Bitcoin notiert am Donnerstagnachmittag 1,5 Prozent höher bei 77.756 US-Dollar, steht auf Wochensicht aber 2,37 Prozent im Minus. Auffälliger als die Kursbewegung selbst ist laut Bitwise die 90-Tage-Korrelation zwischen Bitcoin und Gold, die auf den höchsten Stand seit fast sechs Jahren gestiegen ist – während sich Bitcoin laut Glassnode zugleich vom S&P 500 abkoppelt.
Das Wichtigste im Überblick:
- 90-Tage-Korrelation zwischen Bitcoin und Gold laut Bitwise auf höchstem Stand seit fast sechs Jahren
- 30-Tage-Korrelation zum S&P 500 sank laut Glassnode während der August-Rallye in Richtung null
- Bitcoin sprang innerhalb einer Woche um 22,4 Prozent, stärkster Wochengewinn seit März 2024
- Widerstand liegt zwischen 83.000 und 86.000 US-Dollar, Unterstützung zwischen 62.000 und 65.000 US-Dollar
Bitcoin und Gold erreichen höchste Korrelation seit 2020
Nach Daten von Bitwise ist die 90-Tage-Korrelation zwischen Bitcoin und Gold auf den höchsten Stand seit fast sechs Jahren gestiegen. Eine vergleichbar enge Kopplung war zuletzt 2020 zu beobachten, als Regierungen und Notenbanken mit umfangreichen Konjunkturprogrammen auf die Corona-Krise reagierten.

Besonders deutlich zeigte sich der Gleichlauf während der jüngsten Rallye: Innerhalb einer Woche legte Bitcoin um 22,4 Prozent zu, der stärkste Wochengewinn seit März 2024. Gold stieg im gleichen Zeitraum um rund fünf Prozent. Bitwise-Researchchef André Dragosch wertet den Gleichlauf als Zeichen dafür, dass Anleger Bitcoin und Gold in Phasen starker makroökonomischer Unsicherheit zunehmend ähnlich bewerten – ähnlich wie bereits bei den jüngsten Rekordzuflüssen in Gold- und Bitcoin-ETFs sichtbar wurde.
Bitcoin löst sich vom S&P 500
Noch bemerkenswerter ist laut Glassnode die Entwicklung gegenüber Aktien: Die 30-Tage-Korrelation von Bitcoin mit dem S&P 500 sank während der August-Rallye in Richtung null. Während Bitcoin kräftig anzog, bewegten sich US-Aktien weitgehend seitwärts.

Auch zum US-Dollar zeigt sich ein gegenläufiges Bild: Ende August war Bitcoin negativ mit dem US-Dollar-Index korreliert. Ein schwächerer Dollar könnte damit sowohl Gold als auch Bitcoin Rückenwind geben – ein Zusammenhang, der sich auch bei der jüngsten Reaktion des Bitcoin-Kurses auf geldpolitische Signale der Fed zeigte.
Makro-Unsicherheit als gemeinsamer Treiber
Der Vergleich mit 2020 liegt nahe: Damals wie heute reagieren Märkte auf massive geldpolitische Eingriffe mit einer stärkeren Kopplung von Bitcoin und Gold. Beide Anlageklassen werden in solchen Phasen offenbar zunehmend als Absicherung gegen dieselben makroökonomischen Risiken behandelt, ein Muster, das auch im Kontext hoher US-Staatsschulden diskutiert wird.
Wichtig bleibt die Einordnung: Der Primärbefund zeigt eine aktuelle, deutlich erhöhte Korrelation, keine dauerhafte strukturelle Verschiebung. Vergleichbare Phasen enger Kopplung waren in der Vergangenheit eher episodisch als permanent.
Nächste Hürden für den Bitcoin-Kurs
Nach der August-Rallye ist Bitcoin wieder unter 80.000 US-Dollar gefallen. Laut Glassnode liegt zwischen 83.000 und 86.000 US-Dollar eine wichtige Widerstandszone, während der Bereich zwischen 62.000 und 65.000 US-Dollar als Unterstützung gilt.
Gleichzeitig steigt das Risiko von Gewinnmitnahmen: Ende August lagen bei einem Kurs von rund 78.000 US-Dollar 68 Prozent des Bitcoin-Angebots im Gewinn, gegenüber 65 Prozent im Mai. Historisch waren vergleichbare Entkopplungen von Bitcoin und Aktien während Ausverkäufen am Staatsanleihemarkt zudem oft nur von kurzer Dauer.
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