Memecoins haben Solana über lange Zeit dominiert und maßgeblich zur Popularität des Netzwerks beigetragen. Besonders der Aufstieg von Pump.fun machte die Blockchain zur wichtigsten Plattform für neue Meme-Token, schnelle Spekulation und extrem hohe Handelsaktivität. Dadurch entstanden enorme Volumina, von denen Trading-Frontends, DEX-Aggregatoren und Infrastrukturprojekte profitierten. Allerdings bleibt dieses Geschäft stark zyklisch und abhängig von kurzfristiger Aufmerksamkeit.
Genau deshalb könnte nun ein strukturell bedeutenderer Trend in den Vordergrund rücken: tokenisierte Aktien und andere Real-World Assets. Statt überwiegend spekulative Meme-Token zu handeln, könnten Anleger künftig rund um die Uhr Aktien, Rohstoffe oder weitere reale Vermögenswerte über Solana bewegen. Das würde nicht nur neue Nutzer anziehen, sondern vor allem institutionelles Kapital und qualitativ hochwertigere Handelsvolumina erschließen.
Eine neue Analyse von Blockworks Research sieht Jito mit dem neuen Produkt JTX gut positioniert, um von diesem möglichen Wandel zu profitieren.
Das Wichtigste im Überblick:
- Memecoins dominierten Solana, doch tokenisierte Aktien könnten nächsten Wachstumsschub nachhaltig auslösen.
- JTX soll professionelle Trader mit besseren Ausführungen und niedrigen Gebühren langfristig gewinnen.
- Jito wechselt vom Infrastruktur-Anbieter zur Handelsoberfläche mit direkter Umsatzkontrolle und Nutzerbindung zugleich.
- Analysten sehen starkes Kurspotenzial, falls RWA-Volumen und JTX-Marktanteil deutlich bis 2027 wachsen.
JTX: Solanas neues Trading-Terminal für Aktien und RWA
JTX ist ein von Jito entwickeltes, selbstverwahrtes Trading-Frontend für das Solana-Ökosystem. Während Jito bislang vor allem als Anbieter technischer Infrastruktur, durch JitoSOL und die Monetarisierung von Transaktionsreihenfolgen bekannt war, soll JTX das Unternehmen näher an den Endnutzer bringen. Das Ziel besteht darin, nicht mehr nur die Infrastruktur im Hintergrund bereitzustellen, sondern die konkrete Handelsoberfläche und damit die Beziehung zum Nutzer zu kontrollieren.
Co-Founder and CEO of @Jito_Labs stresses @Solana's superior iteration speed across existing and emerging teams.
This positions Solana as a leader in building features to attract more on-chain trading activity.
This aligns with Jito's JTX launch, designed as a high-performance… https://t.co/sV7iQYbK8Z pic.twitter.com/T1sc1E78hA
— BSCN (@BSCNews) July 16, 2026
Geplant ist eine professionelle Plattform mit Markt- und Limit-Orders, Risikomanagement, TWAP-Ausführungen sowie perspektivisch dem Handel mit Spot-Assets, Perpetual Futures, tokenisierten Aktien und Prognosemärkten. Damit richtet sich JTX nicht nur an typische Krypto-Kleinanleger, sondern auch an professionelle Trader und institutionelle Marktteilnehmer.
This is the pie every @solana pure front end is fighting over: ~$3-5B a month, 90% memes, monetized at 50-100 bps.
The @jtx_trade bet is that this isn't the market to after. Tokenized equities and RWA flow at institutional rates is, and nobody has built the terminal for it.… https://t.co/fg3wdxuZRJ pic.twitter.com/yyTuawh0HG
— Sam Schubert (@minnus) July 16, 2026
Der entscheidende Trend dahinter ist die Tokenisierung realer Vermögenswerte. Sollten Aktien, Fonds und andere Finanzprodukte zunehmend auf öffentlichen Blockchains gehandelt werden, könnte Solana aufgrund niedriger Gebühren, schneller Abwicklung und vorhandener Liquidität eine zentrale Infrastruktur werden. JTX möchte hierfür das Trading-Terminal bereitstellen. Anders als viele heutige Solana-Frontends, deren Volumen weiterhin stark von Memecoins geprägt wird, soll JTX bewusst hochwertige und institutionelle Handelsströme erschließen. Die Analyse betrachtet deshalb nicht den heutigen Memecoin-Markt, sondern das potenziell deutlich größere RWA- und Aktiengeschäft als langfristige Chance.
Analyse: Jito steigt vom Backend zur Benutzeroberfläche auf
Die zentrale These der Analyse lautet, dass der Markt Jito bislang zu stark als reine Solana-Infrastruktur bewertet. Jito verdient bisher unter anderem an JitoSOL sowie an sogenannten Tips, die im Zusammenhang mit der Reihenfolge und priorisierten Verarbeitung von Transaktionen entstehen. Diese Einnahmen hängen jedoch stark von der Aktivität auf Solana, dem SOL-Kurs und der allgemeinen Handelsintensität ab. Zudem hat Jito bewusst auf bestimmte besonders profitable MEV-Einnahmen verzichtet, um die Marktstruktur von Solana langfristig zu verbessern.
Mit JTX verändert sich das Geschäftsmodell. Statt lediglich von bestehender Netzwerkaktivität abhängig zu sein, könnte Jito künftig direkt den Nutzerfluss kontrollieren und auf Handelsvolumen eine eigene Gebühr erheben. Die Analyse bezeichnet dies als Wechsel vom „Price Taker“ zum „Price Setter“. Jito würde dann nicht mehr nur passiv am Blockspace-Geschäft partizipieren, sondern selbst bestimmen, wie der eigene Service monetarisiert wird.
Dabei werden bewusst sehr niedrige Gebühren angenommen. Für tokenisierte Aktien, Projekt-Token und internationale Assets kalkuliert Blockworks Research beispielsweise mit rund zwei Basispunkten. Bei Memecoin-Frontends liegen die effektiven Gebühren teilweise deutlich höher. JTX soll allerdings nicht über maximale Gebühren, sondern über bessere Ausführungsqualität, professionelle Ordertypen und eine langfristige Nutzerbindung konkurrieren.
Besonders wichtig ist zudem die Verbindung mit Jitos BAM-Infrastruktur. Mithilfe programmierbarer Plugins könnten Orders zuverlässiger ausgeführt, Informationen über große Trades besser geschützt und Marktpreise schneller aktualisiert werden. Daraus könnte ein technischer Vorteil entstehen, den reine Handelsoberflächen nur schwer nachbilden können.
Analyse: RWA-Wachstum könnte JTO deutlich aufwerten
Der zweite Teil der Investmentthese basiert auf einem starken Wachstum des Solana-Handelsvolumens. Blockworks Research geht davon aus, dass tokenisierte Aktien und andere Real-World Assets künftig einen immer größeren Anteil des Onchain-Marktes ausmachen könnten. Solana würde dann nicht nur als Plattform für Memecoins und Krypto-Token dienen, sondern als globale, rund um die Uhr verfügbare Handels- und Abwicklungsinfrastruktur für reale Finanzprodukte.
Im Basisszenario soll JTX bis zum zweiten Quartal 2027 rund 15 Prozent des gesamten Solana-DEX-Volumens erreichen. Da nur ungefähr die Hälfte des Volumens auf echten Nutzerhandel und die andere Hälfte auf Arbitrage sowie Market-Maker-Aktivität entfällt, würde dies einem erheblichen Anteil des adressierbaren Frontend-Marktes entsprechen. Für Jito könnte JTX dadurch zum mit Abstand wichtigsten Umsatztreiber werden. Die Analyse erwartet im Basisszenario, dass rund 72 Prozent der jährlichen Einnahmen auf JTX entfallen.
Zusätzliche Bedeutung erhält das Modell durch die vorgesehene Wertweitergabe an den JTO-Token. Laut Analyse sollen 80 Prozent der JTX-Einnahmen für Rückkäufe von JTO verwendet werden. Steigt das Volumen, würden damit gleichzeitig Umsatz und Token-Nachfrage wachsen.
Das gewichtete Kursziel der Analyse liegt bei 2,75 US-Dollar je JTO, basierend auf einem damaligen Referenzkurs von ungefähr 0,75 US-Dollar. Das Bullenszenario reicht sogar bis 5,31 US-Dollar, setzt jedoch stark steigende Solana-Volumina und einen Marktanteil von 25 Prozent voraus. Gleichzeitig bleiben erhebliche Risiken: schwache JTX-Adoption, Konkurrenz durch Jupiter, stagnierende RWA-Nachfrage und ein anhaltend schwacher Solana-Markt könnten die These deutlich verzögern oder vollständig widerlegen.
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