Bitcoin bleibt trotz eines freundlicheren Umfelds an den Finanzmärkten auffällig schwach. Auf Wochensicht verliert BTC rund 2 Prozent und handelt aktuell nur bei etwa 63.000 US-Dollar. Gleichzeitig erreichte der S&P 500 nach den jüngsten US-Inflationsdaten sogar neue Rekordstände.
Die moderateren Preissteigerungen haben die Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung der Federal Reserve deutlich reduziert und damit die Stimmung für Risikoanlagen grundsätzlich verbessert. Bitcoin kann davon bislang jedoch kaum profitieren. Selbst auf die jüngsten Makrodaten reagierte die Kryptowährung nur verhalten. Mehr als 50 Prozent unter dem Allzeithoch bleibt der übergeordnete Bärenmarkt damit intakt. Doch warum wird die Bitcoin Prognose bullischer?
Das Wichtigste im Überblick:
- Bitcoin bleibt trotz freundlicher Aktienmärkte schwach und im Bärenmarkt gefangen.
- Nur rund 50 Prozent des Bitcoin-Angebots liegen aktuell im Gewinn.
- Historisch signalisierten vergleichbare Werte häufig Kapitulation und attraktive Einstiegsphasen.
- Analysten sehen schwaches Sentiment gleichzeitig als mögliche langfristige Akkumulationschance.
Bitcoin-Kapitulation: Entsteht hier die Kaufchance des Jahres?
Während der Bitcoin-Kurs weiterhin kaum Stärke zeigt, erreicht eine wichtige On-Chain-Kennzahl mittlerweile ein Niveau, das historisch vor allem in extrem schwachen Marktphasen beobachtet wurde. Nach aktuellen Daten von CryptoQuant befinden sich lediglich noch rund 51,4 Prozent des zirkulierenden Bitcoin-Angebots im Gewinn. Umgekehrt bedeutet dies, dass fast die Hälfte aller Coins aktuell unterhalb des Preises gehandelt wird, zu dem sie zuletzt bewegt wurden.
Die sogenannte „Supply in Profit“-Metrik vergleicht den Preis, zu dem einzelne Bitcoin-UTXOs zuletzt transferiert wurden, mit dem aktuellen Marktpreis. Je niedriger der Anteil der Coins im Gewinn ausfällt, desto größer ist entsprechend der Anteil der Anleger, die auf nicht realisierten Verlusten sitzen.
Capitulation Zone: Bitcoin Profitability Hits Historic Bottoming Territory
“It flushes out over-leveraged traders and weak hands, transferring coins to buyers with a lower cost basis and significantly higher conviction.” – By @EgyHashX
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— CryptoQuant.com (@cryptoquant_com) August 14, 2026
Laut der aktuellen CryptoQuant-Analyse ist das Niveau von 51,4 Prozent besonders bemerkenswert: Eine derart geringe Profitabilität wurde zuletzt vor mehr als drei Jahren erreicht. Vergleichbare Bereiche waren laut den dargestellten historischen Daten unter anderem 2019, während des Corona-Crashs 2020 sowie Ende 2022 beziehungsweise Anfang 2023 zu beobachten. Genau diese Phasen lagen jeweils in ausgeprägten Kapitulations- oder Bodenbildungszonen.
Das macht die aktuelle Entwicklung zumindest aus langfristiger Perspektive interessant. Denn bei einer Supply in Profit von nur noch knapp über 50 Prozent wurden spekulative Marktteilnehmer bereits erheblich unter Druck gesetzt. Coins wechseln während solcher Phasen häufig von Anlegern mit höheren Einstiegspreisen zu Marktteilnehmern mit niedrigerer Kostenbasis und längerem Anlagehorizont.
Daraus automatisch eine unmittelbar bevorstehende Trendwende abzuleiten, wäre allerdings verfrüht. Auch während früherer Bärenmärkte konnte die Profitabilität über längere Zeit niedrig bleiben oder nochmals weiter fallen. Dennoch befindet sich Bitcoin damit erneut in einer Bewertungs- und Kapitulationszone, die historisch deutlich attraktiver war als euphorische Marktphasen. Sollte sich in den kommenden Wochen zusätzlich eine Stabilisierung bei Nachfrage, Kapitalzuflüssen und Kursstruktur zeigen, könnte sich der aktuelle Bereich rückblickend als eine der interessanteren langfristigen Kaufzonen dieses Bärenmarktes herausstellen.
Bitcoin-Angebot im Gewinn fällt in historische Kapitulationszone
Auch die langfristigen Glassnode-Daten zum „Percent Supply in Profit“ bestätigen das aktuell außergewöhnlich schwache Marktumfeld. Die Kennzahl misst, welcher Anteil des zirkulierenden Bitcoin-Angebots zu einem niedrigeren Preis bewegt wurde als dem aktuellen Marktpreis und damit rechnerisch im Gewinn liegt. Ein hoher Wert signalisiert, dass ein großer Teil der Marktteilnehmer auf Buchgewinnen sitzt. Fällt die Quote dagegen deutlich, wächst der Anteil der Coins, die aktuell einen nicht realisierten Verlust aufweisen.
Genau hier zeigt sich derzeit ein auffälliges Bild. Die Kennzahl bewegt sich aktuell nur noch im Bereich von rund 50 Prozent und ist zuletzt zeitweise sogar darunter gefallen. Damit befindet sich ungefähr die Hälfte des gesamten Bitcoin-Angebots nicht mehr im Gewinn.
Historisch waren solche Niveaus vor allem während besonders ausgeprägter Stress- und Kapitulationsphasen zu beobachten. Im Bärenmarkt 2018 fiel der Anteil zeitweise bis in den Bereich von rund 40 Prozent. Auch während des Corona-Crashs 2020 sowie im Bärenmarkt 2022 bewegte sich die Kennzahl zeitweise um oder unter 50 Prozent.
Damit zeigt auch diese Metrik, wie weit die Bereinigung inzwischen fortgeschritten ist. Werte um 50 Prozent stehen historisch weniger für Euphorie als vielmehr für erheblichen finanziellen Druck auf bestehende Marktteilnehmer. Solche Kapitulationszonen garantieren zwar keinen unmittelbaren Boden, gehörten rückblickend jedoch häufig zu den deutlich günstigeren Phasen innerhalb langfristiger Bitcoin-Zyklen.
Bitcoin erreicht eine entscheidende Marktphase
Bitcoin bleibt kurzfristig klar angeschlagen, doch genau diese Schwäche macht die aktuelle Marktphase zunehmend interessant. Mehrere On-Chain-Daten zeigen inzwischen Kapitulationsniveaus, die in vergangenen Zyklen vor allem während fortgeschrittener Bärenmärkte auftraten. Rund die Hälfte des Bitcoin-Angebots liegt aktuell im Verlust, während spekulative Übertreibungen langsam schwinden. Eine sofortige Trendwende lässt sich daraus nicht ableiten, schließlich können solche Phasen länger anhalten. Historisch entstanden jedoch gerade in vergleichbaren Situationen attraktive langfristige Einstiegsbereiche. Sollte sich der Kurs stabilisieren und anschließend wieder Nachfrage zurückkehren, könnte sich die aktuelle Schwäche rückblickend als besonders interessante Akkumulationsphase erweisen.
Since February, Bitcoin has been giving everyone months to accumulate around these levels.
Sentiment is dead. Engagement is dead. Bottom indicators are flashing.
You won’t get this kind of opportunity forever. pic.twitter.com/4kI6STNvrV
— Quinten (@QuintenFrancois) August 13, 2026
Auch Analyst Quinten François verweist auf die ungewöhnliche Ausgangslage. Seiner Einschätzung nach bietet Bitcoin Anlegern bereits seit Februar eine längere Akkumulationsphase auf vergleichsweise niedrigen Kursniveaus. Gleichzeitig seien Stimmung und Engagement im Markt stark eingebrochen, während mehrere Bodenindikatoren anschlagen.
Solche Phasen könnten deshalb gerade langfristig interessant sein. Die historischen Zyklusvergleiche zeigen ebenfalls, dass längere Seitwärts- und Schwächephasen nach größeren Rücksetzern in vergangenen Marktzyklen attraktive Akkumulationsfenster eröffneten.
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