Quantencomputer bleiben eines der meistdiskutierten Zukunftsthemen im Kryptomarkt – irgendwo zwischen Hype, Angst und echter technologischer Disruption. Während viele Szenarien stark übertrieben erscheinen, wächst zugleich der wissenschaftliche Fortschritt.

Besonders brisant zuletzt: Forschung, unter anderem aus dem Umfeld von Google, deutet darauf hin, dass zentrale kryptografische Probleme langfristig lösbar sein könnten. Damit rückt auch Bitcoin stärker in den Fokus, denn die Sicherheit des Netzwerks basiert auf Verfahren wie ECDSA – und genau diese könnten durch Quantenalgorithmen wie Shor potenziell gebrochen werden.

Noch ist die Bedrohung nicht akut, doch der Zeitfaktor wird zunehmend relevanter. Experten sind sich einig: Selbst wenn leistungsfähige Quantencomputer noch Jahre entfernt sind, muss die Branche frühzeitig Lösungen entwickeln, um vorbereitet zu sein.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Das Thema Quantencomputer bleibt am Kryptomarkt omnipräsent.
  • Bitcoin-Entwickler hat einfache Lösung gefunden, doch die Kosten und Skalierbarkeit sind ein Problem.
  • Die Zeit drängt für Bitcoin, bis 2029 empfehlen Experten ein quantensicheres Konzept.

Neue Lösung gegen Quantenangriffe – doch der Haken bleibt

Ein aktueller Forschungsansatz zeigt nun, dass Bitcoin möglicherweise sogar ohne tiefgreifende Protokolländerungen gegen Quantencomputer abgesichert werden könnte. Das Konzept „Quantum Safe Bitcoin“ (QSB) setzt genau hier an und versucht, bestehende Mechanismen zu nutzen, anstatt einen Soft Fork oder Hard Fork zu benötigen. Dabei wird ein völlig neuer Ansatz verfolgt: Statt auf klassische kryptografische Signaturen zu setzen, basiert die Sicherheit auf Hash-Funktionen – konkret auf der sogenannten Preimage-Resistance.

Im Kern ersetzt QSB die bisherige Sicherheitsannahme von ECDSA durch eine Art „Hash-zu-Signatur“-Puzzle. Transaktionen werden so konstruiert, dass ein gültiger Abschluss nur dann möglich ist, wenn ein bestimmter Hash zufällig die Struktur einer gültigen Signatur erfüllt. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist extrem gering (etwa 1 zu 2^46), wodurch eine Art Proof-of-Work entsteht. Entscheidend: Diese Sicherheit basiert nicht mehr auf elliptischen Kurven – und ist damit resistent gegen Shor’s Algorithmus.

Das klingt zunächst nach einem Durchbruch. Tatsächlich zeigt der Ansatz, dass Bitcoin theoretisch schon heute quantensicher gemacht werden könnte – ohne Änderungen am Netzwerk selbst. Auch die Kosten wirken auf den ersten Blick moderat: Laut aktuellen Tests liegen sie bei etwa 75 bis 150 US-Dollar pro Transaktion, sofern GPU-Rechenleistung genutzt wird.

Skalierbarkeit bleibt Problem

Doch genau hier liegt das zentrale Problem: Skalierbarkeit. Denn diese Kosten entstehen pro Transaktion und setzen erhebliche Rechenleistung voraus. Während klassische Bitcoin-Transaktionen in Sekunden und mit minimalen Gebühren abgewickelt werden sollten, benötigt QSB eine aufwendige Off-Chain-Suche mit Milliarden von Versuchen. Zwar ist diese Berechnung parallelisierbar, doch für den Massenmarkt ist das aktuell kaum praktikabel.

Hinzu kommen weitere Einschränkungen: Die Transaktionen gelten als „non-standard“ und können nicht einfach über das normale Netzwerk verbreitet werden. Stattdessen müssten sie direkt an Miner übermittelt werden. Auch die Script-Größe stößt an technische Grenzen, was die Implementierung zusätzlich erschwert.

Unterm Strich zeigt dieser Ansatz jedoch etwas Entscheidendes: Die Krypto-Industrie arbeitet aktiv an Lösungen. Selbst ohne Protokolländerungen sind kreative Wege denkbar, um Bitcoin langfristig zu schützen.


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Nic Carter warnt: Zeitfenster für Bitcoin könnte schrumpfen

Der bekannte Bitcoin-Investor und Analyst Nic Carter sieht die aktuelle Entwicklung rund um Quantencomputer deutlich kritischer als viele Marktteilnehmer. In seiner jüngsten Analyse betont er, dass neue Forschungsarbeiten – insbesondere von Google und führenden Universitäten – zwar keinen unmittelbaren Angriff auf Bitcoin ermöglichen, aber die theoretischen Voraussetzungen deutlich realistischer machen. Entscheidend sei dabei vor allem, dass die benötigten Ressourcen für einen Angriff auf die elliptische Kurven-Kryptografie (ECC) rapide sinken und sich zunehmend in einen technisch machbaren Bereich bewegen.

Carter hebt hervor, dass viele Experten ihre Zeitprognosen für einen möglichen „Q-Day“ bereits nach vorne korrigiert haben. Während früher eher Zeiträume nach 2035 diskutiert wurden, hält er inzwischen Szenarien in den frühen 2030er-Jahren für plausibel. Besonders besorgniserregend sei dabei die Möglichkeit sogenannter „Short-Range-Attacken“. Diese könnten es Angreifern erlauben, Transaktionen in Echtzeit anzugreifen – also private Schlüssel innerhalb weniger Minuten zu berechnen, noch bevor eine Transaktion final bestätigt ist.

Gleichzeitig warnt Carter vor einem trügerischen Sicherheitsgefühl. Fortschritte im Quantenbereich verlaufen nicht linear, sondern in Sprüngen. Das bedeutet, dass der Markt möglicherweise deutlich weniger Vorlaufzeit hat als angenommen. Sein Fazit fällt klar aus: Die Bedrohung ist nicht unmittelbar – aber real genug, dass Bitcoin sich schon heute aktiv auf eine Post-Quantum-Zukunft vorbereiten muss.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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