US-amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs haben nach einer mehrwöchigen Durststrecke wieder deutliche Nettozuflüsse verzeichnet. Zugleich rückte ein schwerwiegender Sicherheitsvorfall bei der Hardware-Wallet Coldcard in den Fokus der Krypto-Community. Ob zwischen den ETF-Strömen und dem Vorfall ein direkter Zusammenhang besteht, ist nicht eindeutig belegt.

Das Wichtigste im Überblick

  • US-Spot-Bitcoin-ETFs beendeten eine zehntägige Abflusswelle von 2,73 Milliarden US-Dollar mit einem Tagesplus von 221,7 Millionen US-Dollar.
  • Ein Entropie-Fehler in älteren Coldcard-Firmware-Versionen führte zu bestätigten Verlusten von über 130 Millionen US-Dollar.
  • Das verwaltete Vermögen aller US-Bitcoin-ETFs lag bei rund 77,7 Milliarden US-Dollar.
  • Ein möglicher Kapitaltransfer von Eigenverwahrung zu regulierten Finanzprodukten bleibt statistisch nicht eindeutig belegt.

Coldcard-Sicherheitslücke und ETF-Abflüsse

Nach Daten von SoSoValue und Farside verzeichneten die 13 in den USA zugelassenen Spot-Bitcoin-ETFs am 3. Juli 2026 Nettozuflüsse von 221,7 Millionen US-Dollar. Damit endete eine zehntägige Abflussserie, in der dem Markt zuvor rund 2,73 Milliarden US-Dollar entzogen worden waren. Eine anschließende zweiwöchige Erholungsphase brachte weitere 273,1 Millionen US-Dollar an Nettozuflüssen und drehte damit einen übergeordneten Abfluss von 8,2 Milliarden US-Dollar.

Die Sicherheit privater Verwahrungslösungen stand nach dem Coldcard-Vorfall besonders im Mittelpunkt. Coinkite legte eine Firmware-Schwachstelle offen, die ältere Modelle der Hardware-Wallet, darunter die Mk3-Serie, betraf. Der Fehler verringerte die bei der Erzeugung von Seed-Phrases verwendete Entropie und machte es Angreifern dadurch möglich, private Schlüssel zu rekonstruieren. Die bestätigten Verluste überstiegen laut den vorliegenden Daten 130 Millionen US-Dollar.

Regulierte Finanzprodukte im Fokus

In der Krypto-Community entstand eine Debatte darüber, ob ein Vertrauensverlust in Hardware-Wallets institutionelle und private Anleger stärker in regulierte Finanzprodukte lenken könnte. Einem Bericht von Crypto Briefing zufolge flossen in einzelnen Handelstagen nach Bekanntwerden des Lecks bis zu 620 Millionen US-Dollar über mehrere Fonds hinweg zu, darunter der iShares Bitcoin Trust und der ARK 21Shares Bitcoin ETF.

Die zeitliche Nähe allein belegt jedoch keine direkte Ursache. Makroökonomische Faktoren und allgemeine Marktzyklen können die institutionelle Bitcoin-Nachfrage ebenfalls beeinflussen. Das gesamte ETF-AUM lag bei rund 77,7 Milliarden US-Dollar; die kumulierten Nettozuflüsse seit Auflegung betrugen rund 51,2 Milliarden US-Dollar.

Hebel-Trading und Krypto-Aktien

Während sich der Bitcoin-Kurs knapp oberhalb von 64.000 US-Dollar bewegte, blieb das Risikoprofil im Derivatemarkt relevant. Anhaltende ETF-Zuflüsse können die Basisaufschläge zwischen Spot- und Terminmärkten verringern und Funding Rates in den positiven Bereich verschieben. Für hoch gehebelte Short-Positionen können dadurch zusätzliche Carry-Kosten entstehen.

Auf der Oberseite bleiben hoch gehebelte Long-Positionen verwundbar. Eine 50x-Hebelposition bei 64.084 US-Dollar könnte bei einem Rücksetzer auf rund 62.800 US-Dollar liquidiert werden. Dieser Bereich liegt nahe der technisch wichtigen Unterstützung bei 62.000 US-Dollar.

Anhaltende ETF-Zuflüsse können auch für Krypto-Proxy-Aktien wie Coinbase (COIN) und MicroStrategy (MSTR) sowie für hochvolatile Mining-Titel wie Marathon Digital (MARA) und Riot Platforms (RIOT) unterstützend wirken. Coinbase fungiert als Verwahrer für BlackRocks IBIT und weitere große ETFs und erzielt AUM-bezogene Erlöse, sodass steigende verwaltete Vermögen einen Gebührenimpuls bedeuten können.

Worauf Anleger achten können

Für die weitere Kursentwicklung und Marktstruktur bleiben drei Faktoren relevant:

  • ETF-Zuflussdaten: Anhaltend positive Nettowerte bei SoSoValue und Farside könnten auf eine fortgesetzte Nachfrage hindeuten.
  • On-Chain-Transaktionen: Bewegungen von Adressen, die mit dem Coldcard-Vorfall in Verbindung stehen, können kurzfristige Verkaufssignale an Kryptobörsen erzeugen.
  • Kritische Kursmarken: Die Unterstützung bei 62.000 US-Dollar bleibt eine wichtige Marke. Ein Rückgang darunter könnte Liquidationen in Richtung 60.000 US-Dollar begünstigen.

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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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