Der 10. Oktober 2025 wird als einer der turbulentesten Tage in die Geschichte der Kryptowährungen eingehen. Innerhalb weniger Stunden löste sich ein gigantischer Marktwert in Luft auf. Schnell gab es eine Abwärtsspirale, wie sie selbst erfahrene Anleger kaum je gesehen haben. Auffällig war, dass der Einbruch nicht spontan entstand, sondern sich im Vorfeld systematisch aufbaute. Große Marktteilnehmer hatten bereits Stunden zuvor auffällig hohe Short-Positionen eröffnet. Dies war bereits ein Signal, dass der Absturz womöglich gezielt vorbereitet wurde. Onchain-Daten hätten hier schnell erste Hinweise gegeben.

Als schließlich politische Spannungen eskalierten und neue Zollmaßnahmen angekündigt wurden, geriert der Markt massiv unter Druck. Über 1,6 Millionen Trader wurden liquidiert, Bitcoin verlor zeitweise 20.000 US-Dollar. Dies war ein Kurssturz, der in Rekordzeit hunderte Milliarden an Bewertung vernichtete. Die Liquidationen lagen über 19 Milliarden US-Dollar. Schnell wurde eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt. Nach US-Börsenschluss und außerhalb der Handelszeiten in Asien und Europa war die Liquidität gering, sodass die Short-Positionen einen massiven Verkaufsdruck ausübten, die Altcoins mitunter weit über 50 Prozent ins Minus drückten, bis die Shortseller ihre Positionen schließen.

Doch wie könnte es jetzt weitergehen?

Hier kommen fünf Krypto Prognosen von Experten, die sich nach dem historischen Krypto-Crash positionieren.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Der 10. Oktober 2025 markierte den größten Krypto-Crash der Geschichte.
  • Samson Mow: Der Crash reinigte den Markt und stärkt Bitcoin als primäres Krypto-Asset.
  • Raoul Pal: Globale Liquidität bleibt laut Pal der entscheidende Treiber für Bitcoin.
  • Lark Davis: Davis sieht im Crash eine seltene, langfristige Kaufchance für Bitcoin.
  • Adam Livingston: Bitcoin bleibe der stabilste Wert während massiver Marktliquidationen.
  • Jordi Visser & Anthony Pompliano: Beide sehen Bitcoin als Gewinner der globalen Geldentwertung.

Samson Mow: Der Crash als Reinigungsprozess des Marktes

Für Samson Mow markiert der 10. Oktober 2025 keinen Rückschlag, sondern den Beginn einer notwendigen Marktbereinigung. Der CEO von Jan3 und überzeugte Bitcoin-Maximalist sieht im jüngsten Crash einen „Reset-Moment“, der die wahre Substanz der Kryptoindustrie offenlegt.

Laut Mow seien viele Altcoins und Meme-Token zuvor auf unrealistischen Bewertungen gehandelt worden, getrieben von Spekulation, nicht von Fundamentaldaten. Als die Liquidität versiegte, habe sich gezeigt, dass hinter vielen Projekten „nur heiße Luft“ stand.

Diese Korrektur führt seiner Ansicht nach zu einer Kapitalverschiebung zurück zu Bitcoin, das als einzig wirklich dezentrales und liquides Asset bestehen bleibt. Mow glaubt, dass der Crash den Startschuss für eine neue Phase des Bitcoin-Bullenmarkts gegeben hat.

Jordi Visser & Anthony Pompliano: Bitcoin als Gewinner des „Debasement Trades“

In einem gemeinsamen Gespräch analysierten derweil Jordi Visser, CIO von Weiss Multi-Strategy Advisers, und Anthony Pompliano die Ursachen des jüngsten Crashs und warum sie dennoch eine bullische Grundhaltung zu Bitcoin beibehalten. Beide erinnerten daran, dass bereits im Frühjahr 2025 die Stimmung am Markt extrem pessimistisch war, während sie selbst zu den wenigen Optimisten zählten. Visser rechnet kurzfristig zwar mit weiteren Korrekturen, sieht diese jedoch als gesunden Teil des Zyklus. So gebe es typische Signale einer Überhitzung, zugleich aber Chancen, Positionen in starken Assets wie Bitcoin auszubauen.

Fundamental begründen beide ihre positive Sicht durch die anhaltende Entwertung von Fiat-Währungen. Staatliche Konjunkturmaßnahmen, Steuererleichterungen und Schuldenausweitungen wirken wie indirektes „Gelddrucken“. Daraus resultiere ein Umfeld, das laut Pompliano klar „pro Bitcoin“ sei. Visser ergänzt, dass Investoren zunehmend nach Alternativen zu Staatsanleihen suchen und Bitcoin gemeinsam mit Gold diese Rolle übernehmen könnte. Institutionelle Akteure wie Morgan Stanley bestätigen diesen Trend, indem sie bereits Krypto-Allokationen von bis zu vier Prozent empfehlen.

Für Visser und Pompliano ist dies Ausdruck eines Paradigmenwechsels: In Zeiten globaler Geldentwertung werden nicht-produktive Werte wie Bitcoin zur neuen Basis solider Portfolios. Der jüngste Krypto-Crash habe nichts an diesen fundamentalen Argumenten geändert.

Raoul Pal: Liquidität bleibt der wichtigste Kurstreiber

Für den ehemaligen Goldman-Sachs-Manager und Makro-Analysten Raoul Pal war der Crash vom 10. Oktober kein Zeichen fundamentaler Schwäche. Vielmehr sprechen die makroökonomischen Bedingungen gegen ein Zyklus-Hoch und für die Fortsetzung des Bullenmarkts. In seiner Analyse betont Pal, dass globale Liquidität der entscheidende Faktor für alle Risikoanlagen bleib, ganz gleich, ob Aktien, Tech oder Krypto.

Bitcoin und der Nasdaq-Index (NDX) weisen laut ihm eine über 90-prozentige Korrelation auf, sodass beide Märkte von denselben Liquiditätszyklen angetrieben werden. Wenn Notenbanken und Regierungen durch Schulden und Währungsabwertung neues Geld ins System bringen, steigen Vermögenswerte, unabhängig von kurzfristigen Schocks.

Pal erklärt weiter, dass sich die derzeitige Marktphase noch in einer Übergangsperiode befindet: Die hohen US-Zinsen hemmen kurzfristig die Dynamik, doch weltweit füllt neue Liquidität aus Asien und Europa bereits das entstandene Vakuum. Für ihn ist das kein Zeichen eines Endes, sondern einer Vorbereitung auf den nächsten Aufschwung.

Lark Davis: Historischer Crash bietet Kaufchance

Der bekannte Krypto-Influencer Lark Davis sieht im massiven Einbruch vom 10. Oktober 2025 vor allem eine historische Dimension. Noch nie zuvor wurden in so kurzer Zeit über 19 Milliarden US-Dollar an Positionen liquidiert, ein Vielfaches früherer Crashs wie während der FTX-Pleite oder des Corona-Schocks. Für Davis ist dieses Ereignis jedoch weniger ein Grund zur Panik als vielmehr eine potenzielle Gelegenheit. Er erinnert daran, dass viele Investoren nach dem Corona-Crash bereut hätten, nicht früher eingestiegen zu sein. Insoweit könnte es für langfristige Anleger eine Kaufchance geben.

Dennoch mahnt er zur Vorsicht: Der Markt müsse sich erst stabilisieren, bevor neue Positionen aufgebaut werden. Sein Fazit: Wer geduldig bleibt, könnte erneut von einem Ausverkauf profitieren und hier rabattiert in qualitativ starke Coins einsteigen.

Adam Livingston: Bitcoin bleibt der sichere Hafen

Für den Krypto-Analysten Adam Livingston war der Crash ebenfalls kein Zeichen systemischer Schwäche, sondern der deutlichste Beweis für Bitcoins Widerstandskraft. Er beschreibt den 10. Oktober als die größte gehebelte Kapitulation der Krypto-Geschichte, in der Millionen von Tradern ihre Positionen verloren. Während viele Altcoins 20 bis 40 Prozent einbrachen, hielt sich Bitcoin mit einem Rückgang von rund 10 bis 12 Prozent vergleichsweise stabil. Diese relative Stärke führte dazu, dass die Bitcoin-Dominanz innerhalb von 24 Stunden um fast zwei Prozent stieg. Dies sei ein klares Signal für Kapitalrückflüsse in den vermeintlich sicheren Hafen des Kryptomarkts. Die Anleger präferieren in Krisenzeiten eben Bitcoin.

Livingston betont, dass übermäßiger Hebel immer wieder als Auslöser massiver Crashs fungiert, Bitcoin jedoch regelmäßig als Überlebender daraus hervorgeht. Sein Fazit: Der Markt hat einen gefährlichen Exzess bereinigt, aber Bitcoin hat seine Stellung als robusteste und verlässlichste Kryptowährung erneut eindrucksvoll bestätigt.


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Daniel Robrecht

Nach seinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium entschied sich Daniel für eine Tätigkeit als freiberuflicher Autor und verfasst mittlerweile seit rund 10 Jahren qualitative Publikationen zu diversen Fachthemen. Als Investor sammelte er jahrelang Erfahrung mit Aktien & Kryptowährungen. Neben einem langfristigen Investitionsansatz... Mehr lesen

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