Ethereum gilt als die dynamischste Smart-Contract-Blockchain der Welt. Kaum ein anderes Netzwerk entwickelt sich so schnell weiter und erhält in regelmäßigen Abständen umfangreiche Upgrades. Das bislang bedeutendste Update war der Merge im September 2022.

Damals stellte Ethereum den Konsensmechanismus von Proof-of-Work auf Proof-of-Stake um und reduzierte den Energieverbrauch des Netzwerks drastisch. Nun könnte das nächste historische Kapitel folgen. Mit „Glamsterdam“ arbeiten die Entwickler an jenem Upgrade, das von vielen Core-Entwicklern bereits als das größte seit dem Merge bezeichnet wird. Der Fokus liegt diesmal nicht auf dem Konsensmechanismus, sondern auf der Skalierung der Layer-1-Blockchain. Nachdem die Planung weitgehend abgeschlossen wurde, hat nun die finale Entwicklungsphase begonnen. Damit rückt eines der ambitioniertesten Ethereum-Upgrades der vergangenen Jahre immer näher.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Ethereum startet größtes Upgrade seit Merge, finale Testphase bereits angelaufen.
  • Glamsterdam soll Layer-1 skalieren und langfristig 10.000 TPS ermöglichen.
  • Neue Technologien steigern Effizienz, Kapazität und Dezentralisierung des Netzwerks.
  • Höhere Skalierung könnte Ethereum gegenüber Solana deutlich wettbewerbsfähiger machen.

Glamsterdam startet in die letzte Entwicklungsphase

Mit Glamsterdam hat Ethereum ein Upgrade-Paket geschnürt, das die Leistungsfähigkeit des Netzwerks deutlich steigern soll. Besonders im Fokus stehen Verbesserungen der Layer-1-Skalierung, also der eigentlichen Ethereum-Blockchain. Während viele frühere Upgrades vor allem Rollups und Layer-2-Lösungen unterstützten, soll Glamsterdam die Basis-Schicht selbst effizienter machen.

Aktuell haben die Ethereum-Core-Entwickler die letzte große Entwicklungsphase eingeleitet. Sämtliche geplanten Ethereum Improvement Proposals (EIPs) werden nun gemeinsam auf sogenannten Devnets getestet. Dabei handelt es sich um private Entwicklernetzwerke, auf denen die neuen Funktionen unter realistischen Bedingungen geprüft werden. Diese Phase gilt als entscheidender Meilenstein vor dem Code Freeze und den anschließenden öffentlichen Testnet-Rollouts.

Zu den wichtigsten Neuerungen zählt das sogenannte Enshrined Proposer-Builder Separation (ePBS), das unter EIP-7732 entwickelt wird. Dieses System integriert die heute bereits genutzte Trennung zwischen Block-Erstellern und Block-Vorschlagenden direkt in das Ethereum-Protokoll. Ziel ist eine höhere Effizienz bei der Blockproduktion, geringere Zentralisierungstendenzen und bessere Voraussetzungen für künftige Skalierungsmaßnahmen.

Hinzu kommen die Block-Level Access Lists (EIP-7928). Diese sollen die Ausführung von Transaktionen optimieren und den Ressourcenbedarf für Validatoren senken. Dadurch könnte Ethereum langfristig mehr Transaktionen direkt auf Layer 1 verarbeiten.

Ethereum-Forscher und Core-Entwickler sprechen bereits vom größten Fork seit dem Merge. Laut Entwickler Ansgar Dietrichs und Ethereum Foundation Research Lead Dankrad Feist könnte Glamsterdam zahlreiche bisherige Annahmen über die Skalierungsgrenzen des Netzwerks verändern. Die Entwickler sehen das Upgrade als Fundament für deutlich höhere Kapazitäten in den kommenden Jahren.

Noch befindet sich Glamsterdam in der Testphase. Mit dem Beginn der umfassenden Devnet-Tests hat jedoch die letzte große Etappe vor den öffentlichen Testnetzen begonnen. Verläuft diese erfolgreich, könnte Ethereum 2026 einen weiteren Meilenstein setzen und die Grundlage für die nächste Wachstumsphase des Ökosystems schaffen.

10.000 TPS auf Ethereum? Warum Glamsterdam enormes Potenzial entfalten könnte

Gerade die jüngsten Aussagen aus dem Ethereum-Umfeld sorgen für neue Fantasie. Während Ethereum in den vergangenen Jahren stark auf Layer-2-Lösungen setzte, zeichnet sich nun eine strategische Erweiterung ab. Das langfristige Ziel lautet offenbar, die Leistungsfähigkeit der Layer 1 selbst massiv zu steigern. Diskutiert werden inzwischen Kapazitäten von bis zu 10.000 Transaktionen pro Sekunde. Damit würde Ethereum in eine völlig neue Größenordnung vorstoßen.

Besonders spannend ist dabei, dass mehrere Entwicklungen gleichzeitig zusammenkommen. Zum einen sollen höhere Gaslimits die Netzwerkkapazität deutlich erhöhen. Zum anderen arbeiten die Entwickler an Konzepten wie Parallel Execution, wodurch mehrere Transaktionen gleichzeitig verarbeitet werden können. Bislang erfolgt die Ausführung weitgehend sequentiell, was natürliche Skalierungsgrenzen schafft.

Auch Vitalik Buterin deutete zuletzt an, dass sich die Rolle der Layer-2-Netzwerke verändern könnte. Die ursprüngliche Vision, nahezu die gesamte Skalierung auf externe Layer auszulagern, wird inzwischen kritischer betrachtet. Ethereum selbst wird schneller, günstiger und leistungsfähiger, während die Entwicklung vieler Layer-2-Lösungen langsamer voranschreitet als ursprünglich erwartet.

Für Anleger ist das besonders relevant. Sollte Ethereum tatsächlich einen Weg finden, die Layer 1 massiv zu skalieren, könnten viele Kritikpunkte der vergangenen Jahre entkräftet werden. Niedrige Gebühren, höhere Transaktionskapazitäten und eine einfachere Nutzererfahrung würden die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Solana und anderen High-Performance-Blockchains deutlich verbessern. Glamsterdam wäre dann nicht nur ein technisches Upgrade, sondern möglicherweise der Startschuss für die nächste große Wachstumsphase des Ethereum-Ökosystems.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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