Bitcoin ist am Freitag unter die Marke von 78.000 Dollar gefallen und schloss bei rund 77.500 Dollar. Ausgelöst wurde der Rutsch durch die erste große Rede von Fed-Chef Kevin Warsh beim Notenbanksymposium in Jackson Hole, nachdem der Kurs im Tagesverlauf noch über 81.000 Dollar notiert hatte. Zum Handelsschluss stand ein Minus von rund 3 Prozent gegenüber dem Vortag zu Buche.
Das Wichtigste im Überblick:
- Bitcoin fiel nach Warshs Jackson-Hole-Rede um rund 3 Prozent auf etwa 77.500 Dollar
- Spot-Bitcoin-ETFs beendeten eine neuntägige Zuflussserie mit 201,8 Millionen Dollar an Abflüssen
- Rund 486 Millionen Dollar an gehebelten Positionen wurden am Freitag liquidiert
- Widerstand liegt bei 80.000 bis 82.000 Dollar, Unterstützung im Bereich von 77.000 Dollar
ETF-Abflüsse beenden neuntägige Zuflussserie
Am Vortag hatte Bitcoin noch bei etwa 80.250 Dollar gelegen und im Tageshoch mehr als 81.000 Dollar erreicht – der höchste Stand seit Mai. Warsh sagte in seiner Rede, die Inflation habe sich nicht spürbar verbessert und die Notenbank habe noch Arbeit vor sich. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September stieg nach diesen Aussagen auf rund 50 Prozent.

Die Reaktion an den Kapitalmärkten blieb nicht aus. US-Spot-Bitcoin-ETFs beendeten eine Serie von neun Handelstagen mit Zuflüssen und verzeichneten 201,8 Millionen Dollar an Abflüssen. Den größten Anteil daran trug ARK 21Shares mit rund 115 Millionen Dollar, gefolgt von Bitwise mit knapp 50 Millionen Dollar – das verwaltete Vermögen der ETFs fiel dadurch auf 97,6 Milliarden Dollar. Mehr Details zur unmittelbaren Kursreaktion liefert die Einordnung von 99Bitcoins zum Bruch unter 80.000 Dollar.
Breiter Krypto-Markt und Kapitalflüsse unter Druck
Zusätzlich zu den ETF-Abflüssen wurden am Freitag rund 486 Millionen Dollar an gehebelten Positionen liquidiert, was den Rücksetzer verstärkte. Trotzdem bleibt die Monatsbilanz positiv: Im August summieren sich die ETF-Zuflüsse weiterhin auf mehr als 3,1 Milliarden Dollar. Der Bruch der Zuflussserie markiert damit weniger einen Nachfrageeinbruch als den Verlust des institutionellen Rückenwinds, der den Kurs zuvor gestützt hatte.

Warum die Rede den Bitcoin-Kurs bewegte
Dass eine einzelne Rede eines Fed-Chefs eine Bewegung von mehreren Tausend Dollar auslösen kann, zeigt, wie eng Bitcoin derzeit an geldpolitische Signale gekoppelt bleibt. Der Kurs findet nun Widerstand im Bereich von 80.000 bis 82.000 Dollar und Unterstützung bei rund 77.000 Dollar. Wie sich diese Marken zu vorherigen Schlüssellevels verhalten, ordnet die Analyse zu Bitcoins 82.000-Dollar-Marke ein.
Auf Monatssicht bleibt die Lage dennoch freundlich: Der August ist bislang der stärkste Monat des Jahres. Gleichzeitig liegt Bitcoin noch rund 38 Prozent unter dem Rekordhoch von 126.210 Dollar, was zeigt, wie viel Erholungsstrecke trotz der jüngsten Rally noch offen ist. Wie makroökonomische Daten wie Inflationszahlen solche Bewegungen generell beeinflussen, beleuchtet der Beitrag zum Zusammenhang von PCE-Inflation und Bitcoin-Rally.
Diese Marken und ETF-Flows sind jetzt entscheidend
Für die kommenden Handelstage ist entscheidend, ob die Unterstützung bei rund 77.000 Dollar hält oder weiter unter Druck gerät. Ebenso wichtig ist, ob Bitcoin den Widerstandsbereich zwischen 80.000 und 82.000 Dollar zurückerobern kann. Nicht zuletzt richtet sich der Blick auf die ETF-Flows: Erst wenn nach dem ersten Abflusstag seit neun Sitzungen wieder Zuflüsse einsetzen, dürfte sich zeigen, welche Seite in den kommenden Tagen die Oberhand gewinnt.
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