Für Strategy (ehemals MicroStrategy) geraten die Schlagzeilen zunehmend ins Negative. Während eine US-Anwaltskanzlei mögliche Ansprüche von Investoren prüft, sorgt gleichzeitig ein neuer Stresstest des Bitcoin-Analysten Adam Livingston für Diskussionen. Das Modell zeigt zwar keine unmittelbare Insolvenzgefahr, zeichnet für Aktionäre jedoch ein äußerst pessimistisches Szenario.
Die Entwicklungen verdeutlichen, dass mit dem anhaltenden Rückgang des Bitcoin-Kurses auch die Risiken des größten börsennotierten Bitcoin-Investors wieder stärker in den Fokus rücken.
Das Wichtigste im Überblick:
- Die Rosen Law Firm prüft mögliche Anlegerklagen gegen Strategy und untersucht, ob Investoren über Risiken des Bitcoin-Geschäftsmodells unzureichend informiert wurden.
- Ein neuer Stresstest kommt zu dem Ergebnis, dass Strategy selbst bei einem Bitcoin-Einbruch auf rund 26.600 US-Dollar voraussichtlich keine unmittelbare Insolvenz drohen würde.
- Dennoch könnten Aktionäre in einem Extremszenario erhebliche Wertverluste erleiden, da der Bitcoin-Anteil pro Aktie laut Modell massiv zurückgehen würde.
Rosen Law Firm untersucht mögliche Anlegeransprüche
Die US-amerikanische Kanzlei Rosen Law Firm hat eine offizielle Untersuchungsseite eingerichtet, über die sich Investoren von Strategy einer möglichen Sammelklage anschließen können.
Im Mittelpunkt steht die Frage, ob das Unternehmen oder seine Führungskräfte Anleger möglicherweise durch irreführende Aussagen über die Bitcoin-Treasury-Strategie, die Profitabilität oder die Risiken der kreditfinanzierten Bitcoin-Käufe getäuscht haben könnten.
STRATEGY CLASS ACTION LAWSUIT INVESTIGATION GOES LIVE: INVESTORS CAN JOIN WITH A SINGLE CLICK
Rosen Law Firm has launched a webpage allowing investors who purchased Strategy securities ($MSTR, $STRF, $STRC, $STRK, and $STRD) to join its prospective class action investigation… pic.twitter.com/jpBXcOUc7k
— Bitcoin News (@BitcoinNewsCom) June 25, 2026
Bislang handelt es sich jedoch lediglich um eine Untersuchung möglicher Ansprüche. Weder wurde eine Klage eingereicht, noch gibt es Feststellungen über ein Fehlverhalten des Unternehmens. Strategy selbst hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht öffentlich geäußert.
Stresstest simuliert einen massiven Bitcoin-Crash
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt Strategy durch einen neuen Stresstest des Bitcoin-Analysten Adam Livingston. Er simulierte ein Szenario, in dem Bitcoin innerhalb weniger Monate auf rund 26.600 US-Dollar fällt, die Kapitalmärkte über längere Zeit geschlossen bleiben und Strategy gezwungen wäre, Teile seiner Bitcoin-Bestände zu verkaufen, um vorrangige Verbindlichkeiten zu bedienen.
MSTR Stress Test Says No “Death Spiral,” but BTC Per Share Could Collapse
Analyst Adam Livingston said he ran a three-year stress test on MSTR, assuming BTC falls to $26,611 by month six, mNAV drops below 0.50x, capital markets close, and BTC must be sold to service senior debt.… pic.twitter.com/x3jiqVsnzX
— Wu Blockchain (@WuBlockchain) June 26, 2026
Trotz dieser extremen Annahmen kommt Livingston zu dem Schluss, dass Strategy nicht in eine sogenannte „Death Spiral“ geraten würde. Nach seinem Modell könnte das Unternehmen auch nach mehreren Jahren noch einen erheblichen Teil seiner Bitcoin-Bestände halten.
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Das größte Risiko sehen Analysten bei den Aktionären
Während das Unternehmen selbst den Stresstest überstehen könnte, sieht Livingston die größten Auswirkungen bei den Anteilseignern.
Nach seiner Simulation würde der Bitcoin-Anteil pro Aktie drastisch sinken. Ursache wären unter anderem mögliche Verwässerungen durch neue Kapitalmaßnahmen sowie notwendige Verkäufe von Bitcoin zur Bedienung bestehender Verpflichtungen.
Das Modell geht davon aus, dass Strategy nach dem Verbrauch seiner Barreserven innerhalb von drei Jahren rund 115.700 Bitcoin verkaufen müsste. Selbst danach würde das Unternehmen allerdings noch mehr als 731.000 Bitcoin besitzen.
Diskussion über Strategy dürfte weiter an Fahrt aufnehmen
Strategy bleibt damit eines der umstrittensten Unternehmen im gesamten Kryptosektor. Während Befürworter auf die langfristigen Chancen der enormen Bitcoin-Reserven setzen, verweisen Kritiker auf die hohe Verschuldung und die starke Abhängigkeit von funktionierenden Kapitalmärkten.
Die laufende Untersuchung der Rosen Law Firm sowie die Ergebnisse des neuen Stresstests dürften die Debatte über die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells weiter anheizen. Ob aus der Untersuchung tatsächlich eine Sammelklage entsteht und ob sich die extremen Annahmen des Stresstests jemals bewahrheiten, bleibt jedoch abzuwarten.
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