Bitcoin steht weiter massiv unter Druck. Zuletzt testete BTC erneut den Bereich um 60.000 US-Dollar, nach rund 15 Prozent Verlust in nur einer Woche. Vom Allzeithoch ist Bitcoin inzwischen mehr als 50 Prozent entfernt, Momentum fehlt weiterhin. Zwar gelang kurzfristig eine Erholung auf rund 63.000 US-Dollar, doch das Gesamtbild bleibt klar bearish geprägt. Angst dominiert, das Sentiment ist schwach, und technisch bleibt der Abwärtstrend intakt.
Genau in dieser Phase rückt jedoch ein mögliches Bodenbildungsfenster näher. Noch ist der finale Boden nicht bestätigt, doch erste On-Chain-Signale deuten darauf hin, dass Bitcoin wieder in eine Zone kommt, die historisch für langfristige Anleger interessant wurde. Was zeigt uns die Bitcoin Prognose für den Juni 2026?
Das Wichtigste im Überblick:
- Bitcoin verliert 16 Prozent, Futures-Märkte treiben Verkaufsdruck massiv weiter an.
- Binance verzeichnet Rekordvolumen, Kapitulation vieler gehebelter Trader beschleunigt Abverkauf.
- ETF-Abflüsse verstärken Schwäche, Bereinigung könnte langfristigen Boden vorbereiten.
Dieser Bitcoin-Chart weckt Hoffnung
Hoffnung macht aktuell ein Chart, den Analyst Benjamin Cowen hervorhebt: der Anteil des Bitcoin-Angebots im Gewinn und im Verlust. Konkret zeigt die Metrik, wie viel Prozent der umlaufenden BTC aktuell über oder unter dem jeweiligen Kaufpreis notieren. In Bullenmärkten liegt ein großer Teil des Angebots im Gewinn. In tiefen Bärenmarktphasen steigt dagegen der Anteil der Coins im Verlust deutlich an.
Spannend ist nun, dass sich beide Linien laut Cowen gerade gekreuzt haben. Das bedeutet: Der Anteil der Bitcoin-Bestände im Verlust ist zuletzt stark gestiegen, während der Anteil im Gewinn deutlich gefallen ist. Historisch war das kein sofortiges Kaufsignal, aber häufig ein wichtiger Hinweis darauf, dass der Markt in eine späte Bärenmarktphase eintritt. Cowen betont deshalb, dass man nach solchen Kreuzungen nach großen Zyklusböden sucht – nicht davor.
I love the cadence of this chart
Bitcoin % of Supply in Profit/Loss
As I said previously, you start looking for major market cycle bottoms *after* they cross, not before.
They just crossed.
Such a great chart for keeping people on the right side of the market in midterm years pic.twitter.com/a4lDC6wOlv
— Benjamin Cowen (@benjamincowen) June 8, 2026
Wichtig bleibt jedoch die Einordnung: Auch nach früheren Crossovers fiel Bitcoin teilweise noch weiter oder bewegte sich monatelang seitwärts. Die Metrik signalisiert also nicht zwingend, dass der Boden bereits erreicht ist. Sie zeigt vielmehr, dass der Markt zunehmend bereinigt wird. Schwache Hände verkaufen, viele Anleger sitzen auf Verlusten, die Stimmung ist extrem negativ. Genau solche Phasen waren langfristig oft die Grundlage für spätere Akkumulation.
Damit passt der Chart zur aktuellen Marktlage: kurzfristig bleibt Bitcoin angeschlagen, doch langfristig verbessert sich das Chance-Risiko-Verhältnis langsam.
Bitcoin nähert sich historischer Akkumulationszone
Eine weitere spannende On-Chain-Metrik ist aktuell der sogenannte „Percent Supply in Profit“. Diese Kennzahl misst, welcher Anteil aller existierenden Bitcoin derzeit auf nicht realisierten Gewinnen sitzt. Liegt der Wert beispielsweise bei 80 Prozent, befinden sich vier von fünf BTC im Gewinn. Fällt die Metrik dagegen in Richtung 50 Prozent, bedeutet dies, dass rund die Hälfte aller Anleger bereits Verluste hält.
Genau das passiert aktuell. Laut den jüngsten Glassnode-Daten ist der Wert wieder in den Bereich um 50 Prozent gefallen – ein Niveau, das zuletzt während des Bärenmarktes 2022 erreicht wurde. Historisch trat diese Zone meist dann auf, wenn die Marktstimmung bereits extrem negativ war und viele Anleger kapitulierten. Die Mehrheit der kurzfristigen Spekulanten hat den Markt dann häufig bereits verlassen.
bitcoin:native Percent Supply in Profit measures the percentage of all BTC currently sitting on unrealized gains. When the metric approaches 50%, it means roughly half of all holders are underwater — something that has historically occurred during the later stages of bear markets… pic.twitter.com/jDTDhM3mi9
— Daniel R. (@DanielRobrecht) June 8, 2026
Wichtig ist jedoch die richtige Einordnung. Die Metrik signalisiert nicht automatisch das Ende des Bärenmarktes. Auch 2022 fiel Bitcoin nach dem Erreichen ähnlicher Werte noch etwas weiter, bevor das endgültige Tief markiert wurde. Damals lag das finale Tief allerdings nur noch rund zehn Prozent entfernt.
Genau deshalb sehen viele Analysten diese Entwicklung als positives langfristiges Signal. Wenn immer mehr Marktteilnehmer Verluste halten und die Stimmung am Boden liegt, entstehen häufig die attraktivsten Akkumulationsphasen eines Zyklus. Kurzfristig bleibt Vorsicht angebracht, doch aus langfristiger Sicht nähert sich Bitcoin damit einer Zone, die historisch oft attraktive Chancen für geduldige Investoren bot.
Derivate-Händler treiben die Bitcoin-Kapitulation an
Die jüngste Schwäche bei Bitcoin wurde laut den Daten von CryptoQuant und Analyst Darkfost vor allem durch den Terminmarkt ausgelöst. Während Bitcoin innerhalb einer Woche rund 16 Prozent verlor, explodierte gleichzeitig das Verkaufsvolumen an den Futures-Börsen. Besonders auffällig war dabei Binance, das derzeit rund 38 Prozent des gesamten Open Interest im Bitcoin-Markt kontrolliert und damit eine zentrale Rolle für die kurzfristige Preisfindung spielt.
🗞️ Bitcoin drops 16% as derivatives traders drive a wave of capitulation
This week has been particularly challenging for Bitcoin. The correction accelerated sharply as heavy selling pressure hit the derivatives market, triggering a significant increase in volatility.
🔴 Over… pic.twitter.com/wB69wuIWAM
— Darkfost (@Darkfost_Coc) June 8, 2026
Dort erreichten aggressive Verkaufsorders zuletzt außergewöhnlich hohe Niveaus. Allein am Freitag wurden Futures-Verkäufe im Umfang von fast 15 Milliarden US-Dollar registriert. Auch an den übrigen Handelstagen lagen die täglichen Verkaufsvolumina zwischen 10 und 13 Milliarden US-Dollar. Damit hat sich das durchschnittliche Verkaufsvolumen auf Binance innerhalb kurzer Zeit mehr als verdoppelt.
Für Analysten ist dies ein klassisches Zeichen einer Kapitulationsphase. In solchen Marktphasen werden Positionen zwangsliquidiert, gehebelte Trader aus dem Markt gespült und Panikverkäufe verstärken den Abwärtsdruck zusätzlich. Erschwerend kam hinzu, dass die Spot-Bitcoin-ETFs gleichzeitig ihre schwächste Woche seit April 2025 verzeichneten und Nettoabflüsse von rund 1,75 Milliarden US-Dollar meldeten.
Kurzfristig bleibt das ein klares Warnsignal. Gleichzeitig entstehen große Marktböden häufig genau dann, wenn die Kapitulation ihren Höhepunkt erreicht. Die aktuellen Daten zeigen daher vor allem eines: Der Markt befindet sich in einer Phase extremer Bereinigung, die zwar weitere Volatilität erwarten lässt, langfristig aber die Grundlage für eine spätere Stabilisierung schaffen könnte.
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