Der chinesische Bitcoin-Miner baut Teile seiner Mining-Anlagen in der Nähe von US-Militärstützpunkten und kritischer Infrastruktur. 

Die USA reagieren prompt und schicken ihre Inspekteure für nationale Sicherheit zu Bitmain, um die Anlagen genau in Augenschein zu nehmen. Schließlich könnten die Chips in der Hardware auch für Spionage verwendet werden. 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Das US-Heimatschutzministerium ermittelt nun wegen Spionagegefahr.
  • Bitmain ist der chinesische Bitcoin-Mining-Gigant im Sektor.
  • Es gibt berechtigte Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit der USA.
  • Auffällig viele Anlagen sind in der Nähe von US-Militär und Energieversorgung.
  • Untersuchungen über mögliche Zugriffsrisiken über die verbauten Chips laufen.
  • Konkret geht es um die Gefahr möglicher Fernzugriffsrisiken von China aus.

Bitmain gerät ins Visier des US-Heimatschutzministeriums DHS

Die Verhandlungen zwischen den USA und China können als angespannt bezeichnet werden. Zwar zeigen sich beide Seiten vor allem im Zollstreit und über Exporte von seltenen Erden zuversichtlich, aber so richtig grün sind sich die beiden Mächte nicht. Die Vereinigten Staaten sahen sich angesichts einer auffälligen Häufung von Anlagen des Herstellers in der Nähe von kritischer Infrastruktur, konkret geht es um Militäranlagen und Systeme der Energieversorgung der USA, dazu gezwungen, offizielle Inspektionen durchzuführen. 

Sind die verbauten Chips in den Mining-Rigs bei Bitmain geeignet, beispielsweise über den Fernzugriff, die USA und ihre empfindlichsten Bereiche auszuspionieren? Die Untersuchung trägt den Namen Operation Red Sunset und wird von der DHS als zuständige Behörde geleitet.

Quelle

Potenzielle Gefahren bedeuten zunächst auch die Antwort auf die Frage, wie die Chips, wenn sie zur Spionage geeignet sind, angesichts strenger Importbeschränkungen überhaupt in die USA gelangen konnten. Das chinesische Unternehmen stellt einen Großteil der weltweiten Bitcoin-Mining-Hardware her. Die US-Behörde prüft nun, ob Bitmain auch gegen die Zoll- und Einfuhrbestimmungen verstoßen hat. 

Nicht die erste Ermittlung gegen Bitmain

Auch Joe Biden, ehemaliger US-Präsident, führte im Jahr 2024, also noch vor Trump, Untersuchungen durch. Als Folge schlossen die USA damals eine große Anlage zur Produktion von Antminer Rigs, die sich in unmittelbarer Nähe der F. E. Warren Air Force Base in Colorado befand. Dort sind bis heute einige der US-amerikanischen Minuteman-III Interkontinentalraketen stationiert. 

Quelle

Bitmain Technologies stand auch damals unter dem Verdacht, die Bitmain-Miner können ferngesteuert werden und so eine potenzielle Bedrohung für die USA darstellen. Bis heute nehmen die USA Anbieter und Hersteller ausländischer Technologie genau unter die Lupe. Mining von Kryptowährungen stellt die Hardware als besonders sensiblen Bereich in das Zentrum von Ermittlungen, denn die nationale Sicherheit ist ein persönliches Anliegen von Donald Trump, dem amtierenden US-Präsidenten. 

Wie kann man Bitcoin-Miner fernsteuern?

Für das öffentliche Vertrauen und das Wachstum von Bitcoin und anderen Kryptowährungen sind solche Sicherheitsbedenken nicht gut. Die Folgen könnten die Marktfähigkeit von Bitcoin untergraben, argumentieren Experten im Internet. Händler würden zudem zusehends unter den Folgen der finanziellen Unsicherheiten leiden, wenn unklar ist, ob sie im nächsten Jahr weiterhin viele Geräte verkaufen oder ebenfalls unter Verdacht geraten könnten. 

Quelle

Waren es bisher häufig private Krypto-Händler oder Nutzer, die arglos Software herunterladen und oftmals lange Zeit unbemerkt fürs Bitcoin-Mining missbraucht wurden, stehen nun nationale Sicherheit und Zollbeschränkungen im Mittelpunkt. Das Mining von neuen Bitcoins ist ausgesprochen lukrativ und längst in den Händen von großen Akteuren im Markt. Aktuelle Bitcoin-Prognosen reagierten allerdings nicht auf Spionagevorwürfe gegen Bitmain.

Wenn sich solche Anlagen oder Teile fernsteuern lassen, werden sie nach dem Versenden zum Endverbraucher oder bereits während der Produktionsketten zu ernsthaften Bedrohungen. Command and Control CnC Server werden für illegale Mining-Manipulation benutzt. Nach dem Zugang zum Endpunkt werden ganz normale Rechner für das Abzweigen von Rechenleistung benutzt. Doch wie im Falle von Bitmain geht es hierbei um weitaus größere Risiken. 

Für Cyber-Kriminelle geht ein erfolgreicher Angriff über den unbefugten Zugang oder die Malware-Installation hinaus. 

Quelle: Fortinet

Zurzeit darf Bitmain keine ASICs ausliefern, bis die Vorwürfe geklärt sind. Bitmain bestreitet die Möglichkeit der Fernsteuerung. Angesichts der Dominanz des Bitcoin-Miners im Markt und die großen Bestellungen von US-amerikanischen Mining-Betreibern könnten die Untersuchungen und ihre Folgen weitreichende Konsequenzen haben. Auch mögliche regulatorische Anpassungen sind im Spiel, die auch andere Marktteilnehmer wie den Bitcoin-Miner IREN treffen könnten. 

Einfache Anleitung zur Fernsteuerung von Bitmain Antminers online gefunden

Für unsere Recherche haben wir uns selbst auf die Suche nach Anleitungen gemacht, um ASICs-Miner fernzusteuern und musste nicht lange suchen:

  • Lassen Sie einen Computer (Computer A) im selben Netzwerk wie Ihren Antminer rund um die Uhr online.
  • Installieren Sie TeamViewer auf Computer A.
  • Installieren Sie TeamViewer auf dem Computer/Smartphone, das Sie zur Überwachung verwenden möchten.
  • Übernehmen Sie die Fernsteuerung von Computer A in Ihrem Netzwerk. 
  • Öffnen Sie einen Webbrowser (auf Computer A).
  • Geben Sie die IP-Adresse Ihres Antminers ein.

Wie sich Bitmain aus dieser Schlinge ziehen will, bleibt offen. Welche Anpassungen möglicherweise an der Hardware vorgenommen werden, ist ebenfalls Gegenstand der laufenden Ermittlungen, deren Ergebnis wir abwarten müssen. Bis dahin gilt die Unschuldsvermutung.

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Paul Schröder
Paul Schröder

Paul ist hauptberuflicher Content-Writer mit einem Schwerpunkt auf Kryptowährungen und Finanzthemen. Seine Leidenschaft für Krypto begann 2016, als er seinen ersten Bitcoin für rund 900 Dollar kaufte. Seitdem hat er sich immer wieder intensiv mit dem Markt beschäftigt. 2024 machte er... Mehr lesen

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