Der Kryptomarkt hat sich in den vergangenen Tagen deutlich schwächer präsentiert und auf Wochensicht spürbare Verluste verzeichnet. In den letzten sieben Tagen hat Bitcoin rund sechs Prozent an Wert verloren, während Ethereum sogar zweistellig im Minus notiert. Weiterhin fehlt es an klarer Dynamik und überzeugenden Impulsen. Genau das könnte sich in der kommenden Woche ändern, denn diese verspricht erhöhte Volatilität an den Finanzmärkten.

Rund um die Federal Reserve, einen möglichen US-Government-Shutdown, wichtige Bitcoin-Themen und die Quartalszahlen großer Tech-Konzerne stehen zahlreiche Ereignisse an, die die Stimmung der Anleger und die Kursentwicklung spürbar beeinflussen könnten.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Polymarket sieht aktuell rund 75 Prozent Wahrscheinlichkeit für einen US-Government-Shutdown nächste Woche.
  • Die Fed wird die Zinsen nicht senken, entscheidend werden Powells Aussagen sein.
  • Der Jupuary-Snapshot bei Jupiter dürfte kurzfristig Aktivität und Aufmerksamkeit im Ökosystem deutlich erhöhen.
  • Futures reagieren leicht nervös auf Shutdown-Risiko und 100-Prozent-Zölle gegen Kanada.
  • Die Nachfolge von Jerome Powell könnte entschieden werden.
  • Big Tech mit Microsoft, Meta, Tesla und Apple liefert diese Woche wichtige Stimmungstests.
  • Mehrere Krypto-Projekte setzen mit Snapshots, Upgrades und Roadmaps gezielte kurzfristige Impulse.

US-Shutdown droht neue Unsicherheit

In den USA spitzt sich die Lage im Haushaltsstreit erneut zu, ein neuer Government-Shutdown könnte bereits in der kommenden Woche Realität werden. Demokraten und Republikaner haben bislang keine Einigung über den Übergangshaushalt erzielt, die Fronten gelten als verhärtet. Auf dem dezentralen Prognosemarkt Polymarket wird die Wahrscheinlichkeit für einen Shutdown aktuell auf rund 75 Prozent taxiert.

shutdown

Das zeigt, wie ernst Marktteilnehmer die politische Blockade einschätzen. Sollte es tatsächlich dazu kommen, würden zahlreiche Behörden vorübergehend schließen, staatliche Ausgabenprogramme pausieren und viele administrative Prozesse auf Eis gelegt. Historisch betrachtet sorgen solche Phasen in den USA regelmäßig für erhöhte Unsicherheit an den Finanzmärkten, weil wichtige wirtschaftliche und politische Weichenstellungen verzögert werden.

Für den Kryptomarkt dürfte ein Shutdown ebenfalls kein neutrales Ereignis sein. In einem Umfeld wachsender Unsicherheit neigen viele Anleger dazu, ihren Risk-on-Anteil in den Portfolios zu reduzieren und vorsichtiger zu agieren. Hinzu kommt, dass während eines Shutdowns wichtige Konjunktur- und Inflationsdaten nicht oder nur verzögert veröffentlicht werden könnten. Die US-Notenbank müsste ihre geldpolitischen Entscheidungen dann gewissermaßen blind treffen, was die Unsicherheit weiter erhöht. Auch regulatorische Vorhaben würden sich verzögern, darunter voraussichtlich der CLARITY Act, der für den Kryptosektor von großer Bedeutung ist.

Fed-Entscheid rückt Powells Worte in Fokus

Die Geldpolitik bleibt einer der wichtigsten Taktgeber für den Kryptomarkt, der historisch besonders stark von steigender Liquidität profitiert. Bereits in weniger als drei Tagen steht das nächste FOMC-Meeting der US-Notenbank an. Laut dem FedWatch-Tool der CME Group preist der Markt aktuell mit 97,2 Prozent Wahrscheinlichkeit eine Zinspause ein.

Fed Zinsen

Diese Entscheidung gilt damit weitgehend als erwartet und dürfte für sich genommen kaum noch für Überraschungen sorgen. Umso mehr wird sich der Blick der Anleger auf die Pressekonferenz von Jerome Powell richten. Entscheidend wird sein, welche Signale er zur weiteren geldpolitischen Ausrichtung sendet und wie er die Inflations- und Konjunkturlage einschätzt. Denn dies beeinflusst auch die Krypto Prognosen für 2026. Zusätzlich bekommt der Auftritt eine politische Note, da sich Powells Amtszeit langsam dem Ende nähert und zuletzt auch juristischer Gegenwind gegen ihn aufkam.

Jupuary-Snapshot rückt JUP in Fokus

Für Jupiter und den Token JUP wird in der kommenden Woche ein wichtiges Datum anstehen: Am 30. Januar wird der Snapshot für das Jupuary-Airdrop-Programm aufgenommen. Dieser Stichtag wird festhalten, welche Wallets und Aktivitäten für die Verteilung berücksichtigt werden. Für viele Nutzer wird das die letzte Gelegenheit sein, noch relevante Interaktionen mit dem Jupiter-Ökosystem durchzuführen. Dazu zählen vor allem Trades über den Aggregator, Perps-Aktivitäten oder das Staking von JUP, die in der Vergangenheit als Qualifikationskriterien dienten.

CatLumpurr ist ein von Jupiter organisiertes Community- und Entwickler-Event, das vom 30. Januar bis 2. Februar 2026 stattfinden wird.

Hier geht es darum, wie die verschiedenen Bausteine des Jupiter-Ökosystems zusammenwirken und wohin sich die Plattform als zentrale DeFi-Infrastruktur auf Solana entwickelt. Teilnehmer werden das Kernteam treffen, Einblicke in kommende Produkte erhalten und Feedback zu neuen Ideen geben können. Das Event soll Transparenz schaffen, die Community enger einbinden und die weitere Produktentwicklung aktiv mitprägen.

Futures reagieren auf Shutdown und Kanada-Zölle

Die US-Aktienfutures haben am Sonntagabend wieder geöffnet und geben aktuell um rund 1 Prozent nach – bislang ohne echte Panik, eher ein moderater Risk-off-Impuls. Entscheidend dürfte deshalb das US-Opening am Montag werden: Dann werden die Märkte erstmals im Kassahandel die gestiegene Unsicherheit einpreisen – sowohl rund um einen möglichen Government-Shutdown als auch rund um neue Zoll-Drohungen gegenüber Kanada.

Auslöser im Handelsstreit ist ein erneuter Vorstoß von Donald Trump: Er hat 100 Prozent-Zölle auf kanadische Waren in Aussicht gestellt, falls Kanada ein Handelsabkommen mit China abschließen sollte. Parallel bleibt das Shutdown-Risiko hoch, was die Nervosität zu Wochenstart zusätzlich verstärken dürfte.

Powells Nachfolge rückt stärker in Fokus

Rund um die Nachfolge von Jerome Powell an der Spitze der Federal Reserve gibt es immer mehr Gerüchte. Gut möglich, dass Donald Trump bereits in der kommenden Woche eine Entscheidung trifft oder zumindest eine klare Tendenz erkennen lässt. Bereits im vergangenen Jahr hatte er angekündigt, die Nominierung im Januar bekannt geben zu wollen. Inzwischen verdichten sich die Hinweise, dass Rick Rieder von BlackRock als Favorit gilt. Auch die Prognosemärkte spiegeln diese Erwartung wider: Auf Polymarket liegt die Wahrscheinlichkeit für Rieder aktuell bei rund 46,5 Prozent. Dahinter folgen Kevin Warsh und Kevin Hassett mit deutlich geringeren Quoten.

Fed Chair

Für die Märkte ist diese Personalie hochrelevant, weil allgemein damit gerechnet wird, dass Trump einen Fed-Chef auswählen würde, der eine deutlich lockerere Geldpolitik bevorzugt und Zinssenkungen schneller vorantreibt. Entsprechend aufmerksam dürften Investoren jede neue Meldung zu dieser Entscheidung verfolgen.

Aus Sicht vieler Analysten wäre eine Ernennung des BlackRock-CIO zum nächsten Fed-Chef ein klarer geldpolitischer Richtungswechsel. Analysten wie The Kobeissi Letter werten die jüngsten Aussagen von Donald Trump als deutliches Signal, dass stark sinkende Zinsen politisch gewünscht sind. Wenn der nächste Fed-Vorsitzende tatsächlich diesem Kurs folgt, würde das die Erwartungen an schnellere und tiefere Zinssenkungen massiv verändern. Eine lockere Geldpolitik würde dann eine bullische Bitcoin Prognose unterstützen.

Big Tech legt Quartalszahlen vor

In der kommenden Woche rückt der Blick der Märkte auch auf die Quartalszahlen der großen Tech-Konzerne. Am Mittwoch werden Microsoft, Meta und Tesla ihre Ergebnisse vorlegen, am Donnerstag folgt Apple. Diese Berichte gelten als wichtiger Stimmungstest für den gesamten Aktienmarkt, weil sie zeigen werden, wie robust das Wachstum im Technologiesektor bleibt. Besonders im Fokus stehen die Entwicklung der Cloud-Umsätze, die Werbeeinnahmen bei Meta, die Margen bei Tesla und die Nachfrage nach iPhones bei Apple. Insbesondere auch die CapEx-Daten und Aussagen rund um KI dürften mit Spannung beobachtet werden.

Da Big Tech einen enormen Anteil an den großen Indizes hat, könnten positive oder enttäuschende Zahlen spürbare Auswirkungen auf die Risikobereitschaft der Anleger haben – und damit indirekt auch auf den Kryptomarkt.

RNBW-Snapshot fixiert Airdrop-Berechtigung

Beim Wallet-Projekt Rainbow wird heute, am 26. Januar 2026, ein wichtiger Stichtag anstehen. Laut offizieller Ankündigung wird der Snapshot für den $RNBW-Airdrop aufgenommen. Damit wird festgehalten, welche Wallets bzw. welche Rainbow Points bis zu diesem Zeitpunkt gesammelt wurden.

Für Nutzer bedeutet das: Bis zum Snapshot wird noch ein enges Zeitfenster bestehen, um die eigene Aktivität im Rainbow-Ökosystem zu erhöhen und Punkte zu sammeln.

Internet Computer modernisiert NNS-Login

Beim Internet Computer steht am 26. Januar 2026 ein wichtiges technisches Upgrade an. Der NNS-Dapp-Login wird auf die neue Internet Identity 2.0-Oberfläche umgestellt. Damit erhält der zentrale Zugangspunkt zum Governance-System des Netzwerks ein modernes, intuitiveres Design. Ziel des Updates ist es, den Einstieg für neue Nutzer zu vereinfachen und gleichzeitig die Bedienung für bestehende Teilnehmer deutlich übersichtlicher zu machen.

Die Internet Identity spielt im ICP-Ökosystem eine Schlüsselrolle, weil sie als passwortlose, kryptografisch abgesicherte Identitätslösung fungiert. Mit der Version 2.0 soll nicht nur die Nutzerführung verbessert, sondern auch die tägliche Interaktion mit dem NNS angenehmer und effizienter werden.

Chiliz präsentiert Vision für 2030

Bei Chiliz wird noch im Januar 2026 ein strategisch wichtiger Moment anstehen. Der CEO Alexandre Dreyfus wird die langfristige 2030-Vision für Chiliz, Socios und das Fan-Token-Ökosystem vorstellen. Damit will das Unternehmen einen Ausblick geben, wie sich die Verbindung zwischen Sport, Entertainment und Blockchain in den kommenden Jahren weiterentwickeln soll.

Im Mittelpunkt dürfte stehen, welche Rolle Fan Tokens künftig in der Interaktion zwischen Vereinen und Fans spielen. Für Investoren und Partner ist diese Präsentation besonders relevant, weil sie Hinweise auf neue Produkte, Märkte und Monetarisierungsmodelle liefern könnte.


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Daniel Robrecht

Nach seinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium entschied sich Daniel für eine Tätigkeit als freiberuflicher Autor und verfasst mittlerweile seit rund 10 Jahren qualitative Publikationen zu diversen Fachthemen. Als Investor sammelte er jahrelang Erfahrung mit Aktien & Kryptowährungen. Neben einem langfristigen Investitionsansatz... Mehr lesen

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