Foundry USA, der größte Bitcoin-Mining-Pool mit etwa 32% der globalen Hashrate, hat durch das Mining von acht aufeinanderfolgenden Blöcken und seine Dominanz die Debatte über die Zentralisierung von Bitcoin angeheizt.
Das Wichtigste im Überblick:
Foundry USA mint 8 Blöcke hintereinander
Der US-amerikanische Mining-Pool Foundry USA hat mit dem kürzlichen Mining von acht aufeinanderfolgenden Blöcken für Aufsehen gesorgt. Dabei kontrolliert der Pool derzeit etwa ein Drittel der gesamten Hashrate von Bitcoin. Der X-Nutzer @JacobKinge hat dabei auf diese Tatsache aufmerksam gemacht.
Kinge spricht dabei von einer „gefährlichen Zentralisierung“ und warnt davor, dass eine kleine Gruppe von Minern und Insidern das Netzwerk dominieren könnte. Diese Entwicklung wirft Fragen zur Dezentralisierung von Bitcoin auf und könnte auch die zukünftige Preisentwicklung von Bitcoin (siehe unsere Bitcoin Prognose) beeinflussen.
Foundry USA: Der Aufstieg eines Giganten
Foundry USA, ein Mining-Pool, der von der Digital Currency Group (DCG) betrieben wird, hat sich in den letzten Jahren zum größten Akteur im Bitcoin-Mining entwickelt. Laut Daten des Hashrate Indexes kontrolliert Foundry USA aktuell etwa 32% der gesamten Netzwerk-Hashrate, was etwa 247 EH/s (Exahashes pro Sekunde) entspricht. Diese Dominanz ist das Ergebnis eines rasanten Wachstums: Anfang 2024 lag die Hashrate des Pools noch bei 157 EH/s, wuchs aber bis Dezember 2024 auf rund 280 EH/s an.
Die jüngste Meldung, dass Foundry USA acht Blöcke hintereinander gemint hat, hat die Diskussion über die Zentralisierung weiter angeheizt. Ein solches Ereignis, obwohl statistisch möglich, ist bemerkenswert, da es die immense Rechenleistung des Pools unterstreicht. Doch was bedeutet dies für das Bitcoin-Netzwerk?
Was ist Hashrate und warum ist sie wichtig?
Die Hashrate misst die gesamte Rechenleistung, die Miner in das Bitcoin-Netzwerk einbringen, um Transaktionen zu verifizieren und neue Blöcke zu generieren. Sie ist ein entscheidender Indikator für die Sicherheit und Stabilität der Blockchain. Eine höhere Hashrate macht das Netzwerk widerstandsfähiger gegen Angriffe, da mehr Rechenleistung benötigt wird, um es zu kompromittieren.
Allerdings kann eine hohe Konzentration der Hashrate in den Händen weniger Akteure problematisch sein. Wenn ein einzelner Mining-Pool oder eine kleine Gruppe von Pools mehr als 50% der Hashrate kontrolliert, könnte dies theoretisch die Tür für einen sogenannten 51%-Angriff öffnen. Bei einem solchen Angriff könnte ein Akteur Transaktionen manipulieren, doppelte Ausgaben (Double-Spending) durchführen oder das Netzwerk destabilisieren. Zuletzt hat dies der Qubic-Mining-Pool bei Monero erreicht, der es nun auf den Dogecoin abgesehen hat. Der Pool setzt dabei auf eine Anreizstrategie, bei dem der Pool Gewinne in die eigene Kryptowährung investiert.
Die Zentralisierungsdebatte: Bedrohung oder natürliche Entwicklung?
Tatsächlich kontrollieren Foundry USA und der zweitgrößte Pool, AntPool, zusammen etwas mehr als 51% der Hashrate. Historisch betrachtet hätten die beiden Pools jedoch zeitweise sogar bis zu 60% der Hashrate erreichen können. Diese Konzentration wirft Bedenken auf, da sie die dezentrale Natur von Bitcoin bedrohen könnte.
Der Bitcoin-Entwickler Luke Dashjr hat wiederholt vor den Risiken großer Mining-Pools gewarnt und betont, dass eine solche Dominanz zu Zensur und Kontrollproblemen führen könnte.
Ein Beispiel für solche Probleme ist die Entscheidung einiger Pools, Transaktionen gemäß den Sanktionslisten des Office of Foreign Assets Control (OFAC) zu zensieren.
So hatte der Pool F2Pool 2023 kurzzeitig Transaktionen auf Basis von OFAC-Sanktionen gefiltert. Erst nach Kritik aus der Community wieder einstellte. Solche Vorfälle zeigen, dass Mining-Pools zum einen regulierbar sind. Zum anderen zeigt es, dass sie theoretisch in der Lage sind, Transaktionen selektiv auszuschließen, was dem Prinzip der Zensurresistenz (so kannst du Bitcoin anonym kaufen) widerspricht.
Warum dominieren große Mining-Pools?
Mining-Pools bieten kleineren Minern die Möglichkeit, ihre Rechenleistung zu bündeln, um die Chancen auf Block-Belohnungen zu erhöhen. Die Belohnungen werden anschließend proportional zur eingesetzten Hashrate verteilt. Für viele ist der Beitritt zu einem großen Pool wie Foundry USA attraktiv, da dies stabilere und vorhersehbarere Einnahmen verspricht. Dagegen sind beim Solo-Mining die Auszahlungen unregelmäßig und unvorhersehbar.
Zudem spielt die geografische Verteilung eine Rolle. Nach dem Verbot von Bitcoin-Mining in China 2021 sind viele Miner in regulierungsfreundlichere Regionen wie Nordamerika gezogen. Rund 37,84% der Hashrate befinden sich mittlerweile in den USA. Wobei Foundry USA von der Präferenz amerikanischer Miner für einen inländischen Pool profitiert.
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