Strategy (ehemals MicroStrategy) gilt als das wohl bekannteste Bitcoin-Unternehmen der Welt. Mit mehr als 846.000 BTC in der Bilanz hat sich das Unternehmen unter CEO Michael Saylor vollständig auf Bitcoin fokussiert. Doch ein spezielles Finanzprodukt namens STRC sorgt derzeit für Diskussionen, da es erstmals einen möglichen Schwachpunkt im Geschäftsmodell offenlegt.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Das Finanzprodukt STRC ist zuletzt deutlich unter seinen Zielpreis von 100 US-Dollar gefallen und erhöht damit den finanziellen Druck auf Strategy.
  • Strategy musste im Mai erstmals seit 2022 eine kleine Menge Bitcoin verkaufen, um Dividendenauszahlungen zu finanzieren.
  • Langfristig hängt das Modell zunehmend davon ab, dass der Bitcoin-Kurs wieder steigt und neue Kapitalzuflüsse ermöglicht.

Was steckt hinter STRC?

STRC ist ein von Strategy entwickeltes Finanzprodukt, das dem Unternehmen Kapital beschaffen soll, um weitere Bitcoin-Käufe zu finanzieren. Anleger erhalten dafür eine attraktive Dividende, die derzeit bei 11,5 Prozent pro Jahr liegt.

Über Monate funktionierte das Modell wie geplant. STRC notierte stabil nahe seinem Zielpreis von 100 US-Dollar und ermöglichte es Strategy, frisches Kapital für weitere Bitcoin-Käufe einzusammeln.

Mit dem jüngsten Rückgang des Bitcoin-Kurses änderte sich jedoch die Situation. STRC fiel zeitweise auf rund 82 US-Dollar und damit deutlich unter den vorgesehenen Referenzwert.

Hohe Dividenden verursachen Milliardenkosten

Das Problem liegt vor allem in den laufenden Verpflichtungen gegenüber den Investoren.
Strategy hat aktuell rund 104,9 Millionen STRC-Anteile ausgegeben. Bei einer jährlichen Dividende von 11,5 US-Dollar pro Anteil entstehen dadurch Verpflichtungen von rund 1,21 Milliarden US-Dollar pro Jahr.

Diese Ausschüttungen müssen regelmäßig finanziert werden. Gleichzeitig erschwert ein niedrigerer STRC-Kurs die Aufnahme neuer Gelder.

Müsste Strategy beispielsweise 500 Millionen US-Dollar aufnehmen, wären bei einem Kurs von 100 US-Dollar rund fünf Millionen neue Anteile erforderlich. Bei einem Kurs von 87 US-Dollar wären dagegen bereits rund 5,75 Millionen Anteile notwendig.
Dadurch entstehen dauerhaft höhere Dividendenausgaben für denselben Kapitalzufluss.

Erster Bitcoin-Verkauf seit Jahren sorgt für Aufmerksamkeit

Besonders aufmerksam verfolgt die Community einen Vorgang aus dem Mai.
Damals verkaufte Strategy erstmals seit 2022 einen kleinen Teil seiner Bitcoin-Bestände. Insgesamt wurden 32 BTC im Wert von rund 2,5 Millionen US-Dollar veräußert, um Dividendenauszahlungen zu finanzieren.

Für viele Beobachter war dies bemerkenswert, da Michael Saylor jahrelang betont hatte, dass Bitcoin grundsätzlich nicht verkauft werde.

Zwar handelt es sich bislang nur um einen sehr kleinen Verkauf, dennoch zeigt der Vorgang, wie Dividendenauszahlungen im Extremfall finanziert werden könnten.
Würde Strategy die gesamte jährliche STRC-Verpflichtung über Bitcoin-Verkäufe decken müssen, wären bei einem Bitcoin-Kurs von 62.000 US-Dollar rechnerisch rund 19.500 BTC pro Jahr erforderlich.

Gemessen an den aktuellen Beständen wäre das zwar weiterhin nur ein kleiner Anteil, dennoch würde sich dadurch ein grundlegender Wandel in der bisherigen Unternehmensstrategie ergeben.

Strategy ist nicht in Gefahr, aber der Druck steigt

Aktuell befindet sich Strategy keineswegs in einer existenziellen Krise.
STRC-Investoren stehen in der Kapitalstruktur hinter anderen Gläubigern. Zudem kann das Unternehmen Dividenden anpassen oder zeitweise aussetzen.
Dennoch zeigt die Entwicklung, wie stark das Modell inzwischen von einem steigenden Bitcoin-Kurs profitiert beziehungsweise von einem länger anhaltenden Bärenmarkt belastet werden könnte.

Um den Kurs von STRC zu stabilisieren, könnte Strategy die Dividenden weiter erhöhen. Das würde allerdings die jährlichen Verpflichtungen zusätzlich vergrößern. Alternativ könnten weitere Anteile ausgegeben oder zusätzliche Bitcoin verkauft werden.
Alle Wege führen letztlich zu derselben zentralen Voraussetzung: Ein steigender Bitcoin-Kurs würde den Druck erheblich reduzieren und neue Finanzierungsmöglichkeiten eröffnen.

Liquid Chain: Neue Layer-3-Lösung setzt auf die Liquidität mehrerer Blockchains

Während Unternehmen wie Strategy weiterhin auf Bitcoin als langfristigen Wertspeicher setzen, arbeiten neue Projekte daran, die Nutzung digitaler Vermögenswerte effizienter zu gestalten.

Liquid Chain entwickelt eine Layer-3-Infrastruktur, die die Liquidität von Bitcoin, Ethereum und Solana innerhalb eines gemeinsamen Ökosystems zusammenführen soll. Ziel ist es, Kapital effizienter zwischen verschiedenen Netzwerken bewegen zu können und die Fragmentierung des Kryptomarktes zu reduzieren.

Der dazugehörige $LIQUID-Token befindet sich aktuell noch im Presale. Das Projekt hat bereits einen Großteil seines Finanzierungziels erreicht und stößt insbesondere bei Anlegern auf Interesse, die auf Infrastruktur-Lösungen im Blockchain-Bereich setzen.

Da der Presale mit festen Preisstufen arbeitet, steigt der Tokenpreis schrittweise bis zum Börsenstart an. Zusätzlich können frühe Investoren ihre Token bereits staken und von vergleichsweise hohen Renditen profitieren.

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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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