Ethereum setzt seine zähe Seitwärtsbewegung zunächst fort. Nachdem ETH zuletzt erneut an der Marke von 2.000 US-Dollar gescheitert war, notiert die zweitgrößte Kryptowährung trotz eines moderaten Wochenplus weiterhin unter 1.900 US-Dollar. Vom Allzeithoch ist Ethereum damit noch immer deutlich mehr als 60 Prozent entfernt.
Vor allem relative Stärke und nachhaltiges Momentum fehlen bislang. Dennoch könnte sich im Hintergrund eine interessantere Ausgangslage entwickeln. Denn während der Kurs weiterhin unspektakulär wirkt, senden mehrere On-Chain-Daten inzwischen konstruktivere Signale. Besonders die deutlich gestiegene Netzwerkaktivität deutet darauf hin, dass Ethereum fundamental wieder stärker genutzt wird. Was zeigt uns die neue Ethereum Prognose?
Das Wichtigste im Überblick:
- Ethereum bleibt unter 1.900 Dollar, zeigt jedoch erste Stabilisierungstendenzen.
- Aktive Ethereum-Adressen erreichen höchsten Stand seit mehreren Monaten wieder.
- Niedriger NUPL deutet auf fortgeschrittene Kapitulation und Bodenbildung hin.
- Analyst erwartet neuen Aufwärtstrend und mögliche Outperformance gegenüber Bitcoin.
Ethereum-On-Chain-Daten explodieren: Netzwerkaktivität erreicht Mehrmonatshoch
Ein besonders auffälliges Signal liefert aktuell die Zahl der aktiven Ethereum-Adressen. Nach Daten von Santiment wurden innerhalb von 24 Stunden zuletzt rund 989.500 aktive Adressen registriert. Damit erreichte die Netzwerkaktivität den höchsten Tageswert seit März 2026. Bemerkenswert ist dabei vor allem die Divergenz zum ETH-Kurs: Während Ethereum weiterhin relativ ruhig um 1.870 US-Dollar tendierte, sprang die Nutzung des Netzwerks deutlich an.
Aktive Adressen messen grundsätzlich, wie viele unterschiedliche Wallets innerhalb eines bestimmten Zeitraums Transaktionen im Netzwerk durchführen. Ein starker Anstieg kann daher auf eine zunehmende Nutzung, Kapitalbewegungen oder eine höhere Aktivität bestehender Marktteilnehmer hindeuten. Genau hier scheint Ethereum momentan neue Dynamik zu entwickeln.
🔗 Live Chart: https://t.co/yxdFGmqzWH
📈 Ethereum has seen 989.5K active addresses in 24 hours, its highest daily activity since March. Price is steady near $1.87K, but wallet usage has suddenly erupted. Why?
🏦 ETF demand is a likely catalyst. Spot $ETH inflows have been… pic.twitter.com/TjzjdbMDEg
— Santiment Intelligence (@SantimentData) August 10, 2026
Als mögliche Treiber gelten mehrere Faktoren. Zum einen hat sich die Nachfrage nach Spot-ETH-Produkten zuletzt verbessert. Gleichzeitig schaffen Stablecoins, tokenisierte Real-World Assets und institutionelle Anwendungen zusätzliche Nachfrage nach Ethereum als Settlement-Layer. Auch neue Anwendungen, die Ethereum beziehungsweise seine Infrastruktur für die Abwicklung nutzen, können die Aktivität steigern.
Hinzu kommt die Entwicklung des Layer-2-Ökosystems. Niedrigere Transaktionskosten und höhere Kapazitäten erleichtern die Nutzung erheblich. Entscheidend bleibt allerdings, ob die erhöhte Aktivität nachhaltig ist. Ein einzelner Ausschlag reicht noch nicht für eine Trendwende. Bleibt die Nutzung jedoch auf erhöhtem Niveau, würde dies zeigen, dass die fundamentale Nachfrage dem bislang schwachen Kurs zunehmend vorausläuft.
Lies auch: Die besten Krypto Presales 2026
Ethereum-Bodenbildung rückt näher: Diese Metrik zeigt extreme Verluste
Auch eine zweite On-Chain-Metrik spricht dafür, dass Ethereum sich einer möglichen Bodenbildungsphase nähern könnte. CryptoQuant verweist auf den Net Unrealized Profit and Loss, kurz NUPL, für ETH-Bestände auf Binance. Der Indikator misst vereinfacht, ob die betrachteten Coins aktuell überwiegend auf nicht realisierten Gewinnen oder Verlusten sitzen.
Der Wert ist zuletzt in den Bereich von ungefähr -0,35 gefallen. Damit befinden sich die analysierten ETH-Bestände in einer Phase erheblichen finanziellen Stresses. Historisch wurden vergleichbare Niveaus mehrfach in der Nähe größerer Ethereum-Tiefs beobachtet – unter anderem während früherer Kapitulationsphasen.
The −0.35 Signal: Why ETH May Be Approaching Another Bottom
“Ethereum’s exchange-level NUPL on Binance has returned to a region that has historically appeared near important price floors.” – By @MorenoDV_ pic.twitter.com/RaSltW469r
— CryptoQuant.com (@cryptoquant_com) August 11, 2026
Die Logik dahinter ist nachvollziehbar: Je länger und stärker Anleger auf Verlusten sitzen, desto größer wird zunächst der Verkaufsdruck. Irgendwann könnten jedoch gerade die besonders schwachen Marktteilnehmer bereits verkauft haben. Das zusätzliche Angebot nimmt dann ab, wodurch bereits moderate neue Nachfrage ausreichen kann, um den Kurs zu stabilisieren.
Ein NUPL-Wert von -0,35 bedeutet allerdings nicht automatisch, dass das endgültige Tief bereits erreicht wurde. Historisch folgten auf solche Stressphasen teilweise noch Retests oder neue Tiefs. Zusammen mit der zuletzt deutlich anziehenden Netzwerkaktivität entsteht jedoch ein zunehmend interessantes Gesamtbild: Während der ETH-Kurs noch keine überzeugende Stärke zeigt, verbessert sich die fundamentale Ausgangslage. Genau daraus könnte sich der nächste ernsthafte Ausbruchsversuch entwickeln.
Fazit: Ethereum vor der Trendwende?
Unter dem Strich verdichten sich bei Ethereum zumindest die Hinweise auf eine mögliche Bodenbildung. Die deutlich gestiegene Netzwerkaktivität und der historisch niedrige NUPL zeigen, dass sich unter der Oberfläche etwas verändert. Auch der Krypto-Analyst Michaël van de Poppe sieht inzwischen einen Trendwechsel. Seiner Einschätzung nach befindet sich ETH wieder in einem Aufwärtstrend, weshalb Rücksetzer zunehmend als Kaufgelegenheiten betrachtet werden könnten. Zugleich erwartet er, dass Ethereum künftig sogar Bitcoin outperformen könnte.
The trend has shifted for $ETH.
It's now in an uptrend from here, which means you'd want to buy the dips.
I expect it to outperform vs. $BTC. pic.twitter.com/yOQjeVUSgd
— Michaël van de Poppe (@CryptoMichNL) August 10, 2026
Noch fehlt allerdings die endgültige Bestätigung durch den Kurs. ETH muss zunächst nachhaltige relative Stärke entwickeln und wichtige Widerstände überwinden. Insbesondere eine Rückeroberung der Marke von 2.000 US-Dollar würde das Chartbild deutlich aufhellen. Gelingt dies, könnten die verbesserten On-Chain-Daten den technischen Ausbruch zunehmend fundamental untermauern. Bis dahin bleibt Ethereum zwar in einer frühen Erholungsphase – doch die Argumente für eine nachhaltigere Trendwende werden stärker.
Warum Sie 99Bitcoins vertrauen können
99Bitcoins wurde 2013 gegründet und verfügt über ein Team von Experten, deren Erfahrung bis in die Anfänge der Kryptozeit zurückreicht.
Wöchentliche Recherche
100k+Monatliche Leser
Experten
2000+Krypto-Projekte unter die Lupe genommen
