Nach einer monatelangen Korrektur mehren sich die Anzeichen, dass Bitcoin seinem Zyklustief näher kommen könnte. Neue Daten von Glassnode zeigen eine fortgeschrittene Kapitulationsphase bei langfristigen Investoren und Minern. Gleichzeitig verteidigt Bitcoin seit Monaten eine entscheidende Unterstützungszone – trotz zahlreicher negativer Nachrichten. Ob das Tief bereits erreicht wurde, bleibt offen, doch mehrere Indikatoren sprechen dafür, dass der Markt in eine entscheidende Phase eingetreten ist.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Glassnode sieht Bitcoin weiterhin in einer Bodenbildungsphase. Die Kapitulation langfristiger Anleger nimmt zu, der Prozess gilt jedoch noch nicht als abgeschlossen.
  • Rund 20 Prozent der Bitcoin-Miner arbeiten laut JPMorgan inzwischen unprofitabel. Historisch gingen vergleichbare Miner-Kapitulationen häufig einer langfristigen Erholung voraus.
  • Die Unterstützung bei 60.000 US-Dollar hält trotz negativer Nachrichten und ETF-Abflüssen seit mehreren Monaten stand. Viele Analysten werten dies als Zeichen einer robusten Nachfrage.

Glassnode erkennt typische Muster einer Bodenbildung

Laut der aktuellen Wochenanalyse von Glassnode befindet sich Bitcoin weiterhin unter wichtigen Kostenbasisniveaus vieler Marktteilnehmer. Gleichzeitig nehmen mehrere klassische Merkmale einer Kapitulationsphase zu.

Besonders auffällig ist der starke Anstieg der realisierten Verluste langfristiger Investoren. Diese lagen zuletzt zeitweise bei rund 280 Millionen US-Dollar pro Tag. Solche Phasen treten häufig dann auf, wenn viele Anleger nach längeren Kursverlusten ihre Positionen aufgeben.

Dennoch betonen die Analysten, dass die Bodenbildung noch nicht vollständig abgeschlossen sei. Vor allem anhaltende Nettoabflüsse bei den Spot-Bitcoin-ETFs sowie ein Optionsmarkt, der weiterhin fallende Kurse einpreist, sprechen dafür, dass noch Unsicherheit besteht.

Bitcoin-Miner unter Wasser

Zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen derzeit die Miner. Nach Angaben von JPMorgan handelt Bitcoin inzwischen seit rund fünf Monaten unter den geschätzten Produktionskosten vieler Mining-Unternehmen.

Dadurch arbeiten etwa 20 Prozent der Miner aktuell unprofitabel. Um laufende Kosten zu decken, verkauften börsennotierte Mining-Unternehmen allein im ersten Quartal mehr als 32.000 Bitcoin.

Historisch betrachtet war eine solche Miner-Kapitulation jedoch häufig ein spätes Signal innerhalb eines Bärenmarktes. Sobald wirtschaftlich schwächere Miner ihre Bestände verkauft oder den Betrieb eingestellt haben, nimmt der Verkaufsdruck oft deutlich ab und schafft die Grundlage für eine spätere Erholung.


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Warum die Marke von 60.000 US-Dollar so wichtig ist

Neben den On-Chain-Daten richtet sich der Blick vieler Analysten auf die technische Situation. Besonders bemerkenswert ist dabei die Stabilität der Unterstützung bei rund 60.000 US-Dollar.

Obwohl Bitcoin in den vergangenen Monaten mit zahlreichen Belastungsfaktoren konfrontiert war – darunter geopolitische Konflikte, steigende Zinserwartungen, massive ETF-Abflüsse und Verkäufe großer Marktteilnehmer – konnte diese Marke bislang verteidigt werden.

Für einige Analysten ist dies ein Hinweis darauf, dass im Hintergrund weiterhin erhebliche Kaufnachfrage vorhanden ist. Selbst negative Nachrichten führten zuletzt nicht mehr zu neuen Tiefständen, was häufig als Zeichen nachlassender Verkäuferstärke interpretiert wird.

Noch keine Entwarnung

Ob das endgültige Tief bereits erreicht wurde, kann derzeit niemand mit Sicherheit sagen. Die aktuelle Datenlage zeigt jedoch mehrere Entwicklungen, die in früheren Marktzyklen häufig während der späten Phase eines Bärenmarktes auftraten.

Die Kombination aus hohen realisierten Verlusten, zunehmender Miner-Kapitulation und einer überraschend stabilen Unterstützung spricht dafür, dass Bitcoin in eine entscheidende Phase eingetreten ist. Gleichzeitig mahnen die weiterhin schwachen ETF-Flüsse und die vorsichtige Positionierung an den Terminmärkten zur Geduld.

Die kommenden Wochen dürften daher zeigen, ob aus der aktuellen Bodenbildungsphase tatsächlich der Startschuss für den nächsten Aufwärtstrend wird oder ob der Markt zunächst noch eine weitere Bereinigung benötigt.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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