In diesem Beitrag
- Institutionen und Retail werden deutlich vorsichtiger
- Krypto Prognose: Diese Themen dominieren die Sorgen
- Bitcoin rückt wieder klar in den Fokus
- Bitcoin ist unterbewertet
- Skepsis gegenüber einer neuen Altcoin-Rally
- Anleger reagieren vorsichtig, aber nicht panisch
- Buy-the-Dip dominiert weiter
- Fazit: Vorsichtiger Optimismus für Krypto im Q1 2026
Eine neue Studie von Coinbase und Glassnode liefert spannende Erkenntnis zum Kryptomarkt im Januar 2026. Diese basiert auf einer globalen Investorenumfrage unter 148 Marktteilnehmern, darunter 75 institutionelle und 73 nicht-institutionelle Anleger, die zwischen dem 10. Dezember 2025 und dem 12. Januar 2026 befragt wurden. Das Ziel ist es, ein realistisches Stimmungsbild für den Kryptomarkt zu Beginn von 2026 zu zeichnen.
Die Analysten kommen zu einem insgesamt konstruktiven Fazit. Der Markt geht ihrer Einschätzung nach in einem deutlich gesünderen Zustand ins neue Jahr, da überschüssige Hebelwirkung im vierten Quartal weitgehend abgebaut wurde. Das makroökonomische Umfeld gilt als solide, die Geldpolitik dürfte unterstützend wirken.
Gleichzeitig sehen Coinbase und Glassnode kurzfristig Vorteile bei großen Coins, allen voran Bitcoin, gegenüber kleineren Altcoins. Trotz offener Fragen zur Regulierung überwiegt der Eindruck, dass der Markt strukturell reifer und widerstandsfähiger geworden ist.
Doch wie positionieren sich die Anleger? Schließlich entscheiden am Ende Profis und Privatanleger gleichermaßen, in welche Richtung sich der Markt bewegt.
Das Wichtigste im Überblick:
- Die Studie basiert auf 148 Investoren und zeigt konstruktive Stimmung zum Jahresstart.
- Überschüssige Hebel wurden abgebaut, der Markt wirkt deutlich gesünder und stabiler.
- Institutionen und Privatanleger bewerten die Marktphase heute deutlich vorsichtiger als zuvor.
- Makroökonomie, Liquidität und Regulierung gelten aktuell als größte systemische Risikofaktoren.
- Die Erwartungen verschieben sich klar zugunsten einer steigenden Bitcoin-Dominanz in 2026.
- Sowohl Profis als auch Retail halten Bitcoin mehrheitlich für fundamental unterbewertet.
- Eine breite Altcoin-Outperformance wird von den meisten Marktteilnehmern klar bezweifelt.
- Die Mehrheit der Anleger reagierte auf Schwäche ruhig und ohne panische Verkäufe.
- Selbst bei weiteren Kursrückgängen planen viele Investoren gezielt nachzukaufen.
- Defensiver, aber strategisch reifer und robuster Kryptomarkt.
Institutionen und Retail werden deutlich vorsichtiger
Die erste Frage der Studie lautet, in welcher Phase des Krypto-Marktzyklus sich der Markt aktuell befindet. Die Antworten zeigen zwischen September und Dezember 2025 eine klare Verschiebung der Stimmung.
Bei den Institutionen sahen im September noch 45 Prozent den Markt im späten Bullenmarkt, doch dieser Wert fällt im Dezember deutlich auf 21 Prozent. Gleichzeitig steigt der Anteil, der einen Bärenmarkt sieht, von nur 2 Prozent auf 26 Prozent.
Auch die Wahrnehmung von Distribution nimmt von 3 Prozent auf 13 Prozent spürbar zu, während Akkumulation relativ stabil von 26 Prozent auf 23 Prozent sinkt.
Bei den Nicht-Institutionen zeigt sich ein ähnliches Bild: Der klassische Bullenmarkt fällt von 29 Prozent auf 16 Prozent, während der Bärenmarkt von 6 Prozent auf 21 Prozent zulegt. Der späte Bullenmarkt sinkt leicht von 27 Prozent auf 23 Prozent.
Insgesamt wird deutlich, dass sowohl professionelle als auch private Anleger den Markt deutlich vorsichtiger und defensiver einschätzen als noch wenige Monate zuvor.
Krypto Prognose: Diese Themen dominieren die Sorgen
Die Studie fragt, welches das größte Risiko für den Kryptomarkt in den nächsten drei bis sechs Monaten ist. Die Antworten zeigen eine klare Priorisierung makroökonomischer Risiken.
Bei den Institutionen bleibt das Makro-Umfeld trotz Rückgangs von 38 Prozent auf 30 Prozent der wichtigste Risikofaktor. Gleichzeitig rückt ein Rückgang der Liquidität stärker in den Fokus und steigt von 15 Prozent auf 21 Prozent. Auch die Sorge, dass Krypto-Regulierung hinter den Erwartungen zurückbleibt, nimmt von 8 Prozent auf 13 Prozent zu. Geopolitische Risiken verlieren leicht an Bedeutung von 15 Prozent auf 12 Prozent.
Bei Nicht-Institutionen zeigt sich ein ähnliches Bild: Das Makro-Umfeld bleibt mit 27 Prozent dominant, nach 29 Prozent im September. Die Angst vor sinkender Liquidität geht von 22 Prozent auf 17 Prozent zurück, während regulatorische Enttäuschungen von 11 Prozent auf 17 Prozent deutlich zunehmen. Insgesamt zeigt sich eine Verschiebung von akuten Krypto-spezifischen Risiken hin zu breiteren makroökonomischen und strukturellen Sorgen.
Bitcoin rückt wieder klar in den Fokus
Die Studie fragt ferner nach dem wahrscheinlichsten Szenario für die Bitcoin-Dominanz in den kommenden drei bis sechs Monaten und zeigt eine deutliche Verschiebung zugunsten von Bitcoin.
Bei den Institutionen erwarten im Dezember 2025 bereits 40 Prozent eine weiter steigende Dominanz über 60 Prozent, nach nur 28 Prozent im September. Gleichzeitig sinkt der Anteil, der mit einer fallenden Dominanz unter 55 Prozent rechnet, deutlich von 33 Prozent auf 16 Prozent. Die Gruppe, die eine Seitwärtsbewegung im Bereich 55 bis 60 Prozent erwartet, wächst leicht von 39 Prozent auf 44 Prozent.
Bei den Nicht-Institutionen ist das Bild ähnlich: 41 Prozent rechnen nun mit steigender Dominanz, nach 24 Prozent im September. Der Anteil der Pessimisten sinkt von 36 Prozent auf 24 Prozent. Gleichzeitig verliert das Szenario einer stabilen Dominanz an Zuspruch und fällt von 40 Prozent auf 34 Prozent.
Insgesamt wird klar, dass sowohl professionelle als auch private Anleger wieder stärker auf Bitcoin setzen und Altcoins relativ an Bedeutung verlieren könnten.
Bitcoin ist unterbewertet
Unter den Institutionen halten im Dezember 2025 ganze 71 Prozent Bitcoin für unterbewertet. Weitere 25 Prozent sehen den Preis als fair bewertet, während nur 4 Prozent von einer Überbewertung sprechen.
Bei den Nicht-Institutionen ist das Bild etwas vorsichtiger, aber ebenfalls eindeutig: 60 Prozent halten Bitcoin für unterbewertet, 27 Prozent für fair bewertet und 13 Prozent für überbewertet.
Damit liegt der Anteil der Skeptiker bei Privatanlegern mehr als dreimal so hoch wie bei den Profis. Insgesamt wird deutlich, dass vor allem institutionelle Investoren den aktuellen Preis als attraktive Einstiegschance sehen und erhebliches Aufwärtspotenzial unterstellen.
Selbst bei den Retail-Anlegern überwiegt der Eindruck in der Bitcoin-Prognose klar, dass Bitcoin fundamental günstiger bewertet ist, als es der Marktpreis aktuell widerspiegelt, was die zuvor beobachtete Verschiebung hin zu mehr defensiver, aber konstruktiver Positionierung gut ergänzt.
Skepsis gegenüber einer neuen Altcoin-Rally
Die nächste Frage beschäftigt sich damit, wie wahrscheinlich es ist, dass Small-Cap-Altcoins in den nächsten zwölf Monaten besser abschneiden als Large-Cap-Token. Die Antworten zeigen eine auffallend vorsichtige Haltung, an eine breite Altcoin-Saison denken nur die Wenigsten.
Bei den Institutionen halten 45 Prozent dieses Szenario für unwahrscheinlich, während nur 32 Prozent es für wahrscheinlich halten. Weitere 23 Prozent sind unentschlossen. Damit überwiegt bei professionellen Investoren klar die Skepsis gegenüber einer breiten Altcoin-Outperformance.
Bei den Nicht-Institutionen ist das Bild ausgeglichener, aber ebenfalls nicht euphorisch: 33 Prozent rechnen mit einer Outperformance, 33 Prozent halten sie für unwahrscheinlich und 34 Prozent sind unsicher. Auffällig ist vor allem der hohe Anteil an Unentschlossenen bei Privatanlegern, was auf fehlende klare Überzeugung für eine neue Altcoin-Saison hindeutet.
Insgesamt unterstreichen die Daten, dass der Markt derzeit stärker auf etablierte, große Coins fokussiert ist und spekulativere Small Caps eher gemieden werden. Dies passt natürlich gut zu den Erwartungen hinsichtlich einer steigenden Bitcoin-Dominanz, eben aktuell keine Altcoins zu kaufen.
Anleger reagieren vorsichtig, aber nicht panisch
Die letzten Monate waren schwierig. Doch wie reagierten Anleger in dieser Marktphase? Deshalb ging der nächste Themenkomplex darum, wie Investoren seit Oktober auf die Marktschwäche reagiert haben. Die Ergebnisse zeigen insgesamt ein überraschend ruhiges und kontrolliertes Verhalten.
Bei den Institutionen geben 32 Prozent an, keine wesentlichen Änderungen vorgenommen zu haben und ihre Positionen zu halten. Gleichzeitig haben 30 Prozent ihre Netto-Long-Positionen erhöht und gezielt den Dip gekauft. Auf der anderen Seite haben 23 Prozent Risiko reduziert und Positionen verkauft oder getrimmt. Nur 9 Prozent setzten stärker auf Absicherung über Hedges, während 6 Prozent innerhalb des Kryptomarktes umgeschichtet haben.
Bei den Nicht-Institutionen ist die Zurückhaltung sogar noch größer: 38 Prozent haben nichts verändert, 32 Prozent haben nachgekauft. Nur 12 Prozent haben Risiko reduziert, 8 Prozent stärker gehedged und 11 Prozent rotiert. Insgesamt zeigt sich, dass die Mehrheit den Rücksetzer eher als Konsolidierung denn als Beginn eines schweren Bärenmarktes interpretiert und entweder abwartet oder selektiv Positionen aufstockt, statt panisch Kapital abzuziehen.
Buy-the-Dip dominiert weiter
Spannend ist natürlich auch ein Blick in die Zukunft. Wie würden Anleger reagieren, falls der Kryptomarkt kurzfristig weitere 10 Prozent fällt? Die Antworten zeigen eine Gelassenheit.
Sowohl bei den Institutionen als auch bei den Nicht-Institutionen würde jeweils rund die Hälfte zunächst nichts ändern: 49 Prozent der Profis und 48 Prozent der Privatanleger würden ihre bestehenden Positionen einfach halten. Gleichzeitig geben 31 Prozent der Institutionen und sogar 37 Prozent der Nicht-Institutionen an, in diesem Fall ihre Netto-Long-Positionen zu erhöhen und den Rücksetzer aktiv zu kaufen. N
ur eine kleine Minderheit würde defensiver agieren: 7 Prozent der Institutionen und 3 Prozent der Privatanleger würden stärker absichern, während lediglich 4 Prozent der Profis und 8 Prozent der Retail-Anleger Positionen reduzieren würden. Umschichtungen innerhalb des Marktes spielen mit 6 Prozent beziehungsweise 5 Prozent ebenfalls nur eine untergeordnete Rolle.
Rücksetzer bleiben nach dem Gusto der Marktteilnehmer weiterhin Chancen, um das Krypto-Portfolio auszubauen.
Fazit: Vorsichtiger Optimismus für Krypto im Q1 2026
Die Ergebnisse der Studie von Coinbase und Glassnode zeichnen insgesamt das Bild eines Marktes im Übergang von Euphorie zu Reife. Sowohl institutionelle als auch private Anleger sind deutlich vorsichtiger geworden, ohne jedoch in Pessimismus zu verfallen.
Viele sehen den Markt nicht mehr im späten Bullenmarkt, sondern näher an einer Konsolidierungs- oder frühen Bärenphase, bleiben aber gleichzeitig überzeugt, dass Bitcoin fundamental unterbewertet ist. Die Sorge verlagert sich klar von krypto-internen Problemen hin zu makroökonomischen und regulatorischen Faktoren.
Gleichzeitig spricht die steigende Erwartung einer höheren Bitcoin-Dominanz und die Skepsis gegenüber Small-Cap-Altcoins für eine Rückbesinnung auf Qualität und Liquidität.
Auffällig ist zudem, dass Rücksetzer mehrheitlich als Kaufgelegenheiten wahrgenommen werden und nicht als Anlass zur Flucht. Insgesamt deuten die Daten darauf hin, dass der Markt zwar defensiver positioniert ist, aber strukturell deutlich robuster und strategischer agiert.
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