Nach dem Verbot in China haben die USA durch günstige Energie, stabile Regulierungen und Netzstabilisierungsanreize etwa 38 % der globalen Bitcoin-Hashrate übernommen. Diese Entwicklung birgt jedoch zunehmende Zentralisierungsrisiken für Bitcoin als unabhängiges und dezentralisiertes Zahlungsnetzwerk.
Das Wichtigste im Überblick:
Verlagerung der globalen Hashrate
Bis 2021 dominierte China den Markt für Bitcoin-Mining. Regulatorische Eingriffe führten jedoch zur Abschaltung zahlreicher Anlagen und zu einem raschen Rückzug der Branche aus mehreren chinesischen Provinzen. In der Folge verlagerten Mining-Unternehmen ihre Aktivitäten in andere Regionen. Neben Zentralasien und Nordeuropa gewannen die USA zunehmend an Bedeutung. Aktuellen Schätzungen zufolge entfallen rund 38 Prozent der globalen Bitcoin-Hashrate auf die Vereinigten Staaten, wobei ein erheblicher Anteil in südlichen Bundesstaaten angesiedelt ist.
Insbesondere Texas hat sich zu einem wichtigen Standort entwickelt, an dem großskalige Mining-Anlagen ansässig sind. Diese Entwicklung spiegelt eine strukturelle Verschiebung der weltweiten Rechenleistung wider.
Energieverfügbarkeit als Standortvorteil
Ein zentraler Faktor für diese Entwicklung ist die vergleichsweise günstige und vielfältige Energieversorgung. In den USA nutzen Mining-Betreiber Strom aus erneuerbaren Quellen, Erdgas sowie Kernenergie. In Texas sind Mining-Anlagen teilweise in Programme zur Netzstabilisierung eingebunden und erhalten finanzielle Anreize für eine temporäre Abschaltung bei hoher Netzlast. Dadurch fungieren sie als flexible Großverbraucher.
Vergleichbare Modelle existieren auch in anderen Bundesstaaten, etwa durch die Nutzung überschüssiger Kernenergie, von Gas, das andernfalls als Überschuss verloren ginge, oder von Windenergie in Regionen mit hoher Produktionskapazität.
Regulatorische Rahmenbedingungen
Im internationalen Vergleich gelten die regulatorischen Bedingungen in den USA als relativ stabil. Während andere Länder den Ausbau von Mining-Kapazitäten einschränken oder durch Abgaben und Auflagen verteuern, behandeln die USA Krypto-Mining überwiegend als industrieller Wirtschaftszweig.
Dies ermöglicht börsennotierten Unternehmen den Zugang zu Kapitalmärkten, langfristige Energieverträge sowie eine verlässlichere Investitionsplanung. Diese Rahmenbedingungen begünstigen die Beteiligung institutioneller Investoren und eine stärkere Einbindung der Branche in bestehende Wirtschaftsstrukturen.
Perspektiven für die kommenden Jahre
Mehrere Entwicklungen sprechen für eine Fortsetzung dieses Trends. Der Ausbau erneuerbarer Energien, die Wiederinbetriebnahme oder Verlängerung von Laufzeiten bestehender Kernkraftwerke sowie die Umnutzung ehemaliger Energieinfrastruktur schaffen zusätzliche Kapazitäten.
Mining-Unternehmen positionieren sich zunehmend als langfristige Abnehmer. Bereits heute werden mehrjährige Verträge geschlossen, Investitionen steuerlich gefördert und Stromnetze auf steigende Lasten vorbereitet. Dies könnte die USA langfristig zum Land mit einer Mehrheit der Hashpower in der Welt machen.
Risiken für Bitcoin durch Regulation
Doch die USA werden durch diese Form der Zentralisierung des Bitcoin Minings inzwischen auch zur Gefahr für Bitcoin. Keonne Rodriguez, Mitgründer des Samourai Krypto Wallets, warnt inzwischen davor, dass Miner das nächste Ziel der Regulation sein könnten.
Dies könnte dadurch geschehen, dass die Regierung Minern in Zukunft ebenfalls mit KYC- und AML-Regulationen belegt und so zum Beispiel White- oder Blacklists für Adressen durchsetzen kann. So wird die Regulation in den USA zukünftig zum Problem für Anleger, die Bitcoin anonym kaufen und ihre Finanzen vor Behörden verschleiern wollen.
Rodriguez ist jüngst selbst zu fünf Jahren Haft verurteilt worden, obwohl Samourai Wallet ein non-custodial Wallet ohne Verifizierung ist. In einem Interview vor Antritt seiner Haft äußerte er, dass die gleiche Logik, die ihn als Entwickler und Gründer eines non-custodial Wallets zum Transaktionsdienstleister macht, nun auch auf Miner zutreffen könnte.
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