Capital B hat seine Bitcoin-Reserve zwischen dem 17. August und dem 7. September von 3.145 BTC auf 3.521 BTC erhöht – ein Zuwachs von rund 12 Prozent. Trotzdem blieb der Wert pro Aktie nach der „fully diluted“-Logik praktisch unverändert, weil im selben Zeitraum die Zahl der Anteile ebenfalls deutlich wuchs.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Capital B erhöhte die Bitcoin-Reserve zwischen 17. August und 7. September um rund 12% auf 3.521 BTC
  • Die fully diluted share count stieg von 427.074.421 auf 477.977.121 Anteile
  • Bitcoin pro verwässerter Aktie bewegte sich nur von 736,4 auf 736,6 Satoshis
  • Am 8. September trat ein zehnfacher Reverse Stock Split in Kraft
  • Finanzierung über Stammaktien plus vier Warrants pro Aktie mit fünfjähriger Laufzeit

Capital B erhöht Reserve – pro Aktie bleibt kaum mehr übrig

Die nackten Zahlen wirken zunächst eindeutig: Mehr Bitcoin im Tresor sollte mehr Wert pro Aktie bedeuten. Doch die Verwässerungsfalle bei Capital B zeigt, dass die Rechnung komplizierter ist, sobald man die Anspruchsseite mitzählt.

Parallel zur Reserve wuchs die fully diluted share count von 427.074.421 auf 477.977.121 Anteile. Das Ergebnis: 736,4 Satoshis pro verwässerter Aktie am 17. August standen 736,6 Satoshis am 7. September gegenüber – eine Bewegung, die statistisch kaum von null zu unterscheiden ist.

Zusätzliche Komplexität brachte der 8. September, als ein zehnfacher Reverse Stock Split in Kraft trat: Zehn alte Anteile wurden zu einem neuen Anteil zusammengelegt. Wer Charts oder Performance-Vergleiche erstellt, muss dieselbe Share-Basis verwenden, sonst entstehen aus reiner Konsolidierung vermeintlich spektakuläre Effekte.

Wie die Verwässerungsfalle entsteht

Capital B finanziert seine Bitcoin-Käufe über drei Kanäle: operativen Cashflow, neue Aktienemissionen oder Fremdkapital wie Wandelanleihen. Jede Variante wirkt anders auf bestehende Aktionäre – der Verkauf neuer Aktien bringt Liquidität, verdünnt aber die prozentuale Beteiligung, während Fremdkapital die Quote zunächst schont, dafür aber Rückzahlungs- oder Konversionspflichten schafft.

Konkret nutzte das Unternehmen Finanzierungspakete, bei denen jede Stammaktie mit vier Warrants unterschiedlicher Ausübungspreise und fünfjähriger Laufzeit kombiniert wurde. Solche Konstruktionen ähneln Mustern, die auch bei Aktienemissionen anderer Bitcoin-Treasury-Unternehmen zu beobachten sind: Die spätere Warrant-Ausübung schafft zwar neue Anteile und bringt Kapital, ist zum Bewertungszeitpunkt aber kein Cash in der Kasse.

Bitcoin-denominierte Wandelstrukturen fügen eine weitere Ebene hinzu: Sind Rückzahlung und Umwandlung an Bitcoin gebunden, kann eine wachsende Reserve zwar höhere Werthaltigkeit signalisieren, in Euro gerechnet aber andere Kosten- und Verpflichtungsdynamiken erzeugen. Vergleichbare Fragen stellen sich auch bei anderen Krypto-Treasury-Modellen, bei denen neue Vorzugsaktien zur Finanzierung weiterer Käufe ausgegeben werden.

Was Anleger bei BTC-pro-Aktie-Kennzahlen prüfen sollten

Für Aktionäre lohnt sich ein Blick auf mehrere Ebenen parallel. Zunächst die Finanzierungsbedingungen: Werden neue Aktien oberhalb des Bitcoin-Werts eines Bestandsanteils ausgegeben, oder verwässert die Emission den bestehenden Anspruch?

Ebenso wichtig sind Verpflichtungen aus Wandelstrukturen, Warrants und potenziellen Ausgabeereignissen – die reine Zahl der aktuell ausstehenden Aktien erzählt nur einen Teil der Geschichte. Kennzahlen wie „BTC Yield“ sind an Unternehmensannahmen gekoppelt und lassen sich nicht automatisch mit dem tatsächlichen Aktionärs-Ertrag gleichsetzen.

Schließlich berichtet Capital B seine Zahlen in Euro, während Bitcoin selbst keine Euro-Forderung darstellt – Wechselkursschwankungen verändern den Euro-Gegenwert derselben Coin-Menge in der Bilanz. Als auf Euronext Growth Paris gelistetes Unternehmen unterliegt Capital B außerdem anderen Offenlegungsanforderungen als stark regulierte Hauptmärkte, was Vergleiche mit US- oder anderen europäischen Treasury-Firmen zusätzlich erschwert.

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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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