkumulation handeln, wäre das ein positives Signal für Bitcoin. Denn dann wäre die aktuelle Kursschwäche möglicherweise weniger Ausdruck fundamentaler Schwäche, sondern eher eine Phase, in der starke Hände Positionen aufbauen.

Kurzfristig bleibt Bitcoin technisch angeschlagen. Doch die Santiment-Daten zeigen: Trotz Crash, Angst und gebrochener Supports ist das Interesse großer Marktteilnehmer nicht verschwunden. Im Gegenteil, die Wale kommen wieder in Bewegung.

Bitcoin Expertenprognose: Alden und Stockton bleiben skeptisch

Trotz der jüngsten Whale-Aktivität bleiben einige Analysten vorsichtig. Besonders Lyn Alden sieht den aktuellen Druck auf Bitcoin nicht nur als kurzfristiges Chartproblem, sondern als Folge eines größeren Kapitalwechsels. Ihrer Einschätzung nach wird der breite Kryptomarkt derzeit nüchterner bewertet. Viele Projekte, die früher mit Dezentralisierung, DeFi-Narrativen oder regulatorischen Lücken große Erwartungen geweckt haben, hätten ihre Versprechen nicht ausreichend erfüllt. Auch der Total Value Locked im DeFi-Sektor konnte die Hochs aus dem Jahr 2021 nicht nachhaltig übertreffen. Damit fehle dem Kryptomarkt aktuell ein starker fundamentaler Rückenwind.

Zugleich verweist Alden darauf, dass Kapital, das früher Bitcoin und Krypto als schnellstes Wachstumssegment gesucht hat, nun verstärkt in andere Themen fließt. Vor allem KI, Chip-Aktien, Hyperscaler und mögliche Großereignisse wie ein SpaceX-Börsengang ziehen Aufmerksamkeit und Liquidität an. Solange dieser Hype nicht abkühlt, könnte Bitcoin weiter unter Druck bleiben. Aus dieser Perspektive ist Bitcoin nicht zwingend schwach, aber derzeit nicht der attraktivste Risk-on-Trade.

Noch technischer argumentiert Katie Stockton von Fairlead Strategies. Sie verweist darauf, dass Bitcoin am 200-Tage-Durchschnitt gescheitert sei und nun an einem wichtigen Fibonacci-Level notiere. Sollte auch diese Zone brechen, könne es aus technischer Sicht zu einer deutlich tieferen Korrektur kommen. Laut Stockton wäre dann sogar ein Rücklauf in den niedrigen 40.000-Dollar-Bereich möglich.

Zudem betont sie, dass Bitcoin zwar langfristig überverkauft wirke, ein belastbarer Boden aber noch nicht bestätigt sei. Dafür brauche es zunächst mehrere Wochen Stabilisierung. Kurzfristige Rebounds oder Whale-Käufe reichen ihr offenbar nicht aus.

Die Botschaft beider Analysten ist damit ähnlich: On-Chain-Signale machen Hoffnung, doch Makro-Kapitalflüsse und Charttechnik sprechen weiterhin für Vorsicht.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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