In den vergangenen Monaten hat Bitcoin eine ausgeprägte Schwächephase durchlaufen. Vom Hoch aus betrachtet hat die Kryptowährung mehr als die Hälfte ihres Werts eingebüßt und befindet sich damit klar in einem strukturellen Bärenmarkt. Die Stimmung ist gedrückt, Momentum-Indikatoren markieren Extremwerte und viele Marktteilnehmer zweifeln an einer schnellen Trendwende.
Parallel dazu zeigt sich bei Gold ein völlig anderes Bild: Das Edelmetall eilt von einem Allzeithoch zum nächsten und erinnert in seiner Dynamik beinahe an den Terra-Bullenmarkt bei Krypto.
Zwischen beiden Assets hat sich damit eine bemerkenswerte Diskrepanz aufgebaut – eine Entkopplung, die strategische Fragen aufwirft. Doch ist die jüngste Gold-Rallye die gigantische Chance für Bitcoin? Die Bitcoin Prognose:
Das Wichtigste im Überblick:
- Die Top-Bildung im Gold-Markt könnte voranschreiten, so Peter Brandt.
- Bitcoin wirkt gegen Gold günstig bewertet, RSI sieht Aufholpotenzial.
- Chance-Risiko-Verhältnis hat sich zugunsten von Bitcoin verbessert.
- Langfristig antizyklische Kaufchance bei Bitcoin, historische Rotation von Gold zu Bitcoin?
Bildet Gold ein langfristiges Top? – Peter Brandts Warnsignal
Der renommierte Trader Peter Brandt verweist in seinem Beitrag auf das Gold-Top von 1980 und stellt die provokante Frage, ob sich eine ähnliche Struktur aktuell erneut formieren könnte. Auf dem von ihm geteilten Chart ist nach einem parabolischen Anstieg eine sich verengende Formation zu erkennen – eine Art aufsteigendes Dreieck beziehungsweise Keilstruktur im späten Trendstadium. Historisch folgte auf das Hoch 1980 eine 28-jährige Phase ohne neues Allzeithoch. Brandt impliziert damit, dass stark beschleunigte Endphasen oft in distributive Muster übergehen.
This was the 1980 top in Gold
Do you recognize it on today's chart????
Gold did not make a new high for another 28 years
What say you @PeterSchiff ???
Serious question by the way
Hey @grok, what has been Gold's annualized ROR since Sep 1980#GOLD $GC_F pic.twitter.com/J8uQYJsuk4— Peter Brandt (@PeterLBrandt) March 2, 2026
Sein Kernargument: Wenn Gold nach einer langen Hausse in eine potenzielle Top-Bildung übergeht, verschlechtert sich das Chance-Risiko-Verhältnis erheblich. In solchen Phasen ist das Aufwärtspotenzial begrenzt, während das Rückschlagrisiko steigt.
Bitcoin vs. Gold – Warum andere Experten nun Chancen bei BTC sehen
Ferner argumentieren Michaël van de Poppe und Jurrien Timmer noch konstruktiver für Bitcoin – insbesondere im relativen Vergleich zu Gold.
Van de Poppe bezeichnet das Bitcoin-vs.-Gold-Chart als eines der wertvollsten im gesamten Markt. Sein zentrales Argument: Historisch dauerten Bärenmärkte bei Bitcoin im Schnitt rund 14 Monate – und aktuell befinde man sich exakt in diesem Zeitfenster. Zudem zeigt sein Chart extrem niedrige RSI-Werte über mehrere Zeitebenen hinweg (weekly, monthly, two-weekly, 3-day).
Solche Multi-Timeframe-Extremwerte treten selten auf und markieren häufig Phasen fortgeschrittener Kapitulation. Implizit stellt er damit die These auf, dass das Abwärtspotenzial zunehmend begrenzt sein könnte.
The most valuable chart in the markets: #Bitcoin vs. Gold.
In history, bear markets last 14 months.
In this case; we're in month 14.
The lowest RSI on weekly, monthly, two-weekly and 3-day ever recorded.
Probably nothing. pic.twitter.com/2uCvXZol5B
— Michaël van de Poppe (@CryptoMichNL) February 24, 2026
Jurrien Timmer von Fidelity wählt einen noch stärker quantitativen Ansatz. In seiner Analyse betrachtet er das Gold/Bitcoin-Verhältnis sowie den Z-Score dieser Relation. Sein Chart zeigt, dass Gold im Vergleich zu Silber zwar günstig erscheint, im Vergleich zu Bitcoin jedoch teuer ist.
Besonders interessant ist der untere Indikatorbereich: In früheren Zyklen signalisierten extreme Ausschläge des Gold/Bitcoin-Z-Scores bedeutende Wendepunkte – etwa bearishe Divergenzen an den Bitcoin-Hochs 2021 und 2025 sowie eine bullishe Divergenz am Tief 2022. Aktuell nähert sich der Indikator erneut einem Extrembereich, ohne jedoch bereits eine vollständige Umkehr zu bestätigen.
It has been my view all along that Bitcoin is an aspirational junior player on the hard money team (led by gold), and not the end-all-be-all store of value that is going to “eat” all other asset classes. Gold has been and, in my view, will always be the quarterback on this team,… pic.twitter.com/em8wtSz05L
— Jurrien Timmer (@TimmerFidelity) February 27, 2026
Timmer sieht Bitcoin zudem im Bereich von 60.000–70.000 US-Dollar in einer strukturellen Unterstützungszone entlang seiner langfristigen Power-Law-Kurve.
Seine Schlussfolgerung: Während Gold momentumgetrieben neue Hochs markiert, könnte Bitcoin relativ betrachtet zunehmend attraktiv werden. Die extreme Divergenz zwischen beiden Assets könnte sich perspektivisch wieder angleichen – nicht zwingend durch Gold-Schwäche allein, sondern möglicherweise auch durch eine zyklische Erholung bei Bitcoin.
Doch die Chancen zugunsten von Bitcoin sind in den letzten Wochen gestiegen, insbesondere aus einer antizyklischen Perspektive.
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