Deutschland verbessert sich im Chainalysis Global Crypto Adoption Index 2025 auf Platz 21, bleibt aber hinter Ländern wie Indien, den USA und Pakistan zurück. Während die USA durch krypto-freundliche Regulierungen unter Trump stark aufholen.
Das Wichtigste im Überblick:
Deutschland verbessert sich im Vergleich zum Vorjahr
Die Aufgabe des jährlichen Chainanalysis Global Crypto Adoption Index ist es, anhand von On-Chain-Daten und Off-Chain-Daten die Akzeptanz von Kryptowährungen in verschiedenen Ländern zu ermitteln. Dieser Index bewertet die Graswurzel-Adoption von Kryptowährungen in 151 Ländern basierend auf Faktoren wie Transaktionsvolumen auf zentralisierten Exchanges, DeFi-Nutzung, Retail- und institutioneller Aktivität, gewichtet nach Bevölkerungsgröße und Kaufkraft. Außerdem versucht die Studie aufzuzeigen, warum einige Länder bei der Einführung von Kryptowährungen schneller und erfolgreicher sind als andere.
Führend sind laut dem aktuellen Bericht Indien, der asiatisch-pazifische Raum und die Vereinigten Staaten. Deutschland nimmt beim Crypto Adoption Ranking nur Platz 21 ein, was im Vergleich zum Vorjahr eine Verbesserung um vier Plätze darstellt. Im Vorjahr landete Deutschland im gleichen Report noch auf auf Platz 25. Damit bleibt Deutschland in Westeuropa nur hinter dem Vereinigten Königreich zurück – hier allerdings deutlich, da es den elften Platz belegt.
Welche Länder führen beim Crypto Adoption Ranking
Bemerkenswert ist der Aufstieg der USA auf den zweiten Platz im Index. Damit ließ die USA Nigeria und Indonesien zurück, die im Vorjahr die Plätze zwei und drei belegten. Beide Nationen sind dabei jedoch abgefallen und belegen nun Platz 6 (Nigeria) und Platz 7 (Indonesien). In die Top 3 ist neben Indien nun Pakistan gerückt, gefolgt von Vietnam auf Platz 4 und Brasilien auf Platz 5. Die stärkste gesamteuropäische Nation ist dabei die Ukraine, die ihrerseits jedoch zwei Plätze im Vergleich zum Vorjahr verlor.
Bei zentralisierten wie dezentralen Diensten sind Kryptowährungen dem Index des Jahres 2025 zufolge in Pakistan, Indien und Vietnam besonders verbreitet. Deutlich zugenommen hat die Akzeptanz von Kryptowährungen wie Bitcoin in Nordamerika, wo inzwischen viele Krypto-Transaktionen auch über traditionelle Finanzkanäle abgewickelt werden können. Die am schnellsten wachsende Region ist hingegen der asiatisch-pazifische Raum.
Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet man dort ein Wachstum von 69 Prozent. Das Krypto-Transaktionsvolumen ist in dieser Weltregion auf 2,36 Billionen US-Dollar angestiegen. Mit 63 Prozent ist ein ähnlich starkes Wachstum in Lateinamerika zu verzeichnen, wo die Akzeptanz von Kryptowährungen im privaten und institutionellen Sektor zunimmt. Für die Verschiebung der Krypto-Nutzung in den Globalen Süden spricht auch das Wachstum in der Subsahara-Region Afrikas. Dort werden Kryptowährungen häufig für Überweisungen und alltägliche Zahlungen verwendet.
Krypto-Politik der USA unter Trump zeigt Wirkung
Seit Januar 2025 hat Präsident Donald J. Trump viele krypto-freundliche Maßnahmen umgesetzt, um die USA als führende Nation bei Kryptowährungen zu etablieren. Mit dem Executive Order vom 23. Januar wurde die President’s Working Group on Digital Asset Markets gegründet, um Innovationen in Kryptowährungen, Blockchain und DeFi zu fördern.
Im März schuf ein weiterer Order eine Strategic Bitcoin Reserve und einen U.S. Digital Asset Stockpile. Diese sehen es vor, Bitcoin und Bitcoin Alternativen wie Ethereum oder Solana als strategische Reserven zu nutzen, ohne dafür Steuergelder auszugeben. Der GENIUS Act vom 18. Juli etablierte ein föderales Stablecoin-Regulierungsframework, das Verbraucherschutz und die Dollar-Dominanz stärkt.
Mit dem neuen SEC-Chef Paul Atkins hat die Trump-Administration zudem eine Schlüsselstelle besetzt, um kryptopositive Regulation zuzulassen. In Folge hat die SEC ihren grundsätzlich kryptoskeptischen Kurs fallen lassen und Klagen gegen Krypto-Firmen wie Coinbase eingestellt und Liquid-Staking als Nicht-Security klassifiziert. Weitere Regelungen sind bereits in Planung. Das Finanzministerium hob zudem restriktive IRS-Regeln auf.
Durch Deregulierung des Bitcoin-Minings und Investitionsanreize positioniert Trump die USA als „Crypto Capital of the World“, was Milliarden an Kapital anzieht, den Crypto Bull Run befeuert und sich letztlich auch in konkreten Zahlen widerspiegelt:
„Das Wachstum von 49 % in Nordamerika spiegelt ein Jahr des erneuten institutionellen Interesses wider, das durch die Einführung von Spot-Bitcoin-ETFs und eine größere regulatorische Klarheit gestützt wurde“, so Chainalysis. Das Unternehmen fügte hinzu, dass die USA mit einem Gesamtvolumen von über 4,2 Billionen US-Dollar – mehr als viermal so viel wie das Land mit dem nächsthöchsten Volumen – weiterhin „die weltweit größte Fiat-On-Ramp“ seien.
USA hängen Europa ab
Zwar führten die USA schon zuvor vor europäischen Nationen, was vor allem an kapitalstarken und innovativen Firmen aus den USA lag. Unter der Trump-Administration konnte die USA jedoch auch deutlich in Sachen Regulation aufholen. Europa war hier mit MiCA und Sandbox-Programmen einige Zeit lang den USA voraus. Doch inzwischen dürfte man festhalten, dass die USA fast wöchentlich neue Regulationen und Gesetze einbringen.
Ein wesentlicher Bestandteil der Studie ist aber auch die Akzeptanz von Kryptowährungen bei Unternehmen und Privatpersonen. Die Studie hält hier fest, dass die USA mit 4,2 Billionen USD mit denen die USA insgesamt Bitcoin kaufen, das mit Abstand führende Land ist. Darauf folgt überraschenderweise Südkorea mit rund 1 Billionen USD, wohingegen Europa insgesamt etwas unterhalb von 500 Mrd. USD liegt.
Begrenzte Akzeptanz in Deutschland
Die Akzeptanz von Bitcoin und anderen Kryptowährungen hat auch bei Unternehmen und Einzelpersonen auch in Deutschland zugenommen. In Deutschland gibt es immer mehr Menschen, die in Kryptowährungen investieren. Die Studie schreibt, dass rund 13 Prozent der Bevölkerung im Besitz von Kryptowährungen sind.
Insbesondere im Online-Handel werden Zahlungen in Kryptowährungen vermehrt angeboten. Kryptowährungen gelten in Deutschland jedoch nicht als offizielles Zahlungsmittel, was zum Beispiel de facto in beispielsweise afrikanischen Ländern anders ist. In Afrika machen Stablecoins einen Großteil der Transaktionen ausmachen und werden teilweise auch im Alltag benutzt . In Deutschland sind Kryptowährungen aber durch die BaFin als Finanzinstrumente anerkannt. Für den Handel mit Kryptowährungen gibt es in Deutschland inzwischen eine gute Infrastruktur in Form von seriösen Trading-Plattformen.
In Deutschland haben Menschen traditionell ein großes Vertrauen in Bargeld. Auch die Wertstabilität des Euro trägt nicht zum Ausweichen auf Kryptowährungen bei. Hinzu kommen strenge Regulierungsvorschriften durch das Kreditwirtschaftsgesetz, das Zahlungsaufsichtsgesetz und das Geldwäschegesetz. Gewinne aus Kryptowährungen sind nur steuerfrei, wenn der Gewinn nicht 5.000 Euro übersteigt und die Haltedauer mehr als ein Jahr beträgt.
Bevölkerungsbereinigte Perspektive: Osteuropa an der Spitze
Der Chainalysis Global Crypto Adoption Index hat bisher das Gesamtvolumen der Krypto-Aktivitäten in Relation zum Pro-Kopf-BIP gesetzt, was besonders sinnvoll war, als Kryptowährungen noch eine Nische für wenige Hochvolumen-Nutzer waren. Mit der zunehmenden Verbreitung zeigt jedoch eine bevölkerungsbereinigte Betrachtung besser, wo Kryptowährungen auf breiter Ebene Fuß fassen.
Bei Anpassung des Indexes an die Bevölkerungsgröße zeichnet sich ein anderes Bild. Länder in Osteuropa wie die Ukraine, Moldawien und Georgien führen das Ranking an. Dies spiegelt ein hohes Maß an Krypto-Aktivität im Verhältnis zur Bevölkerung wider. Wirtschaftliche Unsicherheit, Misstrauen gegenüber traditionellen Finanzsystemen und eine ausgeprägte technische Kompetenz in der Region fördern die Adoption. Kryptowährungen bieten hier eine attraktive Alternative für Vermögenssicherung und grenzüberschreitende Transaktionen. Insbesondere in Ländern, die mit Inflation, Krieg oder Einschränkungen im Bankensektor konfrontiert sind.
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