Während Bitcoin dynamisch ins neue Jahr gestartet ist, gewinnt auch Gold in Anbetracht der globalen politischen Spannungen weiterhin an Bedeutung. Allerdings hätte die Kursentwicklung beider Assets im letzten Jahr kaum unterschiedlicher sein können: Gold ist in den letzten zwölf Monaten um stolze 72 Prozent auf aktuell 4.460 US-Dollar pro Unze gestiegen, wohingegen Bitcoin im selben Zeitraum strukturelle Probleme aufwies und sogar leichte Kursrückgänge verzeichnete. Für einige war diese Entwicklung der Beweis dafür, dass Gold der bessere Wertspeicher ist. In dieser Ausgabe möchten wir erörtern, ob das wirklich so ist:

Das Wichtigste im Überblick:

  • Gold punktet mit jahrtausendelangem Track-Record und globaler Akzeptanz, leidet im direkten Vergleich zu Bitcoin jedoch unter Angebotsinflation und einem intransparenten Papiergoldmarkt.

  • Bitcoin hingegen ist seinem Protokoll fest auf 21 Millionen Coins begrenzt, hochgradig teilbar und über die Blockchain jederzeit eindeutig nachvollziehbar.

  • Zusätzlich setzt die digitale Währung neue Maßstäbe bei Transportierbarkeit und Zensurresistenz, was sie besonders in einer zunehmend digitalisierten Welt attraktiv macht.

Gold punktet durch bewährten Track-Record, während Bitcoin mit echter Knappheit überzeugt

Fakt ist, dass es sich bei Gold um ein seit tausenden Jahren etabliertes Edelmetall handelt, welches über globale Akzeptanz verfügt und von vielen Menschen für seine „krisensicheren“ Eigenschaften wertgeschätzt wird.

Bitcoin hingegen ist im Jahr 2009 offiziell gestartet und läuft somit „erst“ knapp 17 Jahre fehlerfrei.

Und obwohl ich finde, dass diese Kennzahl bereits einen Beweis für Bitcoins Robustheit darstellt, spielt Gold hinsichtlich des Track-Records und der globalen Akzeptanz natürlich in einer ganz anderen Liga.

Schauen wir nun auf die Angebotsinflation: Bitcoin ist das einzig wirkliche knappe Gut auf dieser Erde, denn unabhängig von der Nachfrage ist das Gesamtangebot auf endgültig 21 Millionen Coins beschränkt.

Gold ist in seiner Menge grundsätzlich zwar auch begrenzt, allerdings kann Gold immer wieder gefunden und abgebaut werden.

Vor allem wenn die Nachfrage und damit auch der Preis von Gold steigt, intensivieren Goldminen und -Unternehmen ihre Mining Operationen, was zu steigender Gold-Angebotsinflation führt und den Preis ausbremst. Im Bitcoin-Netzwerk gibt es diese Dynamik nicht:

Keine Identität kann schneller oder mehr BTC schürfen, als es vom Protokoll vorgesehen ist. Alle 10 Minuten gelangen 3,125 BTC kontrolliert in den Umlauf, bis sich diese Zahl beim nächsten Halving im Frühjahr 2028 auf 1,5625 BTC halbiert.

Teilbarkeit und Identifizierbarkeit: Bitcoin weist entscheidende Vorteile auf

Nun möchte ich über die Teilbarkeit beider Anlageklassen sprechen. Während Gold für mittelgroße Zahlungen (etwa in Form kleiner Barren oder Münzen) durchaus geeignet ist, sind kleine bzw. alltägliche Transaktionen mit Gold deutlich aufwändiger.

Bitcoin hingegen ist extrem teilbar, da jeder Coin aus 100 Millionen Satoshis besteht. Obwohl 1 BTC heute 92.000 USD wert ist, lassen sich Cent-Beträge also ganz einfach abbilden.

In diesem Sinne entsprechen 0,02 USD zum Zeltpunkt der Verfassung dieses Artikels rund 0,0000002 BTC.

Anschließend möchte ich das Thema Identifizierbarkeit anschneiden. Gold wird seit Jahrtausenden als Wertaufbewahrungsmittel genutzt, weshalb sich über die Zeit zahlreiche Verfahren etabliert haben, um die Echtheit des Edelmetalls zu prüfen.

Dazu zählen klassische Säuretests, moderne Prüfgeräte oder auch der altbewährte Beißtest. Und obwohl viele dieser Methoden als zuverlässig gelten, ergibt sich bei näherer Betrachtung ein zentrales Problem bei der Identifizierbarkeit des Goldmarktes:

Weltweit existiert weit mehr „Papiergold“ als physisches Gold. Ich spreche von Derivaten, Zertifikaten und sonstigen Finanzprodukten, die Anlegern zwar einen Anspruch auf Gold suggerieren – dieses Anrecht in physischer Form aber nicht zwingend gegenübersteht.

Folglich spiegelt der Goldpreis längst nicht mehr den tatsächlichen Gegenwert der real verfügbaren Goldmenge wider, sondern bildet vielmehr den Wert des im Umlauf befindlichen Papiergolds ab.

Bitcoin funktioniert grundlegend anders, da es auf der Blockchain-Technologie basiert:

Dabei handelt es sich um eine Art digitales Kassenbuch, dass alle im Netzwerk getätigten Transaktionen lückenlos dokumentiert von jedem Menschen zu jederzeit uneingeschränkt eingesehen werden kann.

Sollte sich die USA etwa morgen dazu entscheiden, ihre Bitcoin heimlich abzustoßen, könnten wir die Transaktionen auf der Blockchain eindeutig nachvollziehen. Bei Gold wäre dies nahezu unmöglich!

Bitcoin schafft einen neuen Standard für die Übertragung von Werten

Auch in puncto Transportierbarkeit ist Bitcoin physischem Gold deutlich überlegen. Historisch betrachtet entstand Fiatgeld nicht zuletzt deshalb, weil Gold (insbesondere in größeren Mengen und über weite Distanzen) schlichtweg ungeeignet für den Transport war.

Bitcoin löst dieses Problem auf digitaler Ebene: Innerhalb von Minuten lassen sich Beträge beinahe in Echtzeit und in Milliardenhöhe weltweit versenden – unabhängig von Landesgrenzen, Banken oder Öffnungszeiten.

Wer seine privaten Zugangsschlüssel sicher verwahrt oder sogar merkt, kann jederzeit auf sein gesamtes Vermögen zugreifen, ohne dabei physische Geräte, Dokumente oder Vermögenswerte mit sich führen zu müssen. Das sind die besten Wallets ohne KYC!

Fazit: Gold ist gut, doch Bitcoin ist besser!

Gold wird von Menschen seit jeher für seine fundamentalen Eigenschaften wertgeschätzt: Es ist nicht verderblich, mit kurzen Tests zuverlässig identifizierbar, halbwegs teil- und transportierbar, und dazu noch in seiner Menge begrenzt.Bitcoin verfügt über ähnliche Eigenschaften, wobei ich finde, dass diese noch besser auf die sich rapide digitalisierende Welt zugeschnitten sind. Hinzu bekommen individuelle Vorteile, die Bitcoin zu dem machen, was es ist:Das Netzwerk ist vollständig dezentral organisiert, was bedeutet das für die Abwicklung von Transaktionen keine zentrale Instanz wie eine Bank benötigt wird. Das bedeutet im gleichen Zuge aber auch, dass niemand Transaktionen verhindern, manipulieren oder stoppen kann.

Aufgrund des schieren Potenzials sollte jeder Mensch einen kleinen Anteil seines Vermögens in das digitale Asset investieren, auch wenn es im Sinne der Diversifikation nur 1 bis zwei Prozent sind.


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Dennis Geisler
Dennis Geisler
Krypto Journalist

Dennis ist 25 Jahre alt und lebt seit August in Thailand. Seine Reise in die Welt der Kryptowährungen begann 2020 mit einem kleinen Investment in XRP über Binance. Aus der anfänglichen Neugier entwickelte sich schnell ein tiefes Interesse für die... Mehr lesen

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