XRP bleibt im Juni 2026 deutlich angeschlagen. Der Kurs notiert weiterhin unter 1,20 US-Dollar und liegt damit mehr als 60 Prozent unter dem Allzeithoch. Auch charttechnisch bleibt der Bärenmarkt intakt, denn der übergeordnete Abwärtstrend wurde bislang nicht gebrochen. Heute rückt sogar die Marke von 1,10 US-Dollar in den Fokus.

Dieser Bereich gilt kurzfristig als wichtiger Support, da ein nachhaltiger Bruch darunter den Weg in Richtung 1 US-Dollar oder tiefer öffnen könnte. Dennoch macht nun eine deutlich bullische Prognose die Runde.

Der Analyst EGRAG Crypto sieht bei XRP langfristig weiterhin Potenzial bis 5,70 oder sogar 8 US-Dollar.

Das Wichtigste im Überblick:

  • XRP bleibt technisch schwach und testet wichtige Unterstützung bei 1,10 Dollar.
  • EGRAG sieht langfristige Ziele bei 5,70 bis 8 Dollar.
  • Sinkende Börsenbestände deuten auf nachlassenden kurzfristigen Verkaufsdruck hin.
  • XRP-Spot-ETFs verzeichneten zuletzt wieder kleinere institutionelle Zuflüsse.

XRP Prognose: 5,70 bis 8 US-Dollar scheinen für XRP möglich

Die bullische Analyse von EGRAG Crypto basiert auf einer sogenannten „Central Line“, die im langfristigen XRP-Chart als zentrale Makro-Trendlinie interpretiert wird. Nach seiner Lesart hat diese Linie in vergangenen Marktzyklen eine wichtige Rolle gespielt: Unterhalb der Linie befand sich XRP häufig in Phasen von Angst, Akkumulation und niedriger Bewertung. Oberhalb der Linie begann dagegen historisch eher die Phase der Expansion, in der größere Gewinne und Gewinnmitnahmen einsetzten.

Aktuell befindet sich XRP nach dieser Interpretation erneut in einer unangenehmen Zone. Der Kurs ist schwach, die Stimmung negativ und viele Anleger zweifeln an einer schnellen Erholung. Genau hier sieht der Analyst jedoch das bessere Chance-Risiko-Verhältnis. Entscheidend sei nicht, den exakten Boden zu treffen, sondern sich in einer Zone zu positionieren, bevor ein möglicher neuer Makro-Ausbruch startet.

Die Kursziele leitet EGRAG aus früheren Bewegungen über diese Central Line ab. In einem Zyklus stieg XRP demnach rund 330 Prozent über diese Linie, in einem anderen etwa 200 Prozent. Daraus ergibt sich ein Durchschnitt von ungefähr 265 Prozent. Wird diese durchschnittliche historische Ausdehnung erneut erreicht, läge das bullische Ziel im Bereich von rund 8 US-Dollar.

Daneben nennt der Analyst ein konservativeres Szenario. Sollte XRP nur etwa 60 Prozent der früheren Zyklusstärke erreichen, entspräche dies einer Bewegung von rund 120 Prozent über die Central Line. Daraus ergibt sich ein niedrigeres Ziel bei etwa 5,70 US-Dollar.

Wichtig ist dabei: Diese Ziele sind keine kurzfristige Vorhersage, sondern eine makrozyklische Projektion. Kurzfristig bleibt XRP schwach, doch für EGRAG entsteht gerade in dieser Schwäche eine Akkumulationszone. Entscheidend wäre nun, dass XRP die Central Line später zurückerobert. Erst dann würde sich die bullische Struktur aus seiner Sicht bestätigen.

XRP-Börsenbestände fallen: Verkaufsdruck lässt kurzfristig nach

Eine weitere Metrik liefert zumindest kurzfristig etwas Entlastung für XRP. Der Anteil der XRP-Bestände auf zentralen Börsen ist laut Glassnode zuletzt weiter gefallen.

 Besonders auffällig: Seit rund einem Monat sind wieder klare Abflüsse von den Börsen zu erkennen. Damit sinkt der Prozentsatz der auf Exchanges gehaltenen XRP auf den niedrigsten Stand seit mehr als fünf Jahren. Historisch wird ein solcher Rückgang häufig positiv interpretiert, da weniger Coins unmittelbar für Verkäufe verfügbar sind. Anleger transferieren ihre Bestände eher in eigene Wallets oder in langfristige Verwahrung, statt sie direkt auf Handelsplätzen bereitzuhalten.

xrp

Das unterstützt zumindest kurzfristig die These, dass der Verkaufsdruck nicht mehr allzu groß wird. Gerade in einer Phase, in der XRP technisch stark angeschlagen bleibt, ist das ein wichtiger Kontrast. Denn charttechnisch dominieren weiterhin Abwärtstrend, schwaches Momentum und der Test wichtiger Unterstützungen.

Die On-Chain-Daten verbessern damit nicht automatisch das Chartbild, liefern aber ein erstes Signal dafür, dass die Angebotsseite an den Börsen nachlässt.

XRP-ETFs mit Zuflüssen: Institutionelle Nachfrage sendet kleines Signal

Anschließend kommt auch von der ETF-Seite ein leicht positives Signal. Laut den geteilten SoSoValue-Daten verzeichneten XRP-Spot-ETFs am 22. Juni Nettozuflüsse von 5,31 Millionen US-Dollar. Das war der höchste Wert seit zwei Wochen. Besonders auffällig ist dabei, dass die gesamten Zuflüsse offenbar von Bitwise kamen. Damit handelt es sich zwar noch nicht um eine breit getragene Nachfrage über mehrere Anbieter hinweg, dennoch zeigt der Wert, dass institutionelles Kapital auch in der aktuellen Schwächephase wieder selektiv zugreift.

Der letzte stärkere Zuflusstag lag demnach am 9. Juni, als XRP-Spot-ETFs rund 7,44 Millionen US-Dollar einsammelten. Für sich allein ist das noch kein Trendwechsel, aber in Kombination mit sinkenden Börsenbeständen entsteht zumindest ein konstruktiveres Bild auf der Angebots- und Nachfrageseite. Technisch bleibt XRP jedoch angeschlagen. Erst eine Rückeroberung wichtiger Widerstände würde die Lage nachhaltig verbessern.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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