Bitcoin startet fester in die neue Krypto-Woche. Nach der Erholung über 65.000 US-Dollar wirkt der Markt kurzfristig stabiler, auch weil die angekündigte Einigung zwischen den USA und Iran Risikoappetit zurückbringt und Ölpreise deutlich nachgaben. Dennoch bleibt das große Bild angeschlagen: Der Abwärtstrend ist intakt, die Zone um 60.000 bis 61.500 US-Dollar bleibt entscheidend. Genau dort könnte sich nun jedoch eine erste Bodenbildung andeuten. Neben der Makro-Entspannung rücken vor allem On-Chain-Daten in den Fokus: Laut CryptoQuant haben große Bitcoin-Wale zuletzt ihre Verkäufe beendet und wieder akkumuliert.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Bitcoin erholt sich über 65.000 Dollar, Wale akkumulieren nahe wichtiger Unterstützung.
  • CryptoQuant sieht Verkaufsende großer Investoren und sinkenden Angebotsdruck aktuell.
  • Doppelboden bei 60.000 Dollar möglich, Bestätigung durch Ausbruch fehlt noch.

CryptoQuant: Wale stützen Bitcoin bei 60.000 US-Dollar

Die Analyse von CryptoQuant zeichnet ein kurzfristig bullischeres Bild. Demnach kam es Anfang Juni zunächst zu massiven Zuflüssen alter Coins auf Börsen. Das spricht häufig dafür, dass langfristige Halter oder größere Adressen verkaufen wollen. Genau diese Phase fiel mit dem Rückgang von Bitcoin in Richtung 61.000 US-Dollar zusammen. Anschließend drehte das Bild jedoch: Die Börsen-Nettoflüsse wurden negativ, während laut Analyse rund 11.400 BTC von Börsen abgezogen wurden. Das kann auf Akkumulation und Verwahrung in Cold Wallets hindeuten.

Besonders wichtig ist dabei der Bereich zwischen 60.000 und 61.500 US-Dollar. Dort scheinen größere Marktteilnehmer Angebot aufgenommen zu haben. Wenn Wale in einer Panikphase kaufen, während schwächere Hände verkaufen, entsteht häufig eine mögliche Bodenstruktur. Die Aussage bleibt dennoch vorsichtig: Ein Boden ist nicht garantiert, aber die On-Chain-Daten sprechen dafür, dass der Verkaufsdruck kurzfristig nachgelassen hat.

Passend dazu sprang Bitcoin nach der Entspannung im Nahost-Konflikt wieder über 65.000 US-Dollar. Coindesk meldete ebenfalls einen Anstieg auf ein Zweiwochenhoch über 65.500 US-Dollar nach der US-Iran-Einigung. Damit treffen aktuell zwei Faktoren zusammen: weniger Makro-Stress und eine mögliche Angebotsverknappung durch Wale.

Doppelboden bei Bitcoin? Noch nicht bestätigt, aber möglich

Charttechnisch könnte sich im Bereich um 60.000 US-Dollar ein Doppelboden anbahnen. Ein Doppelboden entsteht, wenn ein Kurs zweimal eine ähnliche Unterstützungszone testet, dort Käufer findet und anschließend über das Zwischenhoch ausbricht. Erst dieser Ausbruch bestätigt das Muster. Vorher bleibt es nur ein mögliches Setup.

bitcoin

Bei Bitcoin ist die erste Voraussetzung sichtbar: Der Markt hat den Bereich um 60.000 bis 61.500 US-Dollar mehrfach verteidigt. Zudem folgte zuletzt eine Erholung in Richtung 65.000 US-Dollar. Für eine echte Trendwende müsste Bitcoin jedoch weiter Stärke zeigen und wichtige Widerstände zurückerobern. Solange der Kurs unter den fallenden gleitenden Durchschnitten bleibt, bleibt der übergeordnete Abwärtstrend intakt.

Trotzdem ist der Bereich spannend. Wenn Wale dort tatsächlich akkumulieren und der Markt gleichzeitig durch sinkende geopolitische Risiken gestützt wird, könnte aus der Stabilisierung eine technische Bodenbildung werden. Noch ist das kein Kaufsignal, aber ein erstes bullisches Warnzeichen für die Bären.

Bitcoin könnte vor der Fed-Sitzung zunächst weiter steigen

Der bekannte Analyst „That Martini Guy“ sieht kurzfristig weiteres Aufwärtspotenzial für Bitcoin. Während viele Marktteilnehmer auf die große Liquiditätszone zwischen 50.000 und 60.000 US-Dollar unterhalb des aktuellen Kurses blicken, richtet er den Fokus zunächst auf die Liquidität oberhalb des Marktes. Laut seiner Heatmap-Analyse arbeitet sich Bitcoin aktuell stufenweise nach oben, räumt dabei immer wieder Liquidität über dem Kurs ab und schafft so Raum für weitere kurzfristige Anstiege.

Besonders auf den 24-Stunden-, 48-Stunden- und Wochen-Heatmaps erkennt der Analyst eine fortlaufende Serie höherer Kursstufen. Dieses Muster deute darauf hin, dass der Markt zunächst weitere Short-Positionen und Liquidität oberhalb des aktuellen Preisniveaus anziehen könnte. Gleichzeitig bildet sich jedoch eine steigende Keilformation („Rising Wedge“), die aus charttechnischer Sicht häufig als potenziell bearishes Muster gilt.

Deshalb bleibt der Analyst trotz kurzfristigem Optimismus mittelfristig vorsichtig. Vor der FOMC-Zinsentscheidung erwartet er keinen großen Richtungswechsel. Vielmehr könnte Bitcoin zunächst weitere Liquidität oberhalb von 65.000 US-Dollar einsammeln, bevor der Markt entscheidet, ob anschließend die deutlich größere Liquiditätszone im Bereich von 50.000 bis 60.000 US-Dollar ins Visier genommen wird. Damit bleibt kurzfristig ein Anstieg möglich, während das Risiko einer späteren Korrektur bestehen bleibt.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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