Der Kryptomarkt zeigt sich heute deutlich fester. Bitcoin legt rund 2,5 Prozent zu und bewegt sich erneut in Richtung der Marke von 114.000 US-Dollar. Ethereum verzeichnet ein Plus von rund 2 Prozent. Die überraschend schwachen Inflationsdaten aus den USA sorgen für Auftrieb, auch wenn noch keine Euphorie spürbar ist. Besonders im Altcoin-Segment sind die Gewinne ausgeprägter: Projekte wie Avalanche, Mantle oder PumpFun steigen in der Top 100 sogar zweistellig innerhalb der letzten 24 Stunden.

So könnte Bitcoin den nächsten Aufwärtsimpuls eben nun durch positive Makro-News erhalten. Denn eine deutliche Lockerung der Geldpolitik in 2025 ist diese Woche wahrscheinlicher geworden.

Das Wichtigste im Überblick:

  • US-Erzeugerpreise sanken im August um 0,1 Prozent statt erwarteter Zunahme.
  • Im Jahresvergleich stiegen Produzentenpreise nur 2,6 Prozent statt prognostizierten 3,3 Prozent.
  • Geringere Teuerung stärkt Zinssenkungsfantasie und treibt Kryptowährungen deutlich nach oben.
  • Donnerstag rücken Verbraucherpreise und wöchentliche Arbeitslosenhilfe-Anträge stark in den Fokus.
  • US-Arbeitsministerium revidierte zuletzt 911.000 Stellen nach unten – historischer Negativrekord.
  • Ohne Gesundheitssektor verzeichnete die US-Wirtschaft über 140.000 Jobverluste.
  • FedWatch sieht 90 Prozent Wahrscheinlichkeit für Zinssenkung kommende Woche.

US-Inflationsdaten treiben Kryptomarkt deutlich an

Die heutige Aufwärtsbewegung am Kryptomarkt lässt sich klar auf neue Inflationsdaten aus den USA zurückführen. Im August gingen die Erzeugerpreise überraschend um 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat zurück, während Analysten im Vorfeld noch mit einem Anstieg von 0,3 Prozent gerechnet hatten.

Auch im Jahresvergleich fiel das Plus mit 2,6 Prozent spürbar schwächer aus als die erwarteten 3,3 Prozent. Diese deutliche Abweichung von den Prognosen wird an den Märkten als Signal gewertet, dass der Preisdruck nachlässt und die Inflation weiter zurückgeht.

Für die Geldpolitik bedeutet das, dass Zinssenkungen in naher Zukunft wahrscheinlicher werden. Genau dieser Faktor sorgt aktuell für Rückenwind bei risikoreichen Anlagen wie Kryptowährungen, die stark auf geldpolitische Impulse reagieren.

Verbraucherpreise und Arbeitsmarktdaten im Fokus

Nach den überraschend schwachen Erzeugerpreisen richtet sich der Blick nun auf den morgigen Donnerstag, an dem der Verbraucherpreisindex veröffentlicht wird. Zuletzt lag die Teuerungsrate bei 2,7 Prozent, für die neue Veröffentlichung erwarten Ökonomen einen Anstieg auf 2,9 Prozent. Sollte die Inflation jedoch unter dieser Prognose bleiben, könnte der Markt den nächsten Aufwärtsimpuls erhalten.

Parallel dazu stehen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe an. Hier zeigte sich zuletzt eine deutliche Eintrübung: Der Arbeitsmarkt schwächelt, mehrere Revisionen zu Wochenbeginn haben dies noch einmal bestätigt.

Eine Kombination aus nachlassender Inflation und zunehmenden Schwächen am Arbeitsmarkt könnte die Erwartungshaltung für Zinssenkungen verstärken. Genau diese Aussicht verleiht riskanten Anlageklassen wie Kryptowährungen zusätzlichen Rückenwind. Damit könnte der Donnerstag zum entscheidenden Tag werden, ob die jüngste Stärke weiter ausgebaut wird.

US-Arbeitsmarkt unter Druck wie seit 2009 nicht

Neue Daten des US-Arbeitsministeriums sorgen nach den folgenden Analysten für Aufsehen: In den vergangenen zwölf Monaten wurden insgesamt 911.000 Stellen aus den offiziellen Statistiken gestrichen – die größte Revision der Geschichte. Im Schnitt waren die monatlichen Jobzahlen damit um 76.000 zu hoch ausgewiesen. Besonders betroffen sind verbrauchernahe Bereiche wie Freizeit, Gastgewerbe sowie Handel, Transport und Versorgungsdienste, die zusammen über 400.000 Stellen weniger aufweisen. Damit übertrifft die aktuelle Korrektur sogar die Negativ-Rekorde aus der Finanzkrise 2009, als -902.000 Stellen revidiert wurden.

Hinzu kommt, dass allein in den Monaten Mai und Juni weitere 285.000 Jobs nach unten korrigiert wurden – der stärkste zweimonatige Rückgang außerhalb der Pandemie. Ohne den Gesundheitssektor hätte die US-Wirtschaft in den letzten vier Monaten per saldo über 140.000 Stellen verloren. Zahlreiche Branchen, darunter Fertigung und Unternehmensdienstleistungen, verzeichnen kontinuierliche Rückgänge.

Die Daten zeigen, dass die US-Arbeitsmarktdynamik fast ausschließlich von neuen Stellen im Gesundheitswesen getragen wird.

Parallel reagieren andere Märkte auf diese Informationen: Gold legte seit Jahresbeginn über 40 Prozent zu, während Goldminenwerte nahezu 100 Prozent im Plus liegen – ein klarer Hinweis, dass Anleger bereits mit weiteren Zinssenkungen rechnen, so die hiesigen Analysten. Für die Fed wächst damit der Druck, ihren Fokus vom Inflationsziel stärker auf die Beschäftigung zu verlagern.

FedWatch zeigt klare Zinssenkungsfantasie

Nach Daten des FedWatch-Tools der CME Group liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte in genau einer Woche bei rund 90 Prozent. Knapp 10 Prozent der Marktteilnehmer rechnen sogar mit einer stärkeren Lockerung um 50 Basispunkte.

Fed Watch Tool Zinsen

Für das Oktober-Meeting wird bereits die nächste Senkung eingepreist, gefolgt von einer dritten im Dezember. Damit könnte die US-Notenbank noch in diesem Jahr insgesamt 75 Basispunkte reduzieren.

Vor diesem Hintergrund rückt auch das historisch starke Schlussquartal für Kryptowährungen verstärkt in den Fokus. Denn bullische Saisonalität könnte hier eben auf den geldpolitischen Pivot treffen, der bullisch für Bitcoin und Co. ist.


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Daniel Robrecht

Nach seinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium entschied sich Daniel für eine Tätigkeit als freiberuflicher Autor und verfasst mittlerweile seit rund 10 Jahren qualitative Publikationen zu diversen Fachthemen. Als Investor sammelte er jahrelang Erfahrung mit Aktien & Kryptowährungen. Neben einem langfristigen Investitionsansatz... Mehr lesen

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