Immer mehr Krypto-Miner setzen auf KI, was JPMorgan bei Mara und Cleanspark mit einer Hochstufung belohnt.
Reginald Smith von JPMorgan gab bekannt, dass verschiedene Krypto-Mining-Unternehmen einer Neubewertung unterzogen wurden. Anlass: die Umstellung von reinen Mining-Anlagen auf KI-Rechenzentren. Diese Tatsache bewertet JPMorgan als besonders positiv und hebt verschiedene Ratings an. Bei EN jedoch bleiben die Analysten vorsichtig.
Das Wichtigste in Kürze:
Warum sind HPC-Anwendungen so wichtig?
Bei HPC-Anwendungen brauchen schnelle Rechenzentren skalierbare KI-Serverlösungen, um große Datenmengen zu verarbeiten. Die Verarbeitung erfolgt auf mehreren Servern gleichzeitig, die in Clustern angeordnet sind und Hunderte oder sogar Tausende Server verbinden.
Bereitstellen können Miner wie Mara, Cipher oder Iren die notwendige Rechenleistung über ihre eigentlich fürs Mining bereitgestellte Leistung. In den Rechenzentren zieht nach und nach Künstliche Intelligenz ein, was auch die Verfügbarkeit in der Cloud ermöglicht. Aus Krypto-Minern werden im Zuge des Ausbaus von intelligenten Lösungen immer häufiger Anbieter von Rechenleistung für KI-Systeme. Mit den Hochleistungsrechnern HPC gab es für einige der bekanntesten Mining-Unternehmen jetzt neue Bewertungen durch JPMorgan.
Welche Mining-Unternehmen erhielten eine neue Bewertung?
- CleanSpark (CLSK) entwickelte sich laut der Analysten vom reinen Miner zum HPC-Anbieter und erhielt jetzt statt Neutral die Bewertung „Overweight”. Das Kursziel bleibt mit 14 USD laut JPMorgan unverändert.
- IREN erhielt ebenfalls eine höhere Bewertung durch die Analysten von JPMorgan. Die Empfehlung blieb im Ganzen allerdings dennoch bei „Underweight“, was im Wesentlichen Verkaufen bedeutet. Das neue Kursziel liegt jetzt allerdings bei 39 USD statt nur bei 28 USD.
- Cipher Mining (CIFR) sehen die Analysten bei „Overweight“, was im Wesentlichen Kaufen bedeutet. Die Erhöhung des Kursziels auf 18 USD statt der vorherigen Analystenempfehlung von 12 USD könnte neue Impulse für den Vermögenswert bedeuten. Bis Dezember 2026 soll die Aktie den vorhergesagten Wert erreichen.
Warum wandeln sich Krypto-Miner zu KI-Rechenzentren?
Das Internet of Things (IoT) ist, zusammen mit Künstlicher Intelligenz, stark am Wachsen. Die Organisationen erzeugen riesige Datenmengen, die verarbeitet werden müssen. Auf Echtzeit sind dabei viele Anwendungen angewiesen, was bedeutet, die Rechenleistung muss nicht nur extrem hoch und schnell zur Verfügung stehen, sondern auch zuverlässig und sicher. Mit Künstlicher Intelligenz lassen sich die Prozesse in den Rechenzentren effizient steuern.
Während IREN und Cipher langfristige Cloud-Verträge über 600 MW kritische IT-Infrastruktur abgeschlossen haben, kommen andere Miner nicht so gut mit der Transformation zurecht. Über 19 Milliarden USD Einnahmen bringen die neuen Cloud- und Colocation-Verträge in den nächsten 5 bis 15 Jahren in die Kassen von IREN und Cipher. Sie werden bis Ende 2026 rund 35 % ihrer Rechenleistung für HPC-Anwendungen bereitstellen können.
Bei Mara hingegen, haben die Analysten von JPMorgan keine lukrativen Verträge in der Pipeline gefunden. Allerdings ist auch Marathon Digital Holdings, MARA, längst kein reiner Bitcoin-Miner mehr. Mit einem Rekordumsatzplus von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahr stehen die Zeichen auf Wachstum. Die Transformation soll laut CEO Fred Thiel vom reinen Bitcoin-Miner zu einem vertikal integrierten Unternehmen für digitale Infrastrukturen gehen.
Die Anlagen in Texas und Ohio sind nun vollständig in Betrieb, wie es in einer Pressemitteilung von Mara heißt. Alle Container und Miner sind demnach an die Windparks angeschlossen und können genau wie die Anlage in Ohia mit voller Kapazität laufen. Aktuell sind es dort 86 MW, weitere 14 MW sollen bis Jahresende hinzukommen.
Bei Mara stehen die Zeichen jedoch genau wie bei der Vielzahl anderer Krypto-Miner auf effiziente Energieversorgung aus dem eigenen Haus und die Sicherung der Einnahmen aus dem Schürfen neuer Bitcoin. CEO Thiel sagte jüngst:
Wer glaubt, dass Elektronen das neue Öl sind, will auch das Öl besitzen. Solange man einen Stromabnahmevertrag (PPA) abbezahlt, ist man ein Sklave eines Energieerzeugers.
Dezentralisierung von KI
KI-Workloads sollen näher an den Ort der Datenerzeugung gelangen und nicht mehr über Hyperscale-Cloud-Anbieter verteilt werden. 70 % der Unternehmensdaten liegen hinter Firewalls, weshalb es den Minern wie Iren ein Anliegen ist, die Datensouveränität zu gewährleisten und für die Sicherheit der Daten zu sorgen. Es wird schnell klar: Mit dem einfachen Schürfen neuer Bitcoins ist es längst nicht mehr getan.
Die Dezentralisierung von KI bringt ihre gigantischen Anlagen in den Fokus und die vorhandenen strategischen Kundenbeziehungen führen zu effizienten GPU-Farmen und KI-Fabriken, die obendrein auch noch intelligente Anwendungen verkaufen können. Mining-Unternehmen, die sich nicht rechtzeitig auf diese neue Geschäftsausrichtung vorbereiten, könnten schon bald in den Abwärtsstrudel kommen.
Cipher beispielsweise gab vor wenigen Wochen in einer Pressemitteilung bekannt, seine Verträge mit Fluidstack erneuert zu haben. Die Verträge bedeuten eine Erhöhung über 10 Jahre von 830 Millionen USD auf dann vertraglich vereinbarte Einnahmen von rund 3,8 Milliarden USD. Hier geht es nicht um Krypto-Mining, sondern um das Hosting von KI-Rechenleistung.
Bei Bitmain gab es zuletzt sogar Spionagevorwürfe der USA. Von den neuen Bewertungen nicht betroffen sind unterdessen die AI Coins.
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