Bitcoin befindet sich seit rund elf Monaten in einer Korrekturphase. Laut einer aktuellen Analyse von VanEck haben acht von zwölf beobachteten Kapitulationssignalen ausgelöst. Gleichzeitig berichten CryptoSlate zufolge Händler weiterhin von umfangreicher Absicherung gegen weitere Kursverluste.
Acht von zwölf Signalen im Kapitulationsbereich
VanEck veröffentlichte Mitte August seinen Bitcoin-ChainCheck-Bericht, verfasst von Matthew Sigel, Leiter der Abteilung für digitale Vermögenswerte, und Senior-Investment-Analyst Patrick Bush. Zum Zeitpunkt des Berichts notierte Bitcoin bei rund 64.500 US-Dollar. Zuvor hatte sich der Kurs zwei Monate lang überwiegend zwischen 58.000 und 66.500 US-Dollar bewegt. Diese Spanne lag 48 Prozent unter dem Allzeithoch von 126.300 US-Dollar aus dem Oktober 2025.

Der Bericht beobachtet zwölf On-Chain- und marktbasierte Indikatoren, die sich in früheren Zyklen in der Nähe von Tiefpunkten gebündelt hatten. Acht davon signalisierten zum Berichtszeitpunkt Kapitulation. Alle zwölf hatten im Verlauf der vorangegangenen drei Monate zumindest zeitweise extreme Bereiche erreicht. Nach Einschätzung von VanEck spricht dies für einen breit angelegten Abschwung, der nicht auf ein einzelnes Marktsegment beschränkt ist.
Besonders auffällig ist das Verhalten der Langzeitinhaber, also Wallets, die Bitcoin mindestens 155 Tage halten. Sie verkauften innerhalb von 30 Tagen 356.000 BTC. Dadurch fiel ihr Anteil am gesamten Umlaufangebot erstmals seit Monaten unter 60 Prozent. Ihr absoluter Bestand lag dennoch weiterhin bei rund 11,84 Millionen BTC.
Absicherung trotz ruhigerem Spotmarkt
Nach Angaben von CryptoSlate gaben Händler 552 Millionen US-Dollar für den Schutz gegen einen weiteren Kursrückgang aus. Dies steht im Kontrast zu einem vergleichsweise ruhigen Spotmarkt und zeigt, dass die Sorge vor erneuter Abwärtsbewegung fortbesteht.

Die realisierte 30-Tage-Volatilität lag annualisiert bei 27,2 Prozent und damit deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt von etwa 80 Prozent. Bitcoin bewegte sich nach der Erholung vom Tief Ende Juni bei rund 58.500 US-Dollar in einer engen Handelsspanne. Das Juni-Tief blieb dabei ein zentraler Risikopunkt.
Warum die Signale kein kurzfristiges Timing-Instrument sind
VanEck ordnet die aktuelle Korrektur in den Kontext früherer Bärenmärkte ein. Die drei vorangegangenen Bärenmärkte benötigten vom Hoch bis zum maximalen Rückgang im Durchschnitt 12,7 Monate. Da Bitcoin seit dem Höchststand von Anfang Oktober 2025 seit etwa elf Monaten korrigiert, könnte sich bei einer Wiederholung dieses Musters zwischen September und November 2026 ein möglicher Wendepunkt ergeben.
Der Vermögensverwalter warnt jedoch davor, die Kapitulationssignale als kurzfristigen Kauftrigger zu verstehen. In früheren Phasen mit acht bis zwölf gleichzeitig ausgelösten Signalen lagen die durchschnittlichen Renditen über 90 und 180 Tage unter der typischen Basisperformance von Bitcoin. Ein Vorteil zeigte sich laut VanEck erst auf Sicht von einem Jahr, wobei die zugrunde liegende Stichprobe vergleichsweise klein ist.
VanEck hatte zuvor ein Kursziel von 180.000 US-Dollar für Bitcoin genannt und diese langfristig positive Einschätzung trotz der Volatilität im Jahr 2026 weitgehend beibehalten.
Worauf Anleger achten können
- Signalzahl: Ob sich die Zahl aktiver Kapitulationssignale in den nächsten ChainCheck-Updates erhöht oder wieder zurückgeht.
- Juni-Tief: Ob Bitcoin das Niveau von rund 58.500 US-Dollar erneut testet.
- Marktabsicherung: Ob die Nachfrage nach Schutz gegen Kursverluste anhält oder nachlässt.
Eine ergänzende Einordnung der VanEck-Daten und des Vergleichs mit früheren Bärenmarktzyklen bietet der Bericht von CoinDesk.
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