Die Unsicherheit, die sich am Kryptomarkt breit gemacht hat, bleibt bestehen. Seit dem Flash Crash, der am 10. Oktober dieses Jahres stattgefunden hat, ist der Markt ins Wanken geraten. Anleger sind stark verunsichert, viele Marktteilnehmer sprechen von Manipulation und das Vertrauen in Bitcoin als digitales Gold wurde dadurch erschüttert. Die Folge ist, dass ein nachhaltiger Anstieg auf über 90.000 Dollar nicht mehr gelingen will. Und das könnte erst der Anfang sein. Schon in der kommenden Woche rechnen Analysten nochmal mit deutlich tieferen Kursen.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Der Bitcoin-Kurs ist erneut unter die 90.000 Dollar Marke gefallen.
  • Seit dem Flash Crash am 10. Oktober fallen die Kurse und jede Gegenbewegung wird sofort wieder abverkauft.
  • Analysten erwarten nun, dass der Kurs auch die 70.000 Dollar Marke unterschreiten wird.
  • Auslöser soll der Zinsentscheid der Bank of Japan sein.
  • Die schlechte Stimmung am Markt deutet aber eher darauf hin, dass die Zinsanpassung bereits eingepreist ist.
  • Während Japan dem Markt Liquidität entzieht, sorgen zahlreiche Maßnahmen in den USA für zusätzliche Liquidität.

Zinsentscheid aus Japan

Es gibt viele Gründe, die dafür sprechen, dass die Kurse von hier aus noch deutlich tiefer fallen könnten. Neben der Tatsache, dass die 4-Jahres-Zyklen-Theorie für weiter fallende Kurse spricht, ist es auch die Liquidität, die dem Markt entzogen wird. Vor allem aus Japan wird Druck ausgeübt.

Die Bank of Japan hat jahrelang eine ultralockere Geldpolitik verfolgt. Die Zinsen waren gering und institutionelle Investoren konnten sich Yen günstig leihen, um sie in gewinnbringendere Märkte zu investieren. Das hat dafür gesorgt, dass Milliarden aus Japan in verschiedene Assets geflossen sind, zum Teil auch in Bitcoin und andere Kryptowährungen. Diese Zeiten sind nun allerdings vorbei.

In der kommenden Woche wird der nächste Zinsentscheid aus Japan erwartet und die Folgen könnten verheerend sein. Frühere Zinsanpassungen haben jeweils starke Kursrücksetzer für Bitcoin mit sich gebracht und dasselbe wird auch diesmal wieder erwartet.

https://twitter.com/rektfencer/status/2000199646514139417?s=20

Der Krypto-Analyst Rekt Fencer hat auf X über 300.000 Follower. Er zeigt auf, dass es in der Vergangenheit nach jeder Zinserhöhung der Bank of Japan zu Korrekturen bei Bitcoin gekommen ist, bei denen der Kurs oft um über 20 % gefallen ist.

Da in der kommenden Woche eine weitere Zinserhöhung aus Japan erwartet wird, geht er davon aus, dass der Kurs auf unter 70.000 Dollar fallen wird. Seiner Meinung nach könnte es sogar schon in der kommenden Woche dazu kommen, als unmittelbare Reaktion auf die Zinsanpassung.

Kaufchance oder Finger weg?

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich die Zinsanpassungen in Japan bisher negativ auf den Kryptomarkt ausgewirkt haben. Allerdings ist die Frage, ob diese Entwicklung bei den aktuellen niedrigen Kursen nicht schon eingepreist ist. Kurse crashen meistens dann, wenn Anleger es nicht erwarten. Die Zinserhöhung, die in der kommenden Woche durchgeführt werden dürfte, haben die meisten Anleger bereits am Schirm.

Tatsächlich macht ein Blick auf die Renditen auf japanische Anleihen schnell deutlich, dass es unausweichlich ist, dass ein Teil des Risikokapitals abgezogen und in Anleihen investiert wird, da die Renditen hier bereits stark steigen und Zinserhöhungen weitere Anstiege nach sich ziehen würden.

https://twitter.com/KobeissiLetter/status/1996196121941856572?s=20

Gleichzeitig steuern die USA dem aber entgegen, indem sie mit ihren eigenen makroökonomischen Entwicklungen eher dafür sorgen, dass dem Markt Liquidität zugeführt wird. Da die USA die deutlich größere Volkswirtschaft sind, könnte das den Markt auch stärker beeinflussen als die Entwicklungen in Japan.

Aus den USA kommen derzeit viele Signale, die eher dafür sprechen, Kryptowährungen zu kaufen. Die Leitzinsen wurden erst in dieser Woche gesenkt, die Fed pumpt wieder Liquidität in den Markt und die Midterm-Wahlen dürften im kommenden Jahr dafür sorgen, dass sich die Trump-Regierung keine Gelegenheit entgehen lässt, die Märkte anzutreiben.

Impulse wie Zoll-Dividenden und Steuersenkungen sind in den USA bereits geplant. All das führt dazu, dass die Krypto-Prognosen für das kommende Jahr extrem bullish sind, auch wenn die 4-Jahres-Zyklen etwas anderes vermuten lassen würden.

Sollte es also tatsächlich dazu kommen, dass es nach dem Zinsentscheid der Bank of Japan einen Kursrutsch gibt, dürfte sich das eher als eine ideale Gelegenheit erweisen, Bitcoin zu kaufen. Die Chance, dass Bitcoin tatsächlich unter 70.000 Dollar rutscht und auf diesem tiefen Niveau lange verharrt, ist äußerst gering.

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Manuel Lippitz

Nach 10 Jahren als leitender Angestellter hat sich Manuel 2019 mit einer eigenen Immobilienfirma in die Selbstständigkeit gewagt. Bis heute hat er vier Unternehmen gegründet oder mit aufgebaut und mit dem Bau des ersten eigenen Mining Rigs wurde neben der... Mehr lesen

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