Bitcoin notierte am 30. Juli nahe der Marke von 64.650 $ und blieb damit fest in der Spanne zwischen 60.000 $ und 65.000 $ gefangen, in der er sich seit Monaten bewegt. Währenddessen lieferte JPMorgan-Analyst Nikolaos Panigirtzoglou in einer aktuellen Mitteilung an Kunden ein deutliches Urteil: Die sinkenden Chancen, dass der Digital Asset Market Clarity Act (CLARITY Act) noch in diesem Jahr Gesetz wird, stellen einen direkten Gegenwind für den gesamten Kryptomarkt dar.
Die Analyse zwingt institutionelle Anleger zu einer zentralen Frage: Wird das Kapital durch die regulatorische Stagnation in den USA weiterhin an der Seitenlinie gehalten, oder könnte ein kurzfristiger Vorstoß des Senats vor der Sommerpause am 8. August die Kalkulation noch verändern?
Am heutigen 31. Juli handelt Bitcoin knapp unter 64.000 $, was einem leichten Plus von 0,4 % in den letzten 24 Stunden entspricht. Die Kryptowährung hat jedoch Mühe, diesen neu gebildeten Widerstand zu durchbrechen. Das tägliche Handelsvolumen für BTC/USD liegt aktuell bei 28,1 Milliarden Dollar.
JUST IN: 🇺🇸 JPMorgan says failure to pass the Clarity Act will hurt crypto markets.
"The longer the approval of the Clarity Act is postponed, the greater the threat to crypto markets."
— Watcher.Guru (@WatcherGuru) July 30, 2026
Was der CLARITY Act konkret bewirken würde
Der CLARITY Act sieht vor, die Aufsicht über digitale Vermögenswerte zwischen der Securities and Exchange Commission (SEC) und der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) aufzuteilen. Bisher streiten diese beiden Bundesbehörden mangels eines klaren Kongressmandats häufig um die Zuständigkeit.
Token, die als digitale Rohstoffe (Commodities) eingestuft werden, würden unter die Aufsicht der CFTC fallen. Dies würde die Compliance-Last verringern, die die Emission und den Handel bisher verstärkt ins Ausland getrieben hat.
Eine Bestandsschutzklausel im aktuellen Entwurf sieht vor, dass Token, die mit vor dem 1. Januar 2026 gelisteten Spot-ETFs verbunden sind – darunter XRP, Solana, Litecoin, Hedera, Dogecoin und Chainlink – standardmäßig als Rohstoffe behandelt werden.
Zudem könnten neue Projekte jährlich bis zu 75 Millionen Dollar ohne vollständige SEC-Registrierung einsammeln, sofern sie bestimmte Offenlegungspflichten erfüllen. JPMorgan merkte an, dass allein diese Bestimmung die Venture-Capital-Aktivitäten in den USA wiederbeleben könnte, die zuletzt stetig ins Ausland abgewandert sind.
Warum die Warnung von JPMorgan dringlicher wird
In früheren Analysen hatte die Bank den CLARITY Act als bedeutenden potenziellen Katalysator hervorgehoben. Doch die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung ist inzwischen drastisch gesunken.
Mit Stand vom 30. Juli schätzte der Prognosemarkt Kalshi die Chance, dass der Entwurf bis Jahresende Gesetz wird, auf nur noch 30 %. Dieser Wert liegt unter dem, was institutionelle Investoren normalerweise für neue Anlageentscheidungen voraussetzen.
Der Senat hat den Gesetzentwurf zugunsten anderer Prioritäten vor der Pause am 8. August zurückgestellt, obwohl er den Bankenausschuss des Senats bereits im Frühjahr passiert hatte. Es bleiben erhebliche legislative Hürden, darunter die Notwendigkeit von 60 Stimmen und ungeklärte Bestimmungen zu Stablecoin-Renditen.
JPMorgan warnt in der Notiz, dass Verzögerungen im Senat dazu führen könnten, dass Tokenisierung und Blockchain-Anwendungen von traditionellen Marktinfrastrukturen absorbiert werden, anstatt öffentlichen Krypto-Netzwerken zugutezukommen. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die DTCC am 15. Juli ein Pilotprojekt zur Tokenisierung von Aktien und US-Staatsanleihen ankündigte, an dem Schwergewichte wie JPMorgan und Vanguard beteiligt sind.
Citi schätzt, dass der derzeitige globale Markt für tokenisierte Finanzanlagen von 17 Milliarden Dollar bis 2030 auf 5,5 Billionen Dollar anwachsen könnte. Ohne einen klaren regulatorischen Rahmen könnte dieser Zuwachs jedoch größtenteils innerhalb traditioneller Finanzsysteme verbleiben und nicht auf öffentlichen Blockchains stattfinden.
Institutionelle Unterstützung trifft auf politische Hürden
Der Gesetzentwurf wird von einer breiten Koalition unterstützt. BlackRock betrachtet ihn als entscheidenden Schritt hin zu einem regulatorischen Rahmen, der den Anlegerschutz priorisiert. Auch Fidelity betonte die Notwendigkeit klarer Regeln, um das Vertrauen der Investoren in digitale Assets zu stärken.
bit
Franklin Templeton forderte die Gesetzgeber auf, endlich Klarheit über die regulatorischen Zuständigkeiten zu schaffen. Selbst Goldman-Sachs-CEO David Solomon sprach sich für Fortschritte beim CLARITY Act aus, trotz bestehender Unvollkommenheiten im Entwurf.
Dennoch gibt es innerhalb der Branche Reibungspunkte. Coinbase-CEO Brian Armstrong machte Bankenverbände für die Verzögerungen verantwortlich. Er wies darauf hin, dass Coinbase seine Unterstützung aufgrund von Bestimmungen zurückzog, die Stablecoin-Belohnungen und den Wettbewerb einschränken könnten, was letztlich zu einer Verschiebung der Abstimmung im Bankenausschuss des Senats führte.
Zusätzlich äußerte JPMorgan in der Analyse die Besorgnis, dass bestimmte Ausnahmeregelungen im Gesetz dazu führen könnten, dass tokenisierte Wertpapiere und Derivate der Aufsicht von SEC oder CFTC entgehen – ein Punkt, der gezielte Institutionen abschrecken könnte.
Jetzt mehr über die vielversprechendsten Krypto-Presales für den nächsten Zyklus erfahren
Warum Sie 99Bitcoins vertrauen können
99Bitcoins wurde 2013 gegründet und verfügt über ein Team von Experten, deren Erfahrung bis in die Anfänge der Kryptozeit zurückreicht.
Wöchentliche Recherche
100k+Monatliche Leser
Experten
2000+Krypto-Projekte unter die Lupe genommen
