Bitcoin gerät am Freitag erneut unter Druck. In den vergangenen 24 Stunden verliert die größte Kryptowährung rund 1 Prozent und fällt zeitweise auf etwa 63.000 US-Dollar zurück. Damit notiert BTC auch auf Wochensicht leicht im Minus und weiterhin ungefähr 50 Prozent unter seinem bisherigen Allzeithoch.

Eine nachhaltige Erholung bleibt bislang aus: Das Handelsvolumen ist überschaubar, die Kursbewegungen verlaufen ohne große Dynamik und neue Käufer treten nur zögerlich auf. Nun liefert auch ein viel beachteter Indikator ein deutliches Warnsignal. Der Coinbase Bitcoin Premium Index dokumentiert eine außergewöhnlich lange Schwäche der Nachfrage aus den USA.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Bitcoin fällt auf 63.000 Dollar und bleibt deutlich unter Rekordhoch.
  • Coinbase-Premium bleibt 60 Tage negativ und signalisiert weiterhin schwache US-Nachfrage.
  • Institutionelle Käufer fehlen, wodurch kurzfristig weiterer Verkaufsdruck zusätzlich entstehen könnte.
  • Schwächerer Dollar reduziert Gegenwind und verbessert Bitcoins Erholungschancen spürbar wieder.

Coinbase-Premium bleibt seit 60 Tagen negativ

Der Coinbase Bitcoin Premium Index misst, ob Bitcoin auf der US-Börse Coinbase teurer oder günstiger gehandelt wird als auf großen internationalen Handelsplätzen. Häufig wird dafür der BTC/USD-Kurs von Coinbase mit einem globalen Vergleichskurs oder dem BTC/USDT-Kurs auf Binance verglichen. Eine positive Prämie bedeutet, dass Käufer auf Coinbase bereit sind, einen höheren Preis zu bezahlen. Eine negative Prämie zeigt dagegen, dass Bitcoin dort günstiger gehandelt wird und die amerikanische Spotnachfrage relativ schwach ausfällt.

Gerade weil Coinbase zu den wichtigsten regulierten Kryptobörsen der USA gehört und von professionellen Marktteilnehmern genutzt wird, gilt der Indikator als Näherungswert für das Interesse amerikanischer Anleger und institutioneller Investoren. Allerdings bildet er nicht sämtliche Käufe von Fonds oder Unternehmen vollständig ab und sollte daher niemals isoliert betrachtet werden.

Den aktuellen Daten zufolge befindet sich der Coinbase Premium Index nun bereits seit dem 19. Mai und damit seit 60 aufeinanderfolgenden Tagen im negativen Bereich. Damit wurde ein neuer Rekord erreicht. Die vorherige Negativserie dauerte rund 40 Tage – vom 16. Januar bis zum 24. Februar. Auch die etwa 30 Tage lange Schwächephase während des vorangegangenen Markteinbruchs wurde mittlerweile deutlich übertroffen.

Die jüngste Messung liegt je nach Erhebungszeitpunkt bei ungefähr minus 0,09 bis minus 0,10 Prozent. Der absolute Abstand erscheint zunächst gering, doch die außergewöhnlich lange Dauer ist entscheidend. Sie zeigt, dass US-Marktteilnehmer Bitcoin seit Wochen nicht mit einer Prämie akkumulieren. Statt einer kurzfristigen Abweichung liegt damit eine strukturelle Nachfrageschwäche vor.

Für Bitcoin erhöht dies kurzfristig das Risiko weiterer Rücksetzer. Ohne eine Rückkehr des Index in den positiven Bereich fehlt ein wichtiger Nachfrageimpuls, der frühere Aufwärtsbewegungen häufig unterstützt hat. Ein positiver Wechsel wäre deshalb ein erstes Indiz dafür, dass amerikanisches Kapital wieder aggressiver in den Markt zurückkehrt. Bis dahin bestätigt die Metrik jedoch das derzeit schwache und weiterhin von Zurückhaltung geprägte Marktumfeld.

Schwächerer Dollar könnte Bitcoin neuen Spielraum verschaffen

Neben der schwachen US-Nachfrage spielt auch das makroökonomische Umfeld eine wichtige Rolle. Die Analyse von Swissblock zeigt, dass sich der Bitcoin Risk Index und der US-Dollar-Index DXY seit der Bestätigung des Bärenmarktes weitgehend parallel entwickelt haben. Besonders ausgeprägte Risiko-Phasen bei Bitcoin traten demnach immer dann auf, wenn der Dollar stärker wurde. Ein steigender DXY belastet Risikoanlagen häufig, weil Kapital verstärkt in den US-Dollar fließt und sich die globalen Finanzierungsbedingungen verschärfen.

Die einzige nachhaltigere Erholungsphase von Bitcoin in diesem Jahr entstand dagegen während einer Phase, in der der Dollar deutlich nachgab. Genau hier könnte sich das Marktumfeld nun wieder etwas verbessern. Der Bitcoin Risk Index ist zuletzt von sehr hohen Werten auf rund 35 Punkte gefallen. Gleichzeitig scheint der DXY im Bereich von etwa 100,7 Punkten an Dynamik zu verlieren.

Ein schwächerer Dollar garantiert allerdings noch keine neue Bitcoin-Rallye. Dafür müssten zusätzlich die Nachfrage, das Handelsvolumen und die technische Marktstruktur anziehen. Dennoch würde ein fallender DXY einen der größten makroökonomischen Belastungsfaktoren reduzieren. Bitcoin hätte dadurch mehr Spielraum, einen Boden auszubilden und eine stabilere Erholung einzuleiten. Die Entwicklung des Dollars bleibt deshalb in den kommenden Wochen ein entscheidender Faktor.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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