Bitcoin steigt in den letzten 24 Stunden um rund 2 Prozent und notiert damit wieder über 77.500 US-Dollar. Zum Wochenschluss zeigt sich somit ein deutlicher Rebound, der einen erneuten Angriff auf die Marke von 80.000 US-Dollar ermöglichen könnte. Dennoch bleibt das große Bild angeschlagen: Rund 40 Prozent unter dem Allzeithoch verharrt Bitcoin weiterhin im Bärenmarkt. Während kurzfristig Optimismus zurückkehrt, warnen einige Analysten vor deutlich tieferen Kurszielen und sehen strukturelle Risiken.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Bloomberg-Experte erwartet neuen Bitcoin-Crash, Kursziel bei 10.000 Dollar.
  • Bitcoin zeigt relative Schwäche gegen Risiko-Assets, das belastet den Markt.
  • Kurszone zwischen 75.000 und 80.000 US-Dollar dürfte jetzt über Bitcoin entscheiden.

Bloomberg-Experte warnt: Warum ein massiver Bitcoin-Crash denkbar bleibt

Der erfahrene Marktstratege Mike McGlone zählt zu den prominentesten skeptischen Stimmen im Kryptomarkt. Mit rund drei Jahrzehnten Erfahrung an den Finanzmärkten argumentiert er, dass die aktuelle Marktdynamik eher auf eine strukturelle Schwäche als auf eine nachhaltige Erholung hindeutet. Im Zentrum seiner Analyse steht die These einer laufenden „Bereinigung“ im Kryptosektor. Millionen von Tokens ohne klaren fundamentalen Nutzen hätten Bewertungen erreicht, die sich langfristig nicht rechtfertigen lassen. Dieses Überangebot sei ein zentraler Unterschied zu klassischen Anlageklassen wie Edelmetallen.

Zwar ist Bitcoin selbst auf 21 Millionen Einheiten begrenzt, doch McGlone betont, dass der Gesamtmarkt faktisch einer unbegrenzten Angebotsdynamik unterliegt. Neue Projekte entstehen kontinuierlich, Kapital wird fragmentiert und verwässert. Historisch betrachtet hätten Märkte mit einem solchen Angebotsüberhang selten nachhaltig performt.

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Rolle der Spot-ETFs. Für McGlone markierte deren Einführung keinen Startschuss für eine neue Rallye, sondern vielmehr den Höhepunkt des Zyklus. Das klassische Muster „Buy the Rumor, Sell the Fact“ habe sich bestätigt, da nach dem Hype institutioneller Zugang geschaffen wurde und breite Marktteilnehmer eingestiegen sind. Seitdem sei die Kursentwicklung vergleichsweise schwach geblieben.

Ist Buy-and-Hold für BTC vorbei?

Hinzu kommt ein makroökonomischer Gegenwind. McGlone sieht die enorme Rallye der vergangenen Jahre als direkte Folge einer extrem lockeren Geldpolitik und massiver Liquiditätszufuhr. Mit dem Ende dieser Phase drehe sich der Effekt um: Aus der „Money Pump“ werde ein „reciprocal dump“. In diesem Umfeld stellt er sogar die klassische Buy-and-Hold-Strategie für Kryptowährungen infrage.

Besonders kritisch bewertet er die jüngste Divergenz zu anderen Risikoassets. Während Aktienmärkte weiterhin Stärke zeigen, habe Bitcoin zuletzt an Momentum verloren. Früher galt der Kryptomarkt als Frühindikator für risikofreudige Kapitalströme – nun könnte die Schwäche vielmehr ein Warnsignal sein.

Konkrete Crash-Prognosen in Richtung 10.000 US-Dollar lassen sich aus seinen Aussagen zwar nicht ableiten. Dennoch sieht McGlone erhebliches Abwärtspotenzial, insbesondere falls die wichtige Unterstützungszone um 60.000 US-Dollar bricht. Seine aktuelle Einschätzung: Bereiche um 75.000 US-Dollar könnten eher als attraktive Short-Niveaus dienen als als nachhaltige Ausbruchszonen.


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Entscheidung bei Bitcoin: Warum 75.000 bis 80.000 US-Dollar jetzt kritisch sind

Die aktuelle Analyse von Jamie Coutts zeigt klar, warum die Zone zwischen 75.000 und 80.000 US-Dollar derzeit als zentrale Entscheidungsregion für Bitcoin gilt. Historisch sind Gegenbewegungen von 25 bis 30 Prozent in Bärenmärkten nichts Ungewöhnliches – sie stellen oft lediglich technische Erholungen dar, bevor der übergeordnete Abwärtstrend fortgesetzt wird. Genau in einer solchen Phase könnte sich Bitcoin aktuell befinden.

Besonders relevant sind dabei drei On-Chain-Indikatoren, die aktuell gleichzeitig getestet werden: der True Mean Price, die kurzfristige Kostenbasis (STH Cost Basis) und Bereiche mit hoher Angebotsdichte. Letztere zeigen, wo viele Marktteilnehmer zuvor gekauft haben und nun potenziell Verkaufsdruck entsteht, sobald der Kurs wieder diese Niveaus erreicht. Bitcoin läuft aktuell direkt in diese Widerstände hinein.

Ein entscheidendes Warnsignal liefert zudem die Beziehung zwischen kurzfristiger Kostenbasis und dem True Mean Price. In früheren Bärenmärkten markierte ein Unterschreiten dieser Niveaus häufig den Beginn der finalen Abwärtsbewegung. Genau dieses Muster hat sich zuletzt erneut gezeigt.

Damit wird klar: Die Zone um 75.000 bis 80.000 US-Dollar ist kein gewöhnlicher Widerstand, sondern ein strukturell entscheidender Bereich. Gelingt es Bitcoin nicht, sich nachhaltig darüber zu etablieren und insbesondere die mittleren 80.000er zurückzuerobern, könnte der aktuelle Anstieg lediglich eine klassische Bärenmarkt-Rallye darstellen. Ein nachhaltiger Ausbruch hingegen würde das technische Bild deutlich aufhellen und den Verkaufsdruck auflösen.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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