Bitcoin konsolidiert aktuell rund um die Marke von 70.000 US-Dollar. Nach dem zwischenzeitlichen Verlaufshoch bei etwa 74.000 US-Dollar kam es zuletzt zu leichten Gewinnmitnahmen. Diese fallen bislang jedoch moderat aus und haben keine größere Verkaufswelle ausgelöst.
Im Gegenteil: Im Vergleich zu vielen anderen Assetklassen zeigt Bitcoin derzeit sogar relative Stärke. Seit dem Ausbruch des Iran-Konflikts vor rund einer Woche stehen die globalen Finanzmärkte unter erhöhter Unsicherheit. Aktienmärkte tendieren schwächer und auch Gold verzeichnete in den vergangenen sieben Tagen eine Korrektur. Bitcoin hingegen hält sich stabil und notiert auf Wochensicht sogar leicht im Plus.
Dennoch bleibt der geopolitische Konflikt ein bedeutender Risikofaktor für die Finanzmärkte. Besonders im Fokus steht aktuell der Ölpreis. Rohöl gilt als einer der wichtigsten Frühindikatoren für Inflation – und genau hier sehen Analysten derzeit ein wachsendes Risiko für die Weltwirtschaft. Das wiederum trübt die kurzfristige Bitcoin Prognose sein.
Ölpreis könnte Inflation deutlich antreiben – Analyst warnt vor neuen Risiken
Der bekannte Makroanalyst Adam Kobeissi sieht im jüngsten Anstieg des Ölpreises ein potenzielles Inflationsrisiko für die kommenden Monate. Laut einer Analyse der US-Notenbank kann bereits ein Anstieg des Ölpreises um 10 US-Dollar die Verbraucherpreise um etwa 20 Basispunkte erhöhen. Genau diese Entwicklung scheint sich aktuell anzubahnen.
How high will inflation go?
According to a recent Fed study, every $10 rally in oil prices can increase inflation by ~20 bps.
Oil has already surged from $55 to $80 per barrel, implying +50 bps of inflation pressure.
This could push CPI from 2.4% to ~2.9%.
When oil prices… https://t.co/M4aEHSr32e pic.twitter.com/GL0IiBQdiB
— Adam Kobeissi (@TKL_Adam) March 5, 2026
Rohöl ist in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. Während der Preis zuvor noch bei etwa 55 US-Dollar pro Barrel lag, notiert er inzwischen rund um die Marke von 80 US-Dollar. Allein dieser Anstieg könnte laut der Analyse bereits rund 50 Basispunkte zusätzlichen Inflationsdruck erzeugen. Würde sich diese Entwicklung in den offiziellen Inflationsdaten widerspiegeln, könnte die US-Inflation von aktuell etwa 2,4 % auf rund 2,9 % steigen.
Noch kritischer könnte die Situation werden, wenn der Ölpreis weiter steigt. Laut Kobeissi würde ein Preis von etwa 95 US-Dollar pro Barrel die Inflation bereits in Richtung 3,2 % treiben. Steigt Rohöl sogar auf 110 US-Dollar, könnte die Inflationsrate rund 3,5 % erreichen. In einem extremen Szenario mit Ölpreisen von 150 US-Dollar pro Barrel würde die Inflation sogar wieder in Richtung 4 % steigen.
Damit rückt Öl zunehmend ins Zentrum der makroökonomischen Diskussion. Ein erneuter Inflationsanstieg könnte die Geldpolitik der US-Notenbank erheblich beeinflussen. Erwartete Zinssenkungen könnten sich verzögern oder sogar ganz ausbleiben – ein Szenario, das grundsätzlich Druck auf risikoreiche Assets wie Aktien und Kryptowährungen ausüben könnte.
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Gefahr für Bitcoin: Prognosemärkte erwarten länger hohe Ölpreise
Auch Prognosemärkte signalisieren derzeit, dass Händler nicht mit einer schnellen Entspannung rechnen. Auf der Plattform Polymarket wird aktuell eine Wahrscheinlichkeit von rund 38 % eingepreist, dass der Ölpreis bis Ende März über 90 US-Dollar steigen könnte.
Interessant ist vor allem der mittelfristige Ausblick. Dort liegt die Wahrscheinlichkeit bei etwa 43 %, dass Rohöl bis Ende Juni weiterhin über 84 US-Dollar pro Barrel notiert. Das deutet darauf hin, dass Marktteilnehmer aktuell eher von einer länger anhaltenden Phase höherer Energiepreise ausgehen.
Oil became the next macro risk for markets.
Despite a volatile trading week, equities held up relatively well yesterday, helped by a rebound in the software sector. The same is true for Bitcoin: BTC is still holding above $70K, with the recent rebound intact and no major wave of… pic.twitter.com/LyeEZIKDYf
— Daniel R. (@DanielRobrecht) March 6, 2026
Der Ölpreis ist bereits um rund 20 % innerhalb eines Monats gestiegen. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnten die Auswirkungen weit über den Energiesektor hinausgehen. Höhere Energiepreise wirken sich auf Transport, Produktion und letztlich auf die gesamte Wirtschaft aus. Genau deshalb beobachten Investoren weltweit derzeit vor allem eine Variable besonders genau: den Ölpreis. Wer 2026 Bitcoin kaufen möchte, behält auch den Öl-Preis im Blick.
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